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Ribnitz-Damgarten Polizei kontrollierte bis Montagnachmittag
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Polizei kontrollierte bis Montagnachmittag
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17:10 26.08.2019
Polizeikontrolle am Hauptabreisetag des Pangea-Festivals: Polizeihauptmeister Olaf Kutzmann aus Grimmen testet Damian auf körperliche Ausfallerscheinungen. Quelle: Anika Wenning
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Pütnitz

An der Hauptkontrollstelle der Polizei an der Flughafenallee auf der Halbinsel Pütnitz brannte am Sonntag die Luft. Und dafür sorgte nicht allein die Sonne und Temperaturen von über 30 Grad. Es war der Hauptabreisetag des Pangea-Festivals. 50 Polizisten waren allein am Nachmittag hier im Einsatz. Neben den auf Drogen spezialisierten Beamten waren auch Polizei-Fachhochschüler aus Güstrow vor Ort. Laut Veranstalter besuchten das About You Pangea-Festival in diesem Jahr rund 11 000 Besucher, dazu kamen etwa 1000 Mitarbeiter.

„Alle, die vom Gelände herunterfahren, müssen hier entlangfahren“, erklärte Polizeioberkommissarin Jennifer Fischer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, die Wahl des Standortes. Zehn Halteboxen waren eingerichtet, um dort Fahrer und Fahrzeuge zu kontrollieren. „Die Kollegen haben ein Auge dafür, wen sie herauswinken“, sagte Jennifer Fischer. „Das hat viel mit dem Erfahrungsschatz zu tun.“ Aber natürlich könne man bei so einer Großkontrolle nicht verhindern, dass auch der ein oder andere auch durchrutsche.

Polizei testete Verkehrstüchtigkeit

Die Polizisten kontrollierten zunächst bei den Fahrzeugführern körperliche Ausfallerscheinungen. So mussten diese unter anderem mit geschlossenen Augen nach oben schauen und 30 Sekunden schätzen. „Man sieht daran, ob der Stand sicher ist oder ob der Betroffene wankt und ob derjenige ein Zeitgefühl hat“, erklärte die Polizeioberkommissarin das Prozedere.

Auch Rauschmittelspürhunde waren bei der Polizeikontrolle im Einsatz. Quelle: Anika Wenning

Auch der Atemalkohol wurde bei den Fahrern gemessen, in einigen Fällen wurde ein Urintest gemacht oder Blut abgenommen. „Für die Blutabnahme haben wir extra einen Arzt vor Ort“, sagte Jennifer Fischer. Die Proben werden zur Gerichtsmedizin nach Greifswald gebracht. Alle Tests seien freiwillig. Rauschmittelspürhunde waren bei den Kontrollen ebenfalls im Einsatz. Neben den Kontrollen zur Verkehrstüchtigkeit der Teilnehmer sowie ihrer Fahrzeuge, war es auch Aufgabe der Polizei, Stau möglichst zu verhindern. Als sich am Sonntagnachmittag bereits ab der Waldstraße in Damgarten bis zum Abzweig zur B 105 der Verkehr staute, leiteten die Beamten den Verkehr über Saal um, um die Strecke zu entlasten. Die Ampel an der B 105 wurde kurzzeitig abgeschaltet und der Verkehr per Hand reguliert. Mit Erfolg. Kurze Zeit später floss der Verkehr wieder.

Mobile Wache auf dem Gelände

Oliver Habel von der DLRG in Grimmen war Einsatzleiter beim Pangea-Festival auf Pütnitz. Quelle: Anika Wenning

Erstmals gab es in diesem Jahr auch eine mobile Wache auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes. „Das Sicherheitskonzept wurde zusammen mit dem Veranstalter ganz neu aufgestellt“, erklärte Jennifer Fischer. Dabei habe man sich auf positive Erfahrungen bei anderen Festivals berufen.

Alle Beteiligten, wie Polizei, Veranstalter, Sicherheitsdienste, Sanitätsdienst, Rettungsschwimmer, Feuerwehr und das Ordnungsamt der Stadt, hätten sehr eng zusammengearbeitet. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war allein mit 51 ehrenamtlichen Einsatzkräften, zwei Rettungswagen und zwei Booten vor Ort. „Wir haben mehr als 340 Patienten behandelt“, erklärte Oliver Habel von der DLRG Grimmen, der die Leitung des gesamten Einsatzes übernahm, am Sonntagnachmittag. 26 Patienten mussten ins Krankenhaus überwiesen werden. Ein Festivalbesucher wurde am Freitag schwer verletzt und musste mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden.

An allen Festivaltagen – von Donnerstag bis Sonntag – gab es zwei Mal am Tag Lagebesprechungen in der Einsatzleitstelle. Vorbereitet sei auch ein Krisenstab gewesen, der im Ernstfall, unter anderem bei einem Großbrand, Unwetter oder einer Bombendrohung, einberufen worden wäre. Dazu sei es aber glücklicherweise nicht gekommen.

Bilanz der Polizei

Noch bis zum frühen Montagnachmittag führte die Polizei Kontrollen durch. Und das ist die Bilanz: Insgesamt wurden 43 Fahrzeugführer aus dem Verkehr gezogen, die unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen. Weitere zwei Verkehrsteilnehmer überschritten die 0,5 Promillegrenze. Ein kontrollierter Kraftfahrzeugführer war nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis. Gegen 56 Personen leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. In der mobilen Wache wurden fünf Strafanzeigen gestellt, zwei Körperverletzungsdelikte, zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und eine Sachbeschädigung.

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Von Anika Wenning

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