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Ribnitz-Damgarten Politische Urgesteine in Zingst verabschiedet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Politische Urgesteine in Zingst verabschiedet
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18:53 13.05.2019
Nach jahrzehntelanger Arbeit in der Zingster Kommunalpolitik wurden während der letzten Zusammenkunft der Zingster Gemeindevertreter dieser Wahlperiode am Donnerstagabend Eckhard Lipke (2. v. li.) und Werner Moede (Mi.) in den politischen Ruhestand geschickt. Quelle: Timo Richter
Zingst

Die Bautätigkeit in dem Seeheilbad fünf Jahre vor der Wende bis heute hat Werner Moede maßgeblich mitbestimmt – als Gemeindevertreter, als Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeindevertretung und, ganz praktisch, als Maurermeister. Während der jüngsten Zusammenkunft der Gemeindevertreter wurde der 81-Jährige in den politischen Ruhestand verabschiedet. Ihm gleich erging es Eckhard Lipke, zweieinhalb Jahre lang Bürgermeister in Zingst und seit vielen Jahren der Vorsteher der Gemeindevertretung.

Während der letzten Zusammenkunft der Gemeindevertreter in dieser Wahlperiode erinnerte Eckhard Lipke vor allem an seine Erfahrungen als Bürgermeister. „Das war eine schwierige Zeit, die war dazu angetan, die Lust auf solche Ämter zu verlieren.“ Dazu kam die Verdoppelung der Bettenkapazität des Zingsthofes, dessen Leitung er innehatte. 29 Jahre, nachdem er angetreten war, „etwas zu tun“, freut sich Eckhard Lipke auf einen politischen Unruhestand. Für die künftige Wahlperiode versprach er, nicht alles besser zu wissen.

Ortsmodell im Kopf

Werner Moede kam 1946 nach Zingst, lernte das Mauerhandwerk und baute sich in Gedanken nach und nach ein Modell einer Bebauung, dem das Seeheilbad heute in weiten Teilen entspricht. Schon früh als Mitglied des früheren Kulturbundes mit dem Denkmalschutz betraut, entwickelte er sein Modell, das für seine politischen Entscheidungen jeweils Vorbild war. Wichtigster Punkt war die Bebauung der Seestraße mit größeren Villen. „Das war immer die „Villenstraße“, sagt er heute. Trotz mancher Kritik, die ihm sein Handeln einbrachte, ist Werner Moede bei seinem Modell geblieben. „Zingst ist ein schöner Ort, der trotz großer Bebauung immer noch gut aussieht“, betonte er während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung.

Das Bauen hatte für Werner Moede stets eine besondere Bedeutung. Maurer waren zu DDR-Zeiten gefragte Leute, damals beherrschten nur etwa 30 Männer in dem Ort das Handwerk. Möglichst viele, so seine Vorstellung, sollten ein eigenes Haus haben. „Das ist, als ob ein Baum Wurzeln schlägt.“ So hat er dafür gesorgt, dass schon früh viele kleine Häuser in Zingst entstehen konnten. „Ich habe alle gleich behandelt. Aber für die Zingster hatte ich immer etwas mehr übrig“, sagt er heute und lässt sich eine gehörige Portion Schlitzohrigkeit nicht absprechen.

Garagen wurden Sommerhäuser

Früher gab es die Baukommission. Die hatte sich mit Kleintierhaltung, Gartenlauben und Garagen zu befassen. Und was ist gestehen: Fast jeder Hühnerstall, etliche Garagen und Lauben wurden kleine Sommerhäuser für Touristen.

Wenn Werner Moede heute zurückblickt, erzählt er gerne vom Bau des Karl-Marx-Denkmals auf dem heutigen Postplatz. Diese Aufgabe sollte er, CDU-Mitglied, für die Genossen erledigen. Gemacht, getan. Und ganz nebenbei hat er in diesem Zusammenhang auch das alte Kriegerdenkmal mitsaniert, dessen Standfestigkeit wegen kaputter Fugen litt. Das alte, damals ungeliebte Denkmal steht noch heute, Werner Moede hat erst vor fünf Jahren die Fugen erneuert und die Inschrift wieder sichtbar gemacht, das Karl-Marx-Denkmal wurde in der Wendezeit gestürmt. Das Relief Karl Marx’ ist seitdem unauffindbar. „Vielleicht hat es jemand in den Bodden geworfen.“

Anker mit Symbolkraft

Heute befindet sich an der Stelle ein Anker. Der hat dort vor allem für Werner Moede große Symbolkraft. Eine eigene Familie hatte er nie, die Zingster waren seine Familie, Zingst war sein Mallorca, wo er Urlaub machte, und Zingst ist das Haus, an dem er die meiste Zeit seines Lebens aktiv mitgebaut hat.

Widerstanden hat er den Forderungen nach der Wende nach immer größeren Gebäuden am besten auf der Düne. Werner Moede hatte stets seine Vorstellungen und den Rat von Kollegen aus Schleswig-Holstein, keine Bettenburgen am Strand zu bauen.

Timo Richter

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