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Ribnitz-Damgarten Nach Hitlervergleich: Wiecker fordert Rücktritte
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Nach Hitlervergleich: Wiecker fordert Rücktritte
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08:06 25.01.2018
Wegen dieses Beitrag wurde die Facebook-Community Tatort Born angezeigt. Quelle: Timo Richter (Screenshot)
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Wieck

Weil drei Gemeindevertreter den jüngsten Beitrag der Facebook-Community Tatort Born geteilt beziehungsweise eine „Gefällt mir“-Angabe gemacht haben, fordert der Wiecker Gemeindevertreter Frank Vorpahl (CDU) den Rücktritt von Jutta Ehlert (Einzelbewerberin/Wieck), Klaus Czerwinski (Freie Wähler Ahrenshoop) und Benjamin Heinke (CDU, erster stellvertretender Bürgermeister in Ahrenshoop und Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr in dem Ostseebad).

„Einem Ehrenbeam- ten hätte ich so et- was nicht zugetraut.„Frank Vorpahl
„Eine gewisse Satire gehört zum politischen Leben.Benjamin Heinke

Am 18. Januar war auf der anonym betriebenen Seite in dem sozialen Netzwerk der Vorsteher des Amtes Darß/Fischland und Borner Bürgermeister Gerd Scharmberg mit Hitler verglichen worden (die OZ berichtete). In einer Abwandlung des Buchtitels „Er ist wieder da“ von Timur Vermes wurde dem Amtsvorsteher vorgehalten, trotz „unzähliger Rechtsbrüche“ seinen Hut noch nicht genommen zu haben. „Er ist immer noch da“, heißt es in dem Beitrag. Bis gestern Mittag hatten zwölf Facebook-Nutzer den Beitrag geteilt, 22-mal wurde ein „gefällt mir“ hinterlassen.

„geteilt“-Hinweis verschwindet

Geradezu entsetzt ist Vorpahl, dass der stellvertretende Ahrenshooper Bürgermeister und Wehrführer diesen Vergleich geteilt habe. Inzwischen ist dieser erst öffentliche „geteilt“-Hinweis nicht mehr sichtbar, der OZ liegt jedoch ein entsprechender Screenshot vor. „Einem Ehrenbeamten des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowohl in seiner Funktion als Wehrführer als auch der des stellvertretenden Bürgermeisters hätte ich dies nicht zugetraut.“ Durch die so geäußerte Zustimmung zum Hitler-Vergleich werde Heinke in besonderer Weise seiner Funktion als Wehrführer nicht gerecht, so Frank Vorpahl mit Blick auf die „Vorbildfunktion des Wehrführers für die Jugendfeuerwehr“.

Große Sorgen macht sich der Wiecker Gemeindevertreter, ob Heinke in seinem Wirken gegen Herrn Scharmberg noch in der Lage sei, mit dem in dessen Funktion als Kreiswehrführer bei einem Einsatz in unabdingbarer Kameradschaft zusammenzuarbeiten. Dies spricht Frank Vorpahl dem Ahrenshooper Wehrführer ab. Wegen des Vergleichs Scharmbergs mit Hitler hat Vorpahl Anzeige erstattet. Informiert wurde zudem der Kreisfeuerwehrverband und der Kreisverband der Christdemokraten.

Der Ahrenshooper Bürgermeister Hans Götze (Einzelbewerber), Dienstherr des Wehrführers, sieht die Reaktion Heinkes auf den Beitrag „relativ locker“. Bei dem Original handele es sich um den Titel eines satirischen Buches. Gleichwohl sei der Beitrag „etwas unglücklich“. Ahrenshoop sei an der Seite nicht beteiligt. Dass sein Stellvertreter und Wehrführer des Künstlerortes den Beitrag geteilt habe, „damit habe ich überhaupt kein Problem“. Auf Facebook sei eben vieles möglich, so der Ahrenshooper Bürgermeister und verweist auf beleidigende Beiträge eines Borner Gemeindevertreters.

Juristische Prüfung avisiert

Benjamin Heinke selbst steht dazu, den Beitrag geteilt, also in seinem Facebook-Freundeskreis publiziert zu haben. „Ich sehe darin keine Schwierigkeiten.“ Eine „gewisse Satire“ müsse in der heutigen Zeit akzeptiert werden – vor allem von Personen, die wie er selbst in der Öffentlichkeit stünden. „Das gehört zum politischen Leben einfach dazu.“ Offensichtlich solle in dem Beitrag ein Vergleich Scharmbergs mit Hitler gesehen werden.

Scharmberg selbst hatte in dem Beitrag eine nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit gesehen und eine juristische Prüfung in Aussicht gestellt. In dem Beitrag wird Scharmberg unter anderem eine „desaströse Amtsführung“ vorgehalten. Auch andere Gemeinden hätten nun erkannt, dass dies dem Fortschritt und der Entwicklung schaden würde. Scharmberg hatte die Darstellung als perfide zurückgewiesen und von einer Blockade des Amtes durch unablässige Nachfragen und Akteneinsichten gesprochen. Tatort Born würde unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit Cybermobbing gegen ihn und seine Familie betreiben.

Timo Richter

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