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Ribnitz-Damgarten Mobiltelefon ersetzt Parkschein
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Mobiltelefon ersetzt Parkschein
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00:00 04.07.2018
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Dierhagen

Vier Orte im Bereich des Amtes Darß/Fischland spielen zusammen mit etlichen anderen Städten in Deutschland gemeinsam im Konzert moderner Bezahlmöglichkeiten.

Dierhagens Kurdirektor Stephan Fellmann (re.) und Bauhofleiter Dirk Edlich demonstrieren das so genannte Handy-Parken. Das ist möglich in Ahrenshoop, Born, Dierhagen und Prerow. Quelle: Foto: Timo Richter

Was in skandinavischen Ländern bereits seit Längerem zum Alltag gehört, hält nun auch Einzug auf der Urlauberhalbinsel Fischland-Darß-

Zingst: das Bezahlen der Parkgebühren mit dem Mobiltelefon.

Nach einer Testphase in Prerow wurde das System nun freigeschaltet. In Ahrenshoop, Born, Dierhagen und Prerow können die Parkgebühren nun per Handy-App beglichen werden – berechnet wird in der Regel minutengenau.

Auserkoren für den Amtsbereich wurde das System „Mobilet“ der Stadtraum – Gesellschaft für Raumplanung, Städtebau und Verkehrstechnik mit Sitz in Berlin. Deren App ist in zahlreichen deutschen Städten einsetzbar. Groß geworden ist die Anwendung auf Mobilgeräten laut des Dierhäger Kurdirektors Stephan Fellmann in Polen. Dort wird das kleine Programm für den Kauf von Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr benutzt. Das kann sich Fellmann auch für die Halbinsel vorstellen. „Wir sind aber noch nicht so weit.“ So beteilige sich beispielsweise Wieck in Ermangelung kostenpflichtiger Parkplätze nicht an dem System. Und Wustrow sei „wie immer“ nicht mit von der Partie. Wohl aber das Amt Darß/Fischland. Denn die Parkraumüberwachung schließe die neue Bezahlmöglichkeit mit ein.

Der Dierhäger Bauhofleiter Dirk Edlich bestätigt das. Die Kontrollgeräte sind um eine Software erweitert worden. So kann jede „Politesse“ erkennen, ob die Parkgebühr entrichtet wurde. Denn einen Parkschein gibt es beim „Handy-Parken“ nicht.

Außer einigen Probebuchungen wird die neue Bezahlmöglichkeit in Dierhagen allerdings noch nicht genutzt. Stephan Fellmann geht aber davon aus, dass sich das mit dem Beginn der Sommerferien in Berlin schlagartig ändern werde. Denn in der Bundeshauptstadt ist das System präsent.

Der Dierhäger Kurdirektor, neuen Entwicklungen stets aufgeschlossen, sieht in dem „Handy-Parken“ erst einmal lediglich eine weitere Bezahlmöglichkeit, als Service für den Gast. Doch würde er am liebsten auch andere Möglichkeiten des Programms nutzen – vorrangig den Kauf von Bustickets. Und ein bisschen neidisch ist er auf Prerow. Denn aus dem Ostseebad auf dem Darß kam nicht nur der Anstoß

für das jetzt gewählte Abrechnungssystem, dort können Urlauber die fällige Kurtaxe auch schon über „Mobilet“ entrichten.

Das Thema Parken treibt den Dierhäger Kurdirektor bereits seit Jahren um. Denn zahlreiche Tagesgäste machen gleich Station in dem Ostseebad vor den Toren der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Allein deshalb stößt Dierhagen sommertags regelmäßig an Kapazitätsgrenzen. Das neue System biete den Gästen eine einfache Bezahlweise. An den Parkscheinautomaten mussten keine Änderungen vorgenommen werden.

Vor Jahren hat sich Dierhagen vom kostenfreien Parken für Inhaber von Kurkarten verabschiedet. Fellmann erinnert sich an Beschwerden im ersten Jahr danach, inzwischen gebe es keinerlei Nachfragen mehr. Die neue Bezahlmöglichkeit unterstütze den Gedanken der Freiheit in der Urlaubsregion. Dass anderenorts Zufahrten zu Parkplätzen beschrankt würden, hält Fellmann für kontraproduktiv. Damit meint Fellmann Ahrenshoop, wo jüngst der zentrale Parkplatz mit einer Schrankenanlage versehen wurde, weitere Parkplätze sollen folgen.

Timo Richter

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