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Ribnitz-Damgarten Nach 100 Jahren steht Umzug in Rettungszentrum auf dem Plan
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Nach 100 Jahren steht Umzug in Rettungszentrum auf dem Plan
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14:14 30.04.2019
Wehrführer Andreas Levien mit dem Gründungsdokument der Feuerwehr in dem Ort vom 28. Mai 1919. Quelle: Timo Richter
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Wustrow

 100 Jahre alt wird die freiwillige Feuerwehr in Wustrow. Das Jubiläum ist für die Brandschützer Grund genug, optimistisch nach vorn zu schauen. Ihr bisheriges Domizil in einer einstigen PGH-Halle bröckelt so langsam vor sich hin. Rettung naht mit dem Bau eines neuen Rettungszentrums auf einer Wiese vis-à-vis des Discount-Marktes. Die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans ist längst erfolgt. Jüngst wurden ein Schallschutzgutachten in Auftrag gegen. Die Arbeiten an einem artenschutzrechtlichen Fachbeitrag sowie der Umweltverträglichkeitsprüfung laufen bereits.

„Ich sehe den Ergebnissen positiv entgegen“, sagt Wehrführer Andreas Levien. Der 37-Jährige begründet das mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. Dazu gehören Behörden ebenso wie beispielsweise Umweltverbände. Hinweise zu dem Bauvorhaben auf einer Wiese am Ortsrand gebe es bisher nur von der Unteren Naturschutzbehörde. Mit Hecken und begrünten Abstandsflächen rund um das geplante Rettungszentrum „schaffen wir richtig Lebensraum für Tiere“, sagt Andreas Levien, der das Verfahren in seiner Funktion als Gemeindevertreter natürlich genau kennt. Und die Einfahrt in den geplanten Kreisverkehr ist schon unter Dach und Fach.

Genehmigungsverfahren für Rettungszentrum läuft

In den Ausschüssen der Wustrower Gemeindevertretung ist das Vorhaben einhellig auf Zustimmung gestoßen. Andreas Levien hofft nun, dass die Kommunalwahlen am 26. Mai das für die Feuerwehr lebenswichtige Projekt nicht ins Wanken bringt. „Die Weiterentwicklung des Rettungszentrums hängt an der neuen Gemeindevertretung.“ Am derzeitigen Standort sei eine Entwicklung der Feuerwehr nicht möglich.

Der steht nicht allein die alte Halle entgegen. Zu klein ist die sowieso, der Salpeter blüht im Mauerwehr, die Fichtenrahmen der Fenster lassen sich mit einem Schraubenzieher locker durchstoßen. Über den Toren lagern einst unbehandelte Träger. Rost ist auf dem Siegeszug, die Fassade platz ab, Risse „zieren“ die Feuerwehrunterkunft überall. Dabei, so die Einschätzung Andreas Leviens, sei eine Feuerwehr doch auch eine Art Aushängeschild für einen Ort, besonders für einen so touristisch interessanten Ort wie Wustrow.

„Die Technik ist top“, urteilt der Wehrführer. Alles ist auf dem neuesten Stand. 100 Jahre nach offizieller Gründung der Feuerwehr in Wustrow soll nun auch die Unterkunft auf dasselbe Niveau gehoben werden. Derzeit gibt es für die drei aktiven Feuerwehrfrauen keine eigenen Umkleidemöglichkeiten. „Wir sind froh über jedes Mitglied“, sagt Andreas Levien, „die Frauen haben ein Recht auf Privatsphäre.“ Zudem ist die Halle inzwischen viel zu klein, Parkplätze für die Einsatzkräfte gebe es im Notfall auch nicht in ausreichender Zahl.

Platz für Wohnungen

Mit dem Neubau des Feuerwehrdomizils würde die Kommune Platz schaffen können für neuen Wohnraum. Denn der fehlt auch in dem Ostseebad auf dem Fischland an allen Ecken und Enden. Nach abriss der alten Halle könnte deutlich mehr als eine Handvoll Wohnungen an der Stelle errichtet werden. Über dem Bereich liegt sogar ein Bebauungsplan, sodass die Kommune nicht mit der Landesraumordnung kollidieren würde, wonach der Bau von neuen Wohnungen bei etlichen Ferienwohnungen nicht in Betracht kommt.

Die Nachbarkommune Dierhagen beispielsweise hat erst aufwändig einen Bedarfsnachweis erstellen müssen, um Flächen für den Wohnungsbau in den Flächennutzungsplan hineinzubekommen (die OZ berichtete). Laut einer Expertise wird für Dierhagen mit einem Bedarf von rund 190 Wohnungen in den kommenden Jahren gerechnet.

Ursprung im Feuerwehrspritzen-Verein

Das Jubiläum will die Freiwillige Feuerwehr Wustrow am 31. Mai/1. Juni angemessen feiern. Sieben Gründungsmitglieder haben am 28. Mai 1919 die Statuten der Feuerwehr unterzeichnet. Heute sind 22 Mitglieder in der Feuerwehr aktiv. Dazu gibt es eine Jugendabteilung, deren Mitgliederzahl von vier auf nun sieben angestiegen ist. „Es geht voran“, sagt Andreas Levien.

Vorangegangen ist es auch in der Historie der Feuerwehr. Denn im Landesarchiv in Schwerin fanden sich Unterlagen, dass der Brandschutz auf dem Fischland schon deutlich früher organisiert wurde. Denn am 1. April 1833 haben die damaligen Gemeinden Wustrow, Barnstorf sowie Alt- und Niehagen – damals noch eigenständig – einen Feuerspritzen-Verein gegründet. Ein Brand musste nach Wustrow gemeldet werden, dort wurde dann im Notfall die Sturmglocke geläutet.

Eine Handdruckspritze wurde dann in Marsch gesetzt, heißt: Die ersten eintreffenden Spritzenleute spannten am Unterstand der Löschkonstruktion in der Osterstraße ihre Pferde an. Später fuhren Hornisten mit Fahrrädern durch den Ort und machten lautstark auf einen Notfall aufmerksam. Das funktionierte so bis 1936, erst dann wurde eine Sirene installiert.

Auch heute ist die Feuerwehr in Wustrow unverzichtbarer Bestandteil der Ortsentwicklung. Schon früh erhielten die Brandschützer ein Schlauchboot als Geschenk. Heute ist Wasserrettung fester Bestandteil im Einsatzgeschehen. Ein Feuerwehrboot sei ein rasch zur Verfügung stehendes Einsatzmittel.

Timo Richter

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