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Ribnitz-Damgarten Neue Rolle: Intendant lässt Boddenbühne nicht im Stich
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neue Rolle: Intendant lässt Boddenbühne nicht im Stich
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11:14 31.05.2018
Martin Schneider: Designierter Intendant der Vorpommerschen Landesbühne.
Martin Schneider: Designierter Intendant der Vorpommerschen Landesbühne. Quelle: Carolin Riemer
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Barth

Mit Martin Schneider zieht nun einer der jüngsten Intendanten Deutschlands an die Spitze der Vorpommerschen Landesbühne. Neun Jahre lang leitete der 34-Jährige die Barther Boddenbühne, die neben den Spielstätten in Anklam, Zinnowitz und Heringsdorf zur Landesbühne gehört. Mit der OZ sprach der gebürtige Dresdner über neue Aufgaben, die Zukunft der Barther Bühne und über seinen geplanten Umzug. 

Herzlichen Glückwunsch, so einen jungen Intendanten gibt es in Deutschland wohl kein zweites Mal.

Martin Schneider: (lacht) Wenn Sie das sagen, wird es stimmen. 

Aber was bedeutet das für die Barther Boddenbühne? Lassen Sie die hiesigen Theaterfreunde nun im Stich?

Auf gar keinen Fall. Ich bin auch als designierter Intendant an zwei Tagen pro Woche in Barth präsent, die Stadt wird immer ein Stück Heimat bleiben und die Boddenbühne mehr als nur ein Beiboot der Vorpommerschen Landesbühne sein. 

Was verändert sich mit Ihrem neuen Amt denn nun konkret?

Mein Verantwortungsbereich wird größer, allein schon, weil ich jetzt die Verantwortung für 120 Mitarbeiter trage. Und die Spielpläne für Barth, Anklam, Zinnowitz und das Sommertheater ,Chapeau Rouge’ 

in Heringsdorf gestaltet werden müssen. Außerdem werde ich noch enger mit Lokal-, Kreis- und Landespolitikern zusammenarbeiten, um die finanzielle Situation der Landesbühne zu stärken. 

Also, mehr Bürokratie und weniger Schauspiel?

Auf der Bühne werde ich in der Tat weniger stehen. Die Zeit zum Text lernen fehlt in Zukunft. Fest steht aber: Egon aus der Olsenbande spiele ich dieses Jahr auf jeden Fall weiter - denn ich habe nicht vor, mich gänzlich vom Schauspiel abzuwenden. Ich werde auch nach wie vor das Sommerstück schreiben und auch das Silvesterstück inszenieren, da ändert sich vorerst nichts. 

Aber Sie geben Ihre Wohnung in Barth auf und ziehen im September nach Anklam, stimmt das?

Das ist richtig. Ich werde viel pendeln und Zeit im Auto verbringen. Ich sage ja gern, dass ich eigentlich einen Briefkasten am Auto haben müsste, weil ich so viel unterwegs bin. Ich werde aber auch ein Bett in Barth haben. Man sagt ja nicht umsonst, dass Schauspieler zum fahrenden Volk gehören. 

Wird es denn einen neuen Theaterleiter in Barth geben?

Nein, wir verzichten aus finanziellen Gründen auf einen neuen Leitungsposten in Barth. Ich bin lieber weiterhin selbst vor Ort. 

Reichen denn 24 Stunden am Tag, um alle Aufgaben zu erledigen?

Muss. Zusammen mit meinem Team haben wir die Aufgaben effektiv verteilt und probieren das zurzeit recht erfolgreich aus. Unser Theaterpädagoge Tobias Koralus und Petra Techow übernehmen beispielsweise viele Aufgaben. 

Zieht sich der bisherige Intendant Dr. Wolfgang Bordel denn komplett zurück?

Im September werde ich sein Büro in Anklam beziehen und er zieht sich als Intendant zurück, übernimmt dafür aber die Schulleitung an der Akademie in Zinnowitz und betreut unseren Theater-Nachwuchs. 

Gibt es Dinge, die Sie ändern wollen?

Die Fußstapfen, die Dr. Bordel hinterlassen hat, sind so groß, dass man darin baden könnte. Aber die Wege, die bisher eingeschlagen wurden, sollten unbedingt weiter begangen und ausgebaut werden. Das Wichtigste ist zunächst eine finanzielle Stabilisierung des Theaters. 

Hat Herr Schneider akute Wünsche?

Klar, dass uns ein sonniger Sommer bevorsteht zum Beispiel. Am 14. Juli ist schließlich Premiere für „Spuk am Donnerberg“. Die Proben laufen bereits und die Zuschauer sollten schon jetzt anfangen, sich auf das Stück zu freuen. 

Theaterleiter mit 25 Jahren

Nach dem Abitur in Dresden studierte Martin Schneider an der Theaterakademie der Vorpommerschen Landesbühne in Zinnowitz. Im Jahr 2009, mit gerade einmal 25 Jahren, übernahm er zusammen mit Juliane Botsch die Leitung der Barther Boddenbühne. Seit fünf Jahren führt er das Theater allein, arbeitet als Regisseur und schreibt Stücke. Am 1. Mai stellte ihn der Intendant der Vorpommerschen Landesbühne, Dr. Wolfgang Bordel, offiziell als Nachfolger vor. Bordel feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Dienstjubiläum.

Carolin Riemer

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