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Ribnitz-Damgarten Barther Urgestein Gerhard Bossow gestorben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther Urgestein Gerhard Bossow gestorben
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16:27 22.07.2019
Gerhard Bossow im Mai 2013 auf der Restbühne der ehemaligen Gaststätte "Zur Burg". Der Barther Unternehmer veranstaltete eine Abrissparty und überreichte dem damaligen Bürgermeister Dr. Stefan Kerth den letzten symbolischen Ziegelstein des Gebäudes. Ähnliche Abrisspartys veranstaltete er an der Friedensecke und der Fleischerei Burmeister/Palkow in der Dammstraße. Quelle: Holger Friedrich
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Barth

Im Alter von 79 Jahren ist Gerhard Bossow am 15. Juli gestorben. Der Barther Unternehmer saß viele Jahre für die CDU-Fraktion in der Stadtvertretung und engagierte sich in Barth. „Ich habe sehr lange mit Gerhard im Stadtparlament gesessen. Er hat immer seine Meinung gesagt, war offen und ehrlich, auch wenn es mal nicht parteikonform war“, sagt Stadtvertreter Holger Friedrich (SPD). „Er war hilfsbereit, unkompliziert und einfach ein Macher. Und er war witzig. Er war der erste in Barth, der einen Abriss mit einer Party verbunden hat.“ 2013 habe der Chef der Firma „Ramm- und Wasserbau Bossow“ den Zuschlag für den Abriss der ehemaligen Gaststätte „Zur Burg“ bekommen und dort im Mai eine Party veranstaltet, zu der mehrere hundert Menschen kamen. Ähnliche Abrisspartys seien an der Friedensecke und der Fleischerei Burmeister/Palkow in der Dammstraße gefolgt.

Auch Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig denkt gerne an die Zeit mit Gerhard Bossow zurück. „Er gehörte zu denen, die mir in den frühen 1990er Jahren erklärt haben, wie bestimmte Dinge in Barth funktionieren. Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass sich der Lebensbogen von Gerhard Bossow noch viel weiter spannt. In den 1960er Jahren als Kulturhausleiter des HdW hier in der Stadt und danach als langjähriger ’Organisator’ für die zwischenbetriebliche Organisation Landbau in Damgarten mit Standort in Barth. Das Talent, Abläufe im Bauwesen zu organisieren und vor allem in technischen Dingen querzudenken, haben wohl auch dazu geführt, dass Gerhard sich, sobald es ging, mit einer Baufirma selbstständig gemacht hat.“ Die Bauwerke, die Gerhard Bossow umgesetzt habe, würden noch in vielen Jahren Zeugnis geben von seinem Wirken.

Per Handschlag und ohne Bürokratie

Mario Galepp, Stadtvertreter (Bürger für Barth) und Vorsitzender des Barther Heimatvereins, äußert sich ebenfalls zum Tod. „Mit Gerhard Bossow verliert Barth ein Unikat und ich einen Freund. Ob Verein, Mensch oder Tier, Gerhard hatte für alle ein großes Herz. Bei Gerhard galt noch das gesprochene Wort und ein Handschlag, ohne viel Bürokratie.“ Gerhard Bossow habe nicht nur den Barther Heimatverein immer wieder mit Technik unter die Arme gegriffen. Der Barther Feuerwehr verschaffte er die erste Drehleiter und unterstützte auch das Technische Hilfswerk (THW) in Barth.

Ein langjähriger Freund des Verstorbenen war auch Egon Krenz. „Er hatte einen ausgezeichneten Gemeinschaftssinn. Sein Einsatz für das Gemeinwohl war lobenswert. Für andere da zu sein, gehörte zu seinem Wesen. Seine Zuverlässigkeit war sprichwörtlich. Freundschaft und Hilfsbereitschaft waren ihm hohe Werte“, berichtet der frühere DDR-Spitzenfunktionär, der Gerhard Bossow 1960 in der FDJ kennengelernt hatte und seitdem nicht aus den Augen verlor.

Retter der „Kronprinz“

Ein Erlebnis, das ihn mit dem Verstorbenen verbindet, bleibt dem ehemaligen Geschäftsführer der Barther Werft, Armin Pfeiffer, immer in Erinnerung. Am 3. Januar 1995 rettete er gemeinsam mit Gerhard Bossow das Schiff „Kronprinz“, das bereits seit Januar 1993 in der Grabow festsaß. Zahlreiche Bergungsaktionen zuvor waren aufgrund der geringen Wassertiefe gescheitert. Als Armin Pfeiffer am 3. Januar 1995 dann die Hochwasserwarnung im Radio hörte, zögerte er nicht lange. „Ich rief Gerhard Bossow an und wir fuhren gemeinsam mit unseren beiden Schleppern raus“, erinnert sich Armin Pfeiffer. „Gerhard war jemand, der jedem geholfen hat oder zumindest versucht hat, ihm zu helfen. Und das auch ganz uneigennützig.“

Auch Matthias Löttge erinnert sich gerne an Gerhard Bossow zurück. „Ich war zehn Jahre Bürgermeister in Barth und hatte in dieser Zeit sehr viel mit ihm zu tun. Ohne ihn gäbe es sehr viele Dinge in Barth nicht. Wenn jemand Hilfe benötigte, war er da. Ich bin ihm für seine Hilfe und Unterstützung unendlich dankbar.“

Anika Wenning

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