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Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Rasche-Orgel wird restauriert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Rasche-Orgel wird restauriert
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17:33 30.07.2019
Orgelbauer Andreas Hahn vor dem Spieltisch mit den für Rasche typischen von Hand bemalten Registerschildern. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Tauben haben ihren Kot hinterlassen und an vielen Stellen hat sich eine dicke Staubschicht gebildet. In einer Nische liegt ein Taubenskelett. Es ist unübersehbar, die Orgel der Ribnitzer Klosterkirche hat eine Grundreinigung nötig. Auch in technischer Hinsicht gibt es jede Menge zu tun, wie unter anderem etliche verbeulte Metall-Pfeifen zeigen. Bereits seit vielen Jahren ist das Kircheninstrument nicht mehr bespielbar. Das wollen Andreas Hahn und sein Kollege Steffen Hartmann von der Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH ändern. Sie haben mit Restaurierungsarbeiten begonnen.

Anteil an originaler Bausubstanz ist sehr hoch

Die Orgel der Ribnitzer Klosterkirche wurde 1839/1840 von Heinrich Rasche (1794 bis 1876) aus Rostock gebaut und ist das einzige erhalten gebliebene historische Kircheninstrument von Ribnitz. Heinrich Rasche war 1833 von Hamburg nach Mecklenburg gekommen. Von sieben seiner Orgelneubauten in Mecklenburg gingen zwei verloren. Was die Ribnitzer Orgel betrifft, so sei sie zwischen 90 und 95 Prozent original erhalten, schätzt Andreas Hahn. Zu den Teilen der Rasche-Orgel, die sich nicht erhalten haben, gehören die originalen Prospektpfeifen aus Zinn. „Sie mussten 1917 für die Kriegswirtschaft abgegeben werden. Später wurden die derzeit vorhandenen Prospektpfeifen aus Zink eingebaut. Wann das war, lässt sich nicht mehr feststellen. Sie sollen im Rahmen der nun anstehenden Restaurierungsarbeiten wieder durch Pfeifen aus Zinn ersetzt werden“, erläutert der Dresdener Orgelbauer.

Kircheninstrument soll im Sommer 2020 wieder erklingen

Während sich das Metallpfeifenwerk der Rasche-Orgel insgesamt in einem schlechten Zustand befindet, macht das Holzpfeifenwerk einen wesentlich besseren Eindruck. Allerdings ging die Zeit auch am Holzpfeifenwerk nicht ohne Spuren vorüber, so gibt es Holzwurmschäden an den gedrechselten Füßen, zum Teil weist es auch offene Leimfugen auf.

Ziel sei es, dass die Orgel im Sommer 2020 wieder in alter Schönheit erklingt, sagt Axel Attula, Vorsitzender des Freundeskreises Kloster- und Stadtgeschichte. Erst wenn sie restauriert sei, könne die Sanierung der Ribnitzer Klosterkirche insgesamt als abgeschlossen betrachtet werden.

Die 1839/40 von Heinrich Rasche erbaute Orgel der Ribnitzer Klosterkirche wird für 110 000 Euro gereinigt und restauriert. Quelle: Edwin Sternkiker

Angestrebt werde, möglichst nahe an das ursprüngliche Klangbild heranzukommen und wieder erlebbar zu machen, ergänzt Hahn. Bis dahin gibt es viel zu tun. Dazu gehört erst einmal eine gründliche Reinigung des Orgelinneren, einschließlich sämtlicher Pfeifen. Schon das sei eine sehr aufwändige Arbeit, so der Orgelbauer. Dann folgen die Arbeiten im technischen Bereich, dazu gehören unter anderem Arbeiten an den Windladen und der Balganlage, am Pfeifenwerk, der Traktur, dem Spieltisch und dem Prospekt. Das Orgelwerk wurde in der vergangenen Woche ausgebaut und wird nun in den Werkstätten der Orgelbaufirma Jehmlich in Dresden instand gesetzt.

Selbstspieleinrichtung wird eingebaut

Die Kosten für die Reinigung und Restaurierung belaufen sich auf insgesamt 110 000 Euro. Der größte Teil des Geldes kommt aus dem Fördertopf der Europäischen Union zur Stärkung ländlicher Räume (Leader). Mit 10 000 Euro beteiligt sich der Freundeskreis Kloster- und Stadtgeschichte, weitere 10 000 Euro stellt der Museumsverein des Deutschen Bernsteinmuseums zur Verfügung. Die Stadt als Eigentümerin der Kirche steuert ebenfalls Geld bei.

Man habe sich entschlossen, in Verbindung mit den Restaurierungsarbeiten an der Rasche-Orgel auch eine elektrische Selbstspieleinrichtung für die Manualklaviatur einbauen zu lassen, erläutert Axel Attula abschließend. „Sie dient dazu, den Museumsbesuchern bei Bedarf die Orgel auch ohne einen Organisten klanglich präsentieren zu können.“

Edwin Sternkiker

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