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Ribnitz-Damgarten Musikalische Liebeserklärung an MV
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Musikalische Liebeserklärung an MV
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13:58 29.06.2018
Ein Laptop, ein Mikrophon: Ein kleines Zimmer dient Henry Neumann (l.) und Jannik Saß als Studio.
Ein Laptop, ein Mikrophon: Ein kleines Zimmer dient Henry Neumann (l.) und Jannik Saß als Studio. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Junge Menschen interessieren sich nicht für ihre Heimat? Junge Menschen haben keine Meinung zu den wichtigen Themen? Drei Musiker aus der Region wollen diese Vorurteile nun widerlegen und haben einen Titel produziert und veröffentlicht, mit dem sie ihrer Verbundenheit zu Mecklenburg-Vorpommern und vor allem zur Ostseeküste Ausdruck verleihen.

Junge Menschen interessieren sich nicht für ihre Heimat und wollen schnellstens weg? Die Nachwuchs- Musiker von „Baltic Flow“ beweisen das Gegenteil.

Mit Rückenwind zur Strandparty

„Baltic Flow“ nennt sich das Trio, bestehend aus dem Rapper Henry Neumann (20) alias „Kedos“ und dem Produzenten Jannik Saß (19) alias „MSTNG“ aus Ribnitz und der Sängerin Serafina Rohde (18, „Sera“) aus Bentwisch. „Küstenkind“ heißt der Song, der im Tropical-House-Stil stark an Mecklenburg-Vorpommerns DJ-Export Felix Jaehn erinnert und bei dem derzeitigen sommerlichen Temperaturen durchaus zum Soundtrack einer jeden Strandparty geeignet ist.

„Hier im Norden, klar, hat man Rückenwind / Ist doch klar, im Leben so als Küstenkind / Es ist egal, wo ich irgendwann mal hinfahr’ / denn im Herzen bleibt für immer dieser Anker.“ Ein Refrain als Liebeserklärung an an die Region.

„Die Landschaft, der Strand, die Natur, MV ist einzigartig“, sagt Henry Neumann. Der 20-Jährige hat den Text zu dem Titel geschrieben. „Ich wurde hier geboren und fühl’ mich einfach geborgen / Kein anderes Land ist so schön in meinen Augen“, rappt der Ribnitzer in dem Song. Erst seit drei Monaten Musik macht er Musik. Recht spontan und vor allem über gute Kontakte fand das Trio zueinander. Am 10. Juni gründete sich „Baltic Flow“.

Ein Laptop mit einem Aufnahme-Programm und ein Mikrophon in einem kleinen Zimmer im Elternhaus Henry Neumanns bildeten das Studio-Equipment. „Wir wollen jung und alt mit dem Song erreichen. Wir wollen zeigen, dass MV ein sympathisches Bundesland ist“, sagt Jannik Saß, der für den Sound verantwortlich ist.

Mit Vorurteilen aufräumen

Doch „Küstenkind“ soll mehr sein als bloße Lobhudelei. „Na klar ist nicht alles perfekt, wenn man mal ehrlich ist / Aber wo ist es schon perfekt, wenn man mal ehrlich ist?“, lautet eine Zeile des Lied-Textes. Zum einen: „Mecklenburg-Vorpommern wird oft in die rechte Ecke gestellt. Wir möchten mit diesen Vorurteilen aufräumen. Die Menschen hier sind besser als ihr Ruf“, sagt Henry Neumann. Ein weiterer Aspekt: Gerade jungen Menschen biete MV nicht viele Perspektiven. „Viele junge Menschen hauen ab, MV ist der Gehaltskeller Deutschlands“, sagt Neumann.

Die beiden Ribnitzer spüren das abseits der Musik am eigenen Leibe. Neumann dürfte dabei Glück haben, arbeitet abseits der Musik als Pflegehelfer. Eine Prüfung muss er noch bestehen, dann ist er Krankenpfleger. Eine Branche, die zwar nach wie vor ihre Probleme hat, in der aber immerhin Jobs zu finden sind. Anders sieht es bei Jannik Saß aus. Er arbeitet bei der Post als Briefsortierer, übergangsweise, um Geld zu verdienen. „Ich möchte Mediengestalter werden. Aber es gibt kaum Angebote für eine Ausbildung. Ich wäre bereit, wegzugehen, möchte am liebsten natürlich hier bleiben“, sagt der 19-Jährige.

Und mit ihrem Titel sollen auch andere dazu bewogen werden, die schönen Seiten des Landes zu entdecken. Die ersten Rückmeldungen nach der Veröffentlichung des Songs auf der Internet-Plattform Youtube seien durchweg positiv. Derzeit dreht das Trio dazu ein Musikvideo. Mitte Juli, so das Ziel, soll es veröffentlicht werden.

Link: Hier geht's zum Titel „Küstenkind“ auf Youtube.

Niemeyer Robert