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Ribnitz-Damgarten Neue Freizeitanlage in Bodstedt soll Saisonverlängerung fördern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neue Freizeitanlage in Bodstedt soll Saisonverlängerung fördern
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13:44 09.05.2019
So soll die „Touristikinformation und Freizeitanlage“ in Bodstedt zwischen Hafen und Sportplatz aussehen. Quelle: Planer
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Fuhlendorf

Die 2018 erfolgte staatliche Anerkennung Fuhlendorfs als Erholungsort zeigt Konsequenzen. So wurde der Bestand an „touristisch Nutzbarem“ aufgenommen und als Grundlage für eine Kurabgabe bewertet. Noch vor den Kommunalwahlen am 26. Mai soll das Rechenwerk besprechungsreif sein. Außerdem modernisierte die Gemeindevertretung in der letzten Sitzung vor der Wahl die Gebührensatzung für den Hafen Bodstedt. Statt die Liegezeit täglich mit einem Euro pro Schiffsmeter abzurechnen, soll es auf dieser Basis zukünftig vier Staffelpreise mit jeweils unterschiedlichen Abschlägen gelten. So sollen beispielsweise alle „Kurzparker“ (bis 30 Tage) 90 Prozent des bisherigen 30-Tage-Preises zahlen, für „Dauerparker“ (ganze Saison vom 1. April bis 31. Oktober) fallen nur noch 50 Prozent des Preises an, der sich nach alter Formel für die maximale Tageszahl ergeben hätte. Die Nutzer geben bei Ankunft an, wie lange sie bleiben wollen. Das vereinfache den Mitarbeitern die Arbeit, die zu Beginn der Liegezeit gleich den Gesamtbetrag kassieren. Strom und Wasser werden dann aber nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet, die Slipgebühren bleiben unverändert.

Neubau-Projekt für 3,1 Millionen Euro

In den Zusammenhang mit der Prädikatisierung stellte die Gemeinde auch ihr Neubau-Projekt „Touristikinformation und Freizeitanlage“ in Bodstedt zwischen Hafen und Sportplatz vor. Das Gebäude mit insgesamt etwa 1100 Quadratmetern Nutzfläche kombiniert einen vielleicht 700 Quadratmeter großen Saal, der diversen „Indoor-Aktivitäten“ reichlich Raum bietet, mit einem kleinteiligeren Komplex, in dem unter anderem Sanitäreinrichtungen, Bibliothek und Touristinfo untergebracht werden sollen. Mit einem witterungsunabhängigen Spiel-, Sport-, Spaß- und Veranstaltungsangebot für Einheimische und Gäste könne man die ebenso erwünschte wie erwartete Saisonverlängerung bis in den Winter hinein befördern. „Erste Vorgespräche im Ministerium sind erfolgt, die Gemeinde soll die Unterlagen schnellstmöglich auf Fördermöglichkeiten prüfen lassen“, erklärte Bürgermeister Eberhard Groth den Stand der Dinge und hofft, auf „eine Belebung der Mitte“ Bodstedts. Die Projektkosten betragen insgesamt rund 3,1 Millionen Euro, etwa zwei Drittel davon seien in den Gemeindehaushalt bereits eingestellt, ergänzt das Bauamt Barth. Die Gemeindevertretung beschloss den Neubau einstimmig und beauftragte das Amt Barth Fördermittel zu akquirieren und das Bauvorhaben von der Planung bis zur Fertigstellung zu begleiten.

Der Beginn eines weiteren Neubaus, des Appartementhauses (knapp 60 Ferienwohnungen unter einem Rohrdach) vor Kranichsruh, rückt langsam näher, möglicherweise kann es im Herbst losgehen. Die Gemeinde hat der Zuwegung zugestimmt, der städtebauliche Vertrag sei in Arbeit. In Sachen Wasserwanderrastplatz Fuhlendorf mit Haus- und Sportbooten an öffentlich zugänglichem Steg, habe das Wirtschaftsministerium grünes Licht gegeben, allerdings müssten noch „umweltrechtliche Besonderheiten“ abgearbeitet werden, elf schwierige Punkte seien noch zu klären, hielt Groth auf dem Laufenden. Gute Chancen auf LEADER-Fördermittel räumt der Bürgermeister dem Projekt „Naturlehrpfad im Fuhlendorfer Wald“, ein, die Unterlagen lägen dem StaLU vor. Der einst von der Forst angelegte Pfad soll aufgearbeitet werden, ein großer und ein kleiner Rundweg sind geplant, die Forst habe fachliche Begleitung auch für Gäste angeboten.

Der Retter von Bodstedt

Eine Straße hat er schon, im Juni bekommt Joachim Gottfried Danckwardt (1759-1834) auch noch einen Stein. Der aus Barth stammende Bodstedter Pastor und frühere Hauslehrer von Ernst Moritz Arndt hatte 1807 sein Leben riskiert, um mehreren Bürgern den Kopf und Bodstedt vor der Brandschatzung durch die Franzosen zu retten. Nun fand sich ein Nachfahr aus Schweden, der Gedenkstein und Gestaltung der Umgebung (Bank, Fahnenstange, Papierkorb, Blumen) finanziert. „Dem Retter von Bodstedt 1807 Joachim Gottfried Danckwardt“ soll die Inschrift lauten, die der Steinmetz in den Fels am Bodstedter Hafen brennen soll.

Am 3. Juni um 9.30 Uhr soll der Gedenkstein eingeweiht werden. Der Sponsor kann zwar nicht selbst daran teilnehmen, aber weitere Nachfahren der Barther „Danckwardt-Dynastie“ werden erwartet.

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