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Ribnitz-Damgarten Neuer „Meckelbörger“ offiziell eingeweiht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neuer „Meckelbörger“ offiziell eingeweiht
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14:35 20.12.2018
Bürgermeister Stefan Schmidt (stehend) und geladene Gäste feierten am Mittwoch die offizielle Einweihung des neuen "Meckelbörgers". Quelle: Robert Niemeyer
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Dettmannsdorf-Kölzow

Der Mut hat sich ausgezahlt. Dettmannsdorf hat eine neue Mitte, direkt an der Bundesstraße 104. Am Mittwochabend ist der renovierte und teilweise sanierte „Meckelbörger“ offiziell eingeweiht worden. Fast zwei Jahre hat es gedauert. „Es hat sich gelohnt. Wir sind alle sehr glücklich damit“, sagte Bürgermeister Stefan Schmidt zu den geladenen Gästen. Eine Gaststätte, eine Physiotherapie, eine „Schönheitswerkstatt“ sowie bald wohl auch ein Friseur haben dann unter dem Dach des ehemaligen Kulturhauses und nun Mehrfunktionsgebäudes Platz.

Dabei war der Weg weit und steinig. Nachdem die Gemeinde das verfallende Gebäude von einem Erben des verstorbenen Vorbesitzers gekauft hatte, kämpfte sie lange um Fördermittel, um das marode Gebäude auf Vordermann bringen zu können. Bekommen hat sie nichts. Was tun in solch einem Moment? Manche Gemeinde hätte sicherlich kapitulierend die Hände gehoben. Doch die Gemeinde Dettmannsdorf wollte nicht aufgeben, ging das Projekt auf eigene Faust an. „Es war keine leichte Entscheidung. Ich bin froh, dass die Gemeindevertretung damals geschlossen hinter dem Projekt stand“, sagt Stefan Schmidt. Damals, das war im August 2016.

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Fast zwei Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten am "Meckelbörger" in Dettmannsdorf. Quelle: Robert Niemeyer

Eine Kreditaufnahme und fast zweieinhalb Jahre später kann sich das Ergebnis sehen lassen. Eine Million Euro hat die Sanierung gekostet. „Was die reinen Baukosten angeht, ist das für eine Fläche von 1500 Quadratmetern extrem günstig“, sagt Marika Schmidt, Architektin für das Projekt. Bedenken müsse man dabei auch noch, dass während der Bauphase Asbest im Dach entdeckt worden war. Die notwendige, nicht eingeplante Schadstoffsanierung kostete allein rund 300000 Euro. Immerhin waren hierfür Fördermittel bereitgestellt worden. Doch durch die unvorhergesehenen Asbest-Probleme verzögerte sich die Fertigstellung auch um einige Monate. „Es war ein mühsames Projekt. Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass es so gut ausgeht“, so Marika Schmidt. Durch die Vermietung der Räume kommen die Baukosten wieder rein und sollen der Gemeinde langfristig auch Geld in die Kassen spülen.

400 Quadratmeter groß ist der Veranstaltungssaal. Quelle: Robert Niemeyer

„Es ist traumhaft, besser als gedacht“, freut sich Nicole Pieper über das Ergebnis. Sie und ihr Mann René Pieper betreiben das Restaurant und einen Catering-Service. Und das Ehepaar und seine Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. In den vergangenen Wochen fanden bereits die ersten Veranstaltungen statt, gestern beispielsweise im 400 Quadratmeter großen Saal das Gänse-Essen der Dettmanndorfer Schule mit 350 Kindern. „Und auch im Alltag wird das Restaurant sehr gut angenommen“, sagt Nicole Pieper. Der „Meckelbörger“: Ein neuer Treffpunkt für die Dettmannsdorfer.

René und Nicole Pieper betrieben das Restaurant im neuen Mehrfunktionsgebäude. Quelle: Robert Niemeyer

„Manchmal muss man halt unorthodoxe Wege gehen“, meint Stefan Schmidt. Dazu gehörte beispielsweise auch, dass bereits während der Bauphase Mieter in dem Gebäude ihrem Gewerbe nachgingen. Nicole Pieper: „Das war keine einfache Zeit.“ Doch es hat funktioniert. „Ich bin dankbar, dass alle den Stress überstanden haben und noch da sind“, so der Bürgermeister.

Der Gemeinde werde der neue „Meckelbörger“ einen enormen Schwung bringen. „Wir haben etwas für unsere Bürger getan, eine Infrastruktur geschaffen, die das Leben angenehmer macht.“ Schmidt dankte vor allem den Baufirmen. Die Gemeinde hatte darauf geachtet, Handwerker aus der Region mit den Arbeiten zu beauftragen. Auch die Amtsverwaltung Recknitz-Trebeltal ließ er nicht unerwähnt. Denn auch hier sei die Betreuung des Projektes mit besonderen Herausforderungen verbunden gewesen.

Und Herausforderungen soll es auch in den kommenden Jahren geben. Denn der „Meckelbörger“ sei laut Stefan Schmidt auch eine gelungene Generalprobe gewesen. Künftig habe die Gemeinde noch einiges vor, unter anderem soll der alte Bahnhof saniert werden. Über den Schulförderverein sollen eine neue Turnhalle und eine neue Kita gebaut werden.

Robert Niemeyer

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