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Ribnitz-Damgarten Premiere beim Pfingsttreffen: Panzer plättet Kleinwagen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Premiere beim Pfingsttreffen: Panzer plättet Kleinwagen
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14:57 10.06.2019
Dieser Kleinwagen musste beim Pfingsttreffen auf Pütnitz dran glauben. Quelle: Susanne Retzlaff
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Pütnitz

Bisher wollte Laura nur eines: reiten. Seit Sonntag aber haben die Ponys bei der Sechsjährigen Konkurrenz bekommen: Panzer! Eher zufällig war Familie Seidelmann aus dem bayerischen Aichach bei ihrem ersten Ostseeurlaub auf das Pütnitzer Pfingsttreffen geraten und – begeistert. Der Rundgang hatte kaum begonnen, da packte Papa André die Wiedersehensfreude: „Krass, mit solchen Ikarus Gelenkbussen bin ich noch mitgefahren, die schaukelten wie ein Schiff. Und so einen Wartburg hatte mein Vater, mit dem sind wir in der Wendezeit nach Berlin gefahren!“

André Seidelmann ist in der Nähe von Leipzig aufgewachsen und eben mit Familie in Halle 2 angekommen ist. Dort steht auch das Lkw-Modell, das sein Vater, früher Kraftfahrer, einst fuhr. Söhnchen Niklas wirft derweil einen kritischen Blick auf den roten Kinderwagen mit den großen Fenstern und den schmalen Rädern, bleibt aber seiner geländegängigen Karre treu, während Tochter Laura die Flugzeuge unter dem Hallendach entdeckt hat, Mama Daniela lächelt verständnisvoll.

Selbst ans Steuer

„Ich höre Kraft“, ortet André Seidelmann das Bullern eines Ural-Gelände-Lkw und steuert den Geländeparcours an. „Und den darf ich selber fahren?“ Nachdenklich lässt er seinen Blick über Gipfel und Täler schweifen, verfolgt zwei Runden. „Ich will mit“, strahlt Laura. „Ich nicht“, lacht Daniela und gönnt den beiden ihren Spaß: „So etwas macht man vielleicht nur einmal.“ Schon sind sie an der Reihe. Schalten muss er nicht, gefahren wird nur im zweiten Gang, ein Experte sitzt zwischen Vater und Tochter im Lkw. Die Reifen fressen sich durch die Pfützen, Seidelmann gibt ordentlich Gas, um die steile Steigung zu schaffen. Der Ural erscheint mit Schwung auf dem Hügel, richtet sich steil in den Himmel und erlaubt einen kurzen Blick von unten auf Vorderachse und Motorraum. Daniela Seidelmann schluckt. Oben sieht man nur noch in den Himmel hinter der Motorhaube, wenig später schaut man in den Abgrund, wenn sich die Fahrzeugschnauze auf der Kuppe wieder absenkt, wird ihr Mann diesen Moment später beschreiben. „Das kann keiner nachempfinden, das war klapprig, unbequem und hat riesigen Spaß gemacht!“ Und Laura lächelte immer locker aus dem Beifahrerfenster.

Mit dem Amphibienfahrzeug aufs Wasser

So toll sollte es weiter gehen. Mit dem Panzer rumpelten die beiden „ziemlich zackig durchs Gelände, das war krass.“ Und Laura fand es noch ein bisschen toller als die Ural-Fahrt. „Aber ich hatte drei Abenteuer“, betont die Sechsjährige, da gab es nämlich noch den Ausflug im Amphibienfahrzeug, und der war auch etwas für die Mama. Eher moderat wälzte sich das Kettenfahrzeug PTS-M in den See zu einer entspannten Schwimm-Runde. Es gab nur einen Ruck, als das Fahrzeug wieder an Land aufsetzte, beschreibt Laura, die sich nach diesen Erfahrungen nicht so spontan für die Bimmelbahn begeistern konnte wie der fünfjährige Theo Ole, der mit seinem Papa Olaf Schaefer aus Schwerin gekommen war. Trotz Panzererfahrung genießt der Kleine die gemütliche Fahrt mit Zugführer André Menzel im Kinderdorf, der gerade die Eisenbahnabteilung des Technikvereins aufbaut: „Viele Kinder wissen ja nicht einmal mehr wie ein Schaffner aussieht.“

Und was war für den Pütnitz erfahrenen Olaf Schaefer Höhepunkt der Veranstaltung? „Das Plattmachen des Kleinwagens“, antwortet der 54-jährige. Bei der Premiere auf dem Pfingsttreffen überrollte Vereinsmitglied Alex mit einem Panzer seinen ausrangierten Kleinen mehrfach. Eine spektakuläre Aktion, die bei manchen Freunden des geplätteten Models gemischte Gefühle hinterlassen haben mag und nach all' der Begeisterung für die rustikale Technik vielleicht kurz daran erinnerte, dass viele der Fahrzeuge nicht immer dem Vergnügen, sondern einst dem Militär gedient hatten.

Über 1000 Tagesgäste auf Pütnitz

Über 1000 Tagesgäste, rund 250 Teilnehmer und insgesamt 500 Fahrzeuge vom Ost-Trabant bis zum Ami-Lincoln seien an beiden Pfingsttagen gekommen, der Generalprobe freute sich Frank Müller-Meinke, Vorsitzender des Fördervereins Technik Museum Pütnitz über Wetter und Resonanz auf da Pfingsttreffen. Es gewinne immer mehr Bedeutung als Anlaufpunkt für Tagesfahrten und es seien auffallend viele Familien und junge Leute zu Gast. So sei auch das Kinderangebot um eine Hüpfburg erweitert worden. Gut angenommen würden die Ikarus-Fahrten, die Gelenkbusse seien interessante Ost-West-Übergangsmodelle.

„Also, ich fand es aufregend", fasst Laura ihren Pütnitz-Besuch zusammen und wenn man sie fragt, was ihr lieber ist, Pony oder Panzer, heißt es ganz klar „Beides!“

Über 1000 Tagesgäste kamen zu der Veranstaltung auf Pütnitz. Und den Besuchern wurde jede Menge geboten. Das Pfingstreffen fand bereits zum 12. Mal statt.

Susanne Retzlaff

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