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Ribnitz-Damgarten Zuckerfabrik: Eröffnung im Sommer 2021
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Zuckerfabrik: Eröffnung im Sommer 2021
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15:16 25.01.2019
Aus der Zuckerfabrik in Barth wird ein Motel: Wolfgang Hecht sitzt in der Musterwohnung auf dem Sofa. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Es kommt Bewegung in den Umbau der ehemaligen Barther Zuckerfabrik zu einem Motel. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen und zwei Jahre später, im Sommer 2021, soll das Motel eröffnen. Dass sein Projekt sich so lange hinzieht, damit hatte Wolfgang Hecht, Sprecher der NBW-Investorengruppe, nicht gerechnet. „Ich wollte einmal in meinem Leben ein altes Industriegebäude haben“, berichtet Wolfgang Hecht, der das Gebäude im September 2016 kaufte. „Ich wusste damals aber überhaupt nicht, welche Probleme da auf mich zukommen. Ich bin total blauäugig an die Sache herangegangen.“

Die größte Hürde sei die Lage des Gebäudes im Gewerbegebiet am Wirtschaftshafen, direkt neben der Werft Rammin und dem Stadtbauhof, gewesen. „Teilweise habe ich gezweifelt und war auch verzweifelt. Es war ein langer, behördlicher Weg. Aber mit Hilfe der Stadt, allen voran den Mitarbeiter des Bauamtes, habe ich es geschafft“, sagt Wolfgang Hecht. Und die Mühe habe sich gelohnt. „Aus einer blauäugigen Euphorie ist ein geradliniges Konzept entstanden.“ Aufgrund der Lage im Gewerbegebiet mussten allerdings Kompromisse geschlossen werden: Die Gäste müssten über die mögliche Lärmbelästigung informiert werden und statt eines reinen Hotels soll dort ein Motel mit einer maximalen Übernachtungsdauer von drei Nächten geplant werden, hieß es seitens der Stadt.

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Ideale Lage für Radtouristen

Nachdem Wolfgang Hecht im September vergangenen Jahres die Baugenehmigung erhielt, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Radfahrer, Wanderer, Segler und Surfer, aber auch Familien und Menschen mit Behinderung sind die Zielgruppe. „Alle Lofts werden behindertengerecht gebaut“, sagt Wolfgang Hecht. Zudem werde es in der ehemaligen Zuckerfabrik auch große Lofts geben, in denen Gruppen zusammen mit ihrem Betreuer übernachten können. „Und das Ganze soll am Schluss natürlich auch bezahlbar sein“, sagt Wolfgang Hecht. Eine konkrete Summe, was der Urlauber für ein Loft pro Nacht bezahle, könne man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen.

Auf der Suche nach Partner sei er schnell fündig geworden. Die insgesamt 109 Lofts werden ab dem 1. Mai verkauft und später über das dänischen Unternehmen „Novasol“ vermietet. „Novasol“ sei von dem Konzept gleich begeistert gewesen, vor allem weil eine breite Zielgruppe angesprochen werde – ältere und junge Menschen ebenso wie Menschen, die körperlich eingeschränkt sind. Zudem passe es zu den Plänen des Unternehmens, ein neues Angebot entlang der Europäischen Radwanderwege zu schaffen. Radfahrer könnten sich für eine Route entscheiden und „Novalsol“ biete dann auf dieser Tour Übernachtungsmöglichkeiten an. Da ein Europäischer Radwanderweg nahezu direkt an der ehemaligen Zuckerfabrik vorbeiführe, passe das Objekt optimal ins Konzept. Und auch einen weiteren Partner, einen Gastronomen aus Berlin, konnte Wolfgang Hecht gewinnen. Alexander Freund ist Geschäftsführer der Eventgastronomie „Pirates Berlin“ und will in der ehemaligen Zuckerfabrik ein Restaurant mit regionaler, gut bürgerlicher Küche eröffnen. „Mitte April wird das alles vertraglich fix gemacht“, freut sich Wolfgang Hecht.

Damit die Kaufinteressenten eine Vorstellung haben, wie die Lofts später aussehen werden, hat Hecht in Barth eine Musterwohnung im mediterranen Landhausstil eingerichtet. Die gesamte Ausstattung stamme von Rivièra Maison. Auch eine Investorengruppe aus Bremen ist mit eingestiegen. „Sie geben uns den materiellen Handlungsspielraum, den wir für das Projekt benötigen“, sagt Wolfgang Hecht.

Anika Wenning