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Ribnitz-Damgarten Prerow investiert in Ausbau der touristischen Infrastruktur
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Prerow investiert in Ausbau der touristischen Infrastruktur
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11:31 20.02.2019
Prerows Kurdirektor Lothar Jaeschke präsentierte am Dienstag die wichtigsten Kennzahlen des zurückliegenden Jahres. Quelle: Timo Richter
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Prerow

Ein millionenschweres Investitionsprogramm hat der Prerower Kur- und Tourismusbetrieb vor der Brust. 14,11 Millionen Euro sollen in diesem und den beiden nächsten Jahren in den Ausbau der touristischen Infrastruktur des Ostseebades gesteckt werden. Die Zahlen nannte Kurdirektor Lothar Jaeschke am Dienstag während der Saisonauswertung.

Noch in diesem Jahr rechnet der Kurdirektor mit Ausgaben in Höhe von mehr als 4,6 Millionen Euro. Gut fünf Millionen Euro stehen für das kommende Jahr im Plan, 2021 sollen es immer noch gut 3,4 Millionen Euro sein, mit dem Prerow neue Angebote schaffen und bestehende auf aktuellen Stand bringen will.

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22 Projekte mit Bau des Inselhafens beschlossen

Im Wesentlichen stammen die Vorhaben aus einem 22 Punkte-Plan, den die Gemeindevertreter im Zusammenhang mit dem Bau des Inselhafens in Verlängerung der Seebrücke beschlossen hatten. Während eines mehrtägigen Workshops konnten sich Einwohner des Ostseebades Gedanken machen, welche Infrastrukturprojekte im Zusammenhang mit dem Ersatzbau für den Nothafen Darßer Ort in der Kernzone des Nationalparks entstehen sollen. Landes-Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte eine großzügige Förderung der Projekte zugesagt.

Während Lothar Jaeschke mit dem Beginn der Bauarbeiten für den Inselhafen nach der Saison des kommenden Jahres rechnet, haben erste begleitende Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur bereist begonnen. So soll beispielsweise die Freilichtbühne auf Vordermann gebracht werden. Dort soll ein Funktionsgebäude entstehen, zudem eine Überdachung der Sitzplätze. Bereits auf den Weg gebracht wurde eine Ausschreibung für den Neubau einer kombinierten Veranstaltungs- und Sporthalle.

Sanierung und Erweiterung des Darß-Museums größter Posten

Mit geplanten Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro ist die Erweiterung des Darß-Museums größter Posten im Investitionsplan des Kur- und Tourimusbetriebs. Das bei Besuchern beliebte Museum soll zur Südseite, also zur Hülsenstraße hin einen neuen Ausstellungspavillon erhalten. Zudem muss das 1953 eröffnete Museum saniert werden.

Museumsmitarbeiterin Doris Pagel hatte die Bedeutung des Darß-Museums mit Zahlen untermauert. Trotz eines Super-Sommers sind deutlich mehr als 16 200 Besucher gezählt worden. Das entspricht annähernd der Gästezahl des Vorjahres. „Andere Museen in der Region können von solchen Zahlen nur träumen.“ Geradezu „sensationell“ sei die Zahl von 2500 Besuchern zum Museumsfest. Auch die Advents- und Rauhnächtemärket zum Ende des Jahres erfreuten sich steigender Beliebtheit, wie Doris Pagel sagte. Immerhin 1900 Besucher konnten gezählt werden.

Futuristischer Aussichtsturm auf der Hohen Düne geplant

Als geradezu futuristisch bezeichnete Lothar Jaeschke erste Ideen für einen neuen Aussichtsturm auf der Hohen Düne. Der jetzige ist zu klein, ein Blick über die Baumwipfel ist schon lange nicht mehr möglich. Geplant ist ein Neubau. „Windflüchter mit Krähennest“ lautet der aktuelle Arbeitstitel. Die wenigen Besucher der Saisonauswertung zeigten sich erstaunt angesichts des noch nicht beschlossenen Entwurfs. Um die Konstruktion überhaupt auf der Hohen Düne platzieren zu können, müsse erst einmal ein Bebauungsplan beschlossen werden, so der Kurdirektor. Ein Aussichtspunkt könne dann barrierefrei über eine Art Baumwipfelpfad erreicht werden. Von dort sei ein Aufstieg zum Krähennest, ähnlich dem Ausguck oben am Mast historischer Segelschiffe, möglich. Aus einer Höhe von 30 Meter könnten die Besucher der Plattform dann bis nach Ribnitz-Damgarten blicken.

Im Plan befindet sich außer des Ausbaus der Infrastruktur am Strand auch der Ausbau des Wasserwanderrastplatzes. Auch für das Vorhaben ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich, sagte Lothar Jaeschke. Ziel ist es unter anderem, das gastronomische Angebot am Hafen auszubauen. Zwei jeweils zwei Meter breite Schwimmbrücken sollen während der Saison ein Überqueren der Altarme des Prerowstroms ermöglichen (die OZ berichtete). Die alten Holzbrücken werden nach der Saison durch neue Konstruktionen ersetzt.

Für mehr Sauberkeit am Strand soll es Aufsteller geben, an denen faltbare Strandaschenbecher zu entnehmen sind, zählte der Prerower Kurdirektor weiter auf. Gerade im Sand steckende Zigarettenkippen sorgten immer wieder für Beschwerden.

Timo Richter