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Ribnitz-Damgarten Prerower legt alten Reiseführer neu auf
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Prerower legt alten Reiseführer neu auf
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13:03 07.12.2018
Bernd Goltings zeigt neben dem Segebarth'schen Original den jetzt erschienenen Nachdruck. Quelle: Timo Richter
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Prerow

Die Bedeutung des Plattdeutschautors Johann Segebarth wird möglicherweise unterschätzt. Der gebürtige Wiecker kann als Urheber der Bahnverbindung von Barth nach Prerow gelten. In einem kleinen Heft über den Darß und den Zingst fordert Segebarth schon im Jahr 1900 die Erschließung des Darß mit der Bahn. Der Prerower Autor Bernd Goltings hat das „nette, kleine Büchlein“ anlässlich des 100. Todestages des bekannten Plattdeutschautors neu aufgelegt. Das Heft entspricht weitgehend dem Original, ergänzt wurde es nur um ein Foto, das Johann Segebarth zeigt.

„Was dringend zu wünschen ist“ hat der Wiecker in seinem einzigen Werk auf Hochdeutsch das letzte Kapitel überschrieben. Das fürchtet Johann Segebarth mit dem Niedergang der Fischerei auch einen Niedergang der Orte auf Darß und Zingst. Gleichzeitig macht der Autor Vorschläge, um dem Trend mit einer touristischen Entwicklung entgegenzuwirken. Punkt drei der Forderungsliste ist eine „Bahnverbindung von Barth oder Ribnitz über Darß-Zingst“.

Bedeutung einer Bahnverbindung betont

In der Originalausgabe aus dem Jahr 1900 wertet Johann Segebarth die Bahnverbindung als Basis, dass Zingst, Prerow und Ahrenshoop gehoben würden, wie es mit Rügen infolge des Bahnanschlusses erfolgt ist. Schon wenige Jahre nach der Veröffentlichung schnauften die Dampflokomotiven von Barth aus über die Meiningenbrücke bis nach Prerow.

Für Bernd Goltings ist klar: Die Liste Segebarths hat den Weg frei gemacht für den Anschluss der Bahn bis nach Prerow. Im Januar 1900 ist die Beschreibung der Region im Segebarth’schen Selbstverlag erschienen. Schon zwei Monate später verabschiedeten die Prerower Gemeindevertreter eine mit den Nachbarkommunen verfasste Petition für eine Bahnverbindung von Barth bis nach Prerow. Heutzutage unvorstellbar ist, dass die ersten Züge schon wenige Jahre später rollten.

Einst wurde roter Teppich ausgerollt

Das kleine Büchlein mit gerade einmal 60 Seiten ist für Bernd Goltings dennoch ein Fundus. Der 45-jährige Autor beschäftigt sich liebend gern mit der Historie der Region und sieht in den Einschätzungen Segebarths viele Ideen für eine Entwicklung der Region. Denn seinerzeit kämpften die Menschen mit ganz anderen Problemen, die in erster Linie im Rückgang der Segelschifffahrt begründet waren. Damals wurde noch der rote Teppich ausgerollt, um die Orte attraktiv für Besucher zu machen.

Wenig schmeichelhaft sind beispielsweise Kommentare zu den Bewohnern auf dem Darß, die Gäste an ihre Lieben zu Hause per Postkarte schickten. Zu sehen war das zuletzt während einer Ausstellung historischer Postkarten, die der Prerower Jörg Pagel in der Darßer Arche zusammengestellt hatte.

Erster Reiseführer für den Darß

Dass der Wiecker Johann Segebarth – sein Grab findet sich auf dem Prerower Friedhof – allein mit den Schmuggler-Geschichten Bekanntheit erlangte, empfindet Bernd Goltings als zu kurz gegriffen. Mit dem Buch „ Darß und Zingst – mit besonderer Berücksichtigung der Ostseebäder Prerow, Zingst, Ahrenshoop vom zwölften Jahrhundert bis in die Gegenwart“ habe der Verfasser eine Beschreibung der Region vorgelegt, die sich allein schon wegen des Hochdeutschen auch an die Gäste richtete. Bis dahin habe es keine im heutigen Sinne Art Reiseführer gegeben.

In einer zweiten Auflage des Original-Büchleins 1911 lobt der Autor bereits die Schaffung des Bahnanschlusses auf den Darß. Goltings hat in Kooperation mit einem Ahrenshooper Designbüro den Nachdruck „eins zu eins“ erarbeitet. Zu bekommen ist das Büchlein für 7,90 Euro im Buchhandel. Gedruckt wurden 1000 Exemplare.

Timo Richter

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