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Ribnitz-Damgarten Pommerkogge „Ucra“ hat wieder Wasser unterm Kiel
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Pommerkogge „Ucra“ hat wieder Wasser unterm Kiel
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14:59 26.11.2019
Die Pommernkogge „Ucra“ wird in Barth zu Wasser gelassen. Der Travellift der Werft kann bis zu 180 Tonnen bewältigen. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Nach mehrmonatiger Liegezeit an Land ist am Montag in der Barther Schiffswerft die Torgelower Pommernkogge „Ucra“ zu Wasser gelassen worden. Der Aufenthalt auf dem Trockenen war notwendig, weil zur Verbesserung der Manövriereigenschaften eine neue Antriebs- und Wellenanlage eingebaut werden musste. Die Mitglieder des Traditionsschiffvereins „Ucra – die Pommernkogge“ hatten die Gelegenheit genutzt, um in paralleler ehrenamtlicher Tätigkeit auch das Unterwasserschiff zu überholen.

Am Ende dauerte der Ausflug an Land doch etwas länger, als die Auftraggeber ursprünglich geplant hatten. Vereinsvorsitzender Lothar Hoffmann machte dafür aber nicht die beteiligten Unternehmen verantwortlich, sondern sieht den Grund eher in der Unerfahrenheit des Vereins als Auftraggeber einer Werftleistung. Bei der Kalkulation hätte man nur die geschätzte Arbeitsdauer der einzelnen Positionen addiert, aber die gegenseitige Abhängigkeit aller Gewerke und das unvorhergesehene Auftreten von Problemen außer Acht gelassen.

Berufsschifffahrt hat Vorrang

Werftmitarbeiter Edwin Reske senkt die laut Display 147,5 Tonnen schwere Kogge in den Slipgraben hinab: „Es war das schwerste Holzschiff, dass ich jemals in den Gurten hatte.“ Quelle: Volker Stephan

„Man muss auch einsehen, dass die Firmen Kunden aus der Berufsschifffahrt, die mit ihren Fahrzeugen auf Gewinnerwirtschaftung angewiesen sind, vorrangig behandeln. Da sollten wir als Traditionsschiffer etwas zurücktreten und uns in Geduld üben.“ Aus Gründen der Kostenersparnis habe man übrigens die gesamte Organisation und Baubegleitung des Vorhabens selbst in die Hand genommen, statt einen teuren Spezialisten zu beauftragen. Koggenkapitän Werner Löwe habe hier in den vergangenen Monaten Außerordentliches geleistet, lobte Lothar Hoffmann. Ausdrücklich dankte er den Mitarbeitern der Schiffswerft Barth für die Gastfreundschaft und die vorbildliche Zusammenarbeit – ebenso den Motorenfachleuten der Warnow-Werkstatt Paap und Sohn.

In den nächsten Tagen stehen die Inbetriebnahme der Maschinen- und Wellenanlage, ihre Erprobung im Stand- und Fahrtregime sowie die Einweisung der Verantwortlichen in die Bedienung und Wartung auf dem Arbeitsplan der Besatzungsmitglieder. Die waren bereits zum Sliptermin anwesend und verfolgten das Absenken des Schiffskörpers gespannt. Kaum im Wasser, gingen sie an Bord der Kogge, um den Rumpf nach undichten Stellen abzusuchen. Kleine Rinnsale sind bei einem Holzschiff nach einem Sommeraufenthalt an Land unvermeidbar, die betroffenen Stellen zwischen den Planken ziehen sich aber im Wasser binnen einiger Stunden wieder dicht.

Kogge macht schon bald Kurs auf Heimathafen

Und weil das Schiff auch schon von der Berufsgenossenschaft Verkehr mit positivem Ergebnis abgenommen wurde, soll es Kurs auf den Heimathafen Ueckermünde nehmen, sobald die restlichen Tests ohne Beanstandungen verlaufen sind und die Wetterprognose für den windanfälligen Rumpf günstig ist. Lothar Hoffman hat dafür drei bequeme Tagesetappen veranschlagt.

Die erste Ausfahrt unter Segeln auf dem heimischen Revier, dem Oderhaff, sei zum Beginn der kommenden Saison geplant. Satzungsgemäße Vereinsziele sind dabei die Förderung der Jugendhilfe, der Denkmalpflege und der Geschichtsvermittlung (Hansezeit). „Gegenwärtig haben wir etwa 20 Vereinsmitglieder in einem Durchschnittsalter von 60 plus. Wenn wir mit den regelmäßigen Fahrten beginnen, rechnen wir mit weiteren Eintritten, aus denen wir unsere Stammbesatzungen komplettieren können“, so die Hoffnung des Vorsitzenden. Wenn alles wunschgemäß verlaufe, könnte seiner Vorstellung nach die erste größere Reise im Juni zum internationalen Koggentreffen nach Wismar führen.

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