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Ribnitz-Damgarten Preisgekröntes schlaues Haus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Preisgekröntes schlaues Haus
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08:48 14.02.2019
Das Haus Seestück in Prerow. „Ein Spitzenklasse-Smart-Home“, sagt Elektromeister Martin Backmeyer. Quelle: Privat
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Ribnitz-Damgarten

Die Haustür geöffnet, von selbst geht das Licht an, Musik erklingt, ohne auch nur einen Schalter betätigt zu haben. Soll es am Abend am Kamin etwas romantischer sein, so reicht ein Tastendruck und sämtliche Lampen werden passend zur Stimmung gedimmt. Die Lüftung im Bad ist an einen CO2-Melder gekoppelt und schaltet sich automatisch ein und aus. Das Rohrdachhaus Seestück in Prerow, ein Haus, dass alles selber kann. „Ein Spitzenklasse-Smart-Home“, sagt Martin Backmeyer, Geschäftsführer der Elektroanlagen Borchert GmbH, sichtlich stolz. Und mit diesem schlauen Heim hat das Ribnitz-Damgartener Unternehmen über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Auf der GET Nord, der wichtigsten Fachmesse für Elektro, Sanitär, Heizung und Klima in Norddeutschland, sind Martin Backmeyer und seine Mitarbeiter mit dem Lichtpreis in der Kategorie „Komplexe Lichttechnik“ ausgezeichnet worden. Norddeutscher Meister des Lichts, sozusagen.

Der Küchenbereich des Hauses Seestück. Quelle: privat

Gleich im ersten Anlauf hat es geklappt, zum ersten Mal hatte Backmeyer ein Projekt für den Wettbewerb eingereicht. „Ich wusste, dass das Projekt Potenzial hat“, sagt der 32-Jährige, „Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass wir uns gegen den Konkurrenten durchsetzen.“ Zweiter Finalist in der Kategorie „Komplexe Lichttechnik“ war das „Lighthouse“, ein Wohn-Leuchtturm in der Hamburger Hafen-City. In vier Kategorien wurde der Lichtpreis vergeben.

Doch die Komplexität des Prerower Gebäudes hat die Jury überzeugt. Neun Gewerke sind im Seestück laut Backmeyer zentral verbunden, fast alle Bereiche wie Heizung, Licht, Sicherheitstechnik und Lüftung sind automatisiert. Verschiedene Lichtstimmungen sind vorprogrammiert, die per I-Pad steuerbar sind. 60 Meter LED-Streifen sorgen im ganzen Haus für indirekte Beleuchtung. 60 Arbeitsstunden hat allein die Planung gedauert. „Es macht Spaß, gemeinsam mit dem Bauherren und dem Architekten solch eine komplexe Installation zu entwickeln.“ Dabei habe es hohe Anforderungen gegeben wie beispielsweise die Verteilung der Musik in allen Räumen. Ein aufwändiges Projekt. „Und wenn alles eingebaut ist, programmieren wir das Haus nochmal“, sagt der Firmenchef. Der Lichtpreis sei nun das i-Tüpfelchen, Anerkennung der Teamarbeit.

Elektromeister Martin Backmeyer bei der Preisverleihung. Quelle: privat

2011 hat sich das Unternehmen auf Smart-Homes spezialisiert. Backmeyer, der 2002 bei Elektroanalgen Borchert seine Lehre begann und diese 2006 abschloss, besuchte Schulungen, sammelte Qualifikationen und Erfahrungen, die er an seine Kollegen weitergab. 2015 übernahm er das Unternehmen, nachdem Firmengründer Ulrich Borchert in Rente gegangen war. Elf Mitarbeiter beschäftigt der 32-Jährige, dazu zwei Lehrlinge. „Die Auftragslage ist gut, manchmal so gut, dass wir Aufträge ablehnen müssen“, sagt Backmeyer.

Intelligente Häuser wie das in Prerow liegen dabei im Trend. Mit einem Aufpreis von etwa 14000 Euro bei einem kleineren Haus sei ein Smart Home zu haben. Bei aufwändigeren Projekten wie in Prerow würde allein die Smart-Home-Installation etwa 60000 Euro kosten. „Aber es geht auch noch mehr“, so der Elektromeister. Aktuelles Projekt ist ein ehemalige Künstlerhaus in Ahrenshoop, das restauriert wird. Hier werden beispielsweise die Musikboxen in der Wand versteckt. Vielleicht ja das nächste preisverdächtige schlaue Haus.

Smart Home

Der Begriff Smart Home dient als Oberbegriff für technische Verfahren und Systeme in Wohnräumen und -häusern, um die Wohn- und Lebensqualität und Sicherheit zu erhöhen und Energie effizienter zu nutzen. Charakteristisch für ein schlaues Haus ist die Vernetzung von Haustechnik und Haushaltsgeräten, wie zum Beispiel Lichtquellen, Jalousien, Heizung, aber auch Herd, Kühlschrank und Waschmaschine, und auch die Vernetzung von Komponenten der Unterhaltungselektronik, etwa durch die zentrale Speicherung und heimweite Nutzung von Video- und Audio-Inhalten. Von einem Smart Home spricht man insbesondere, wenn sämtliche im Haus verwendeten Leuchten, Taster und Geräte untereinander vernetzt sind, Geräte Daten speichern und eine eigene Logik abbilden können. Viele Vorgänge sind automatisiert, aber auch über das Internet, etwa per App, steuerbar.

Robert Niemeyer

Die Verträge für die Ausrichtung der beiden Veranstaltungen im Ribnitzer Hafen seien zunächst für ein Jahr abgeschlossen worden. „Wir möchten mit beiden Agenturen Erfahrungen sammeln“, sagt Ribnitz-Damgartens Tourismusmanagerin.

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