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Ribnitz-Damgarten Nobert-Schule: Eltern fordern Taten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Nobert-Schule: Eltern fordern Taten
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16:54 24.04.2018
Eines der drei Gebäude der Nobert-Schule in Barth. Der Elternrat beklagt mangelnden Brandschutz.
Eines der drei Gebäude der Nobert-Schule in Barth. Der Elternrat beklagt mangelnden Brandschutz. Quelle: Susanne Retzlaff
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Barth

Der Elternrat der Nobert-Grundschule in Barth (Vorpommern-Rügen) geht auf die Barrikaden. Der Grund ist der mangelnde Brandschutz des Schulgebäudes. Mit einem Schreiben hat sich der Elternrat jetzt an die Politiker der Stadt gewandt. So würden Gutachten belegen, dass der Brandschutz nicht ausreiche. Zudem gebe es zu wenige Raumkapazitäten, die Lernbedingungen seien dementsprechend schlecht. „Die Stadt betreibt die Schule seit Jahren mit einer Ausnahmegenehmigung vom Brandschutz. Um welchen Preis?“, heißt es vom Elternrat.

„Vertröstet und für dumm verkauft“

Die Kritik richtet sich dabei vor allem an die Stadtverwaltung. „Leider werden wir immer nur vertröstet und manchmal auch für dumm verkauft“, heißt es in dem Schreiben. Zudem zweifeln die Eltern daran, dass der Plan, die Liebknecht- Schule umzubauen, damit die Grundschule umziehen kann, aufgeht.

Zum Hintergrund: Die Stadt plant eine Zusammenlegung der Schulstandorte. Am Gebäude des Gymnasialen Schulteils am Standort Uhlenflucht soll ein Anbau entstehen. Danach steht ein Umzug des Regional-Schulteils dorthin an, damit verbunden ist eine Zusammenlegung beider Schulen zur Kooperativen Gesamtschule. Am Standort der Regionalen Schule sollen dann Grundschule und Hort einziehen.

Ob nach dem Umbau des Standorts Uhlenflucht „noch Mittel für den Umbau der Liebknecht-Schule zur Verfügung stehen, ist zweifelhaft, da laut Bürgermeister alles knapp kalkuliert ist“, heißt es vom Elternrat, der befürchtet, dass die Grundschüler noch bis mindestens bis 2023 in dem sanierungsbedürftigen Gebäude bleiben müssen. „Die Schule ist schon seit mindestens 2013 nicht mehr tragbar. Das kann und darf so nicht sein.“

Zusage für Fördermittel erwartet

Er könne die Unzufriedenheit der Eltern nachvollziehen, sagte Barths Bürgermeister Dr. Stefan Kerth (SPD) auf Nachfrage. Gleichzeitig stellt er klar: „Das Schulprojekt steht bei uns auf Platz eins der Prioritätenliste.“ Sechs Millionen Euro Gesamtkosten stehen für den Umbau des Schulstandorts Uhlenflucht (4,9 Millionen Euro) und der Regionalschule Karl Liebknecht (1,1 Millionen Euro) im Raum. Beide Umbaumaßnahmen seien stets im Zusammenhang und vor allem vor dem Hintergrund des Zustands der Nobert-Schule betrachtet worden.

4,2 Millionen Euro an Fördermitteln hat die Stadt beim Land für das Gesamtpaket „Schulstandort Barth“ beantragt. 1,8 Millionen der Gesamtkosten sind Eigenmittel der Stadt. „Ich bin sehr optimistisch, dass eine positive Entscheidung fällt“, sagt Stefan Kerth. In den nächsten Wochen erwarte er eine entsprechende Nachricht aus Schwerin. Mit dem Umbau des Standorts Uhlenflucht könne dann 2019 begonnen werden.

Brandschutz rechtmäßig

Bis dahin muss die Nobert-Schule gehalten werden. „Das ist aktuell zwar nicht der Idealzustand, aber ein rechtmäßiger Zustand“, macht Kerth klar. So werden in diesem Jahr 30000 Euro in die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen an der Schule gesteckt. In Abstimmung mit dem Landkreis sei zuvor bereits eine Liste von Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes abgearbeitet worden, als Voraussetzung für eine Ausnahmegenehmigung, mit der das Gebäude bis 2020 als Grundschule genutzt werden kann.

Ein Problem: Vor 2021 sei mit einem Umzug der Grundschule nicht zu rechnen. Mit dem Landkreis sei rechtzeitig zu klären, ob die Ausnahmegenehmigung verlängert werden kann.

Stefan Kerth will nun Kontakt zum Elternrat der Grundschule aufnehmen, um in einem gemeinsamen Gespräch die Situation zu erläutern.

Niemeyer Robert