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Ribnitz-Damgarten Prerow schraubt Kurabgabe nach oben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Prerow schraubt Kurabgabe nach oben
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17:39 27.11.2019
Prerow erhält den einstigen Möwentreff, ursprünglich konzipiert als Indoorspielplatz, ohne Kosten zurück. Quelle: Timo Richter
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Prerow

Das Ostseebad auf dem Darß schraubt die Kurabgabe nach oben. Im kommenden Jahr werden in der Hauptsaison 2,50 Euro pro Tag fällig. Bislang liegt der Abgabesatz bei zwei Euro. Die Kurabgabe, zu zahlen von den Gästen, steigt für die Nebensaison von zuletzt einem Euro je Aufenthaltstag auf 1,50 Euro. Inflation und Erhalt sowie Erweiterung der touristischen Infrastruktur sind laut Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft) Gründe für die Erhöhung der Kurtaxe. Die Gemeindevertreter haben das während ihrer jüngsten Zusammenkunft einhellig beschlossen.

Die neue Gemeindevertretung hat sich in den vergangenen Wochen auf die Entwicklungsrichtung des Ostseebades verständigt, sagt der Bürgermeister. Und die habe Auswirkungen auf die Kosten. Damit entgegnet René Roloff jüngst geäußerter Kritik, dass eine Erhöhung der Kurabgabe nicht ausreichend kommuniziert worden sei. Zuletzt wurde das während einer Einwohnerversammlung gesagt.

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Steigender Ausgleichsbetrag

Die Kalkulation der Kosten spricht dagegen eine andere Sprache. Laut Verwaltung müsste die Kommune im kommenden Jahr schon deutlich mehr als eine halbe Million Euro als Eigenanteil sowie Ausgleich der tatsächlich vorgesehenen Kosten beisteuern. Dieser Betrag würde bis zum Jahr 2022 auf fast 700 000 Euro steigen.

Schon der – bestätigte – Wirtschaftsplan der Kurverwaltung zeigt, wohin die Reise geht: zu mehr Einsatz für den Tourismus. So soll die Zahl der Mitarbeiter auf 25 steigen, sagt der Bürgermeister. „Für ein Ostseebad mit mehr als einer Million Übernachtungen ist das nicht übertrieben.“ Deutlich nach oben geht auch die Investitionssumme. Waren es im laufenden Jahr rund 2,4 Millionen Euro, wird die eingeplante Summe im kommenden Jahr auf 6,5 Millionen Euro steigen. Im Jahr darauf werden gar 7,3 Millionen Euro eingeplant. Da werden natürlich Fördermittel eingerechnet. Aber insgesamt „ist das schon eine Größenordnung, die verdeutlicht, welche Richtung Prerow nehmen wird“, sagt der Bürgermeister.

Die Umgestaltung des Vorplatzes der Seebrücke, die Erweiterung des Wegenetzes im Dünenwald und die Erweiterung der Kurverwaltung um einen Anbau – das sind nur einige Vorhaben auf der Agenda. Vielfach stehen die Planungen im Zusammenhang mit dem Bau des Inselhafens. Dafür werde es seitens der Landesregierung eine großzügige und wohlwollende Förderung geben, hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) in der Vergangenheit immer wieder betont. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, den Ort zu gestalten“, so René Roloff. Er erinnert daran, dass die Zahl zu Beginn der zurückliegenden Wahlperiode deutlich unterhalb der aktuellen Stärke gelegen habe.

Möwentreff“ wieder in Gemeindehand

Der ursprünglich als Indoorspielplatz konzipierte „Möwentreff“ ist wieder im Besitz der Gemeinde – ohne Zahlungen an die letzten Pächter der Immobilie. Die Rückübertragung der Immobilie hat das Landgericht bestätigt, wie der Prerower Bürgermeister auf Nachfrage sagt. Weil aber der Grundbucheintrag noch nicht erfolgt ist, will René Roloff über Vorhaben mit dem riesigen Bau am Haupt-Strandzugang noch nicht konkret werden. Aus verschiedenen Gründen hatte die Kommune auf eine Rückübertragung geklagt. So hatte die Gemeinde zuletzt immer wieder bemängelt, dass der Pächter, eine Gemeinschaft mit Sitz in Hamburg, nicht die vertragliche Nutzung des „Möwentreffs“ in Angriff genommen habe. Der Komplex stand im Wesentlichen leer, ein Brandschaden ist bis heute nicht behoben.

Nach dem Grundbucheintrag zugunsten des Ostseebades werden konkrete Vorhaben erarbeitet. Erste Vorstellungen gibt es bereits. So könnten Teilbereiche des Komplexes der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zur Verfügung gestellt werden.

Freudiger Einsatz für das Ostseebad

Während einer Einwohnerversammlung am Dienstag mit mehr als 100 Teilnehmern können sich die Mitglieder der neuen Gemeindevertretung in ihrer Arbeit als bestätigt fühlen. Bürgermeister René Roloff beschreibt das Treffen als Dokumentation der Arbeit des vergangenen halben Jahres. Die breite Zustimmung zeige, dass fraktionsübergreifend zum Wohle der Kommune entschieden werde. Die im Wahlkampf versprochenen Veränderungen seien auf den Weg gebracht worden. Das, so die Einschätzung, komme auch bei den Einwohnern Prerows an. Die Einwohnerversammlung sei „ein schönes Erlebnis“ für die Gemeindevertreter, aber auch für die Einwohner gewesen. „Wir haben eine tolle, positive Entwicklung genommen, die begeistert.“ Den Gemeindevertretern bereitet es wieder Freude, sich für den Ort einzusetzen. In der zurückliegenden Wahlperiode war die Arbeit der Gemeindevertretung durch Behinderung geprägt.

Von Timo Richter

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