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Ribnitz-Damgarten Prerow: Anlieger gegen Straßenbau in historischem Zentrum
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Prerow: Anlieger gegen Straßenbau in historischem Zentrum
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15:24 26.04.2019
Die Alte Straße sowie die Hirtenstraße in Prerow gehören zu denen, die noch in diesem Jahr saniert werden sollen. Quelle: Timo Richter
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Prerow

 Was wollen die Prerower – alte Sandwege oder eine Asphaltstraße? Während der Vorstellung des geplanten Ausbaus für die Alte Straße und die Hirtenstraße im ursprünglichen Zentrums des Ostseebades prallten ganz unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Weil in der Sitzung der Gemeindevertretung kein Übereinkommen erzielt werden konnte, haben die Gemeindevertreter den Ausbau der Sandwege zurück in den Bauausschuss verwiesen.

Auf die lange Bank kann Prerow den Ausbau der zu den ältesten Straßen auf dem Darß zählenden Wege nicht schieben, locken doch Fördermittel in Höhe von 360 000 Euro für einen zügigen Ausbau. Wie zuletzt in Prerow üblich soll ein von einer Wasserrinne unterbrochenes Asphaltband entstehen. Doch schon da regte sich Widerstand bei Anliegern. Prerows Historie werde unter Asphalt beerdigt, wetterte ein Anlieger – „das ist ein Frevel“.

Auch andere Anlieger wollten lieber den alten Zustand der Straßen bewahrt wissen, als an einer „schicken Straße“ zu wohnen. Auch Kosten für den Ausbau spielten bei den Kritikern eine Rolle.

Kritik an geplanter Heckenholzung

Vor allem aber der erforderliche Eingriff in Einfriedungen brachte die Betroffenen auf die Palme. Eine Neuvermessung des Areals förderte einige Differenzen zu den althergebrachten Grenzverläufen zutage. Heißt in der Konsequenz: Lang gewachsene Hecken müssten für den Straßenbau verschwinden, dazu drei Bäume, denen ein Gutachten keine lange Standzeit zugeschrieben hat.

Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft) mühte sich redlich, den Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen. Henry Plotka (Prerows Zukunft) zeigte sich gar verwundert, werde doch immer wieder der Ausbau von Straßen und Wegen in dem Ostseebad gefordert. Nun sollten die Sandwege bleiben – „aber immer schön glatt“. Ralf Lohmeyer (Gewerbeverein) plädierte für den Erhalt historisch entstandener Zustände in dem Bereich, der Keimzelle einer Entwicklung Prerows ist.

Geplant ist, die Alte Straße und die Hirtenstraße als Asphaltstraßen auszubauen. Die bestehende direkte Anbindung an die L 21 soll demnach gekappt werden, künftig nur noch im Notfall nutzbar sein. Bereits zugesagt ist eine 65 Prozent-Förderung. Geplant ist, die insgesamt rund 350 Meter lange Strecke noch in diesem Jahr zu vollenden. Im Bauausschuss, das Gremium tagt Anfang Mai, sollen die Kritikpunkte behandelt werden.

Einigkeit in Gemeindevertretung

Einigkeit innerhalb der Gemeindevertretung aber auch im Publikum gab es zu den Planungen für zwei weitere Vorhaben, die beide ebenfalls noch in diesem Jahr beginnen sollen: die Sanierung der Marienstraße sowie den Ausbau eines Teils des Mittelweges und Dünenweges zu einer Fahrradstraße. Ablaufrinne innerhalb des Straßenkörpers – kein Problem. Nur die Frage, ob in dem gut 240 Meter langen ersten Sanierungsabschnitt ein Hydrant aufgestellt wird, bewegte die Gemüter. Seitens der Planer hieß es, dass die Boddenland GmbH als Wasserversorger nicht in der Lage sei, überall Wasser für Feuerlöschzwecke zur Verfügung zu stellen. In der Marienstraße seien die neu zu verlegenden Trinkwasserleitungen zu klein. Der Bereich werde über andere Hydranten abgesichert. Die Gemeindevertreter stimmten der Planung einmütig zu.

Ganz neu in Prerow wird eine Fahrradstraße entstehen. Zwischen dem Parkplatz am Hafen und dem Radweg auf dem Deich werden dann „Pedalritter“ Vorfahrt genießen. Größtes Problem in Mittelweg und Dünenweg ist das Wegführen von Niederschlagswasser. Das soll über einen Versickerungsgraben erfolgen. Grundsätzliche Zweifel meldete der Seniorenbeirat an. Die überall in granitpflasterweise geplanten Grundstückszuwegungen seien für Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen nur schwer zu benutzen. Gebaut werden soll ab September bis April kommenden Jahres. Ein Förderantrag ist gestellt.

Timo Richter

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