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Ribnitz-Damgarten Prerower machen Nebelkrähe flügge
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Prerower machen Nebelkrähe flügge
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10:39 10.07.2019
Heinrich Kleist füttert die Nebelkrähe, die die Familie seit sechs Wochen aufpäppelt. Quelle: Timo Richter
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Prerow

Der neue Mitbewohner ist Luise und Heinrich Kleist förmlich vor die Tür geplumpst. Eine junge Nebelkrähe ist aus einem der Nester in der Eiche auf dem Grundstück aus dem Nest gefallen. Nicht die Natur hat es gerichtet, der Fuchs, wie die Eheleute erst dachten, sie selbst haben dem unfreiwilligen Nestflüchter ein Zuhause gegeben.

Sechs Wochen ist es her, dass der Jungvogel auf dem Kleist’schen Grundstück landete. Der Fuchs, der sonst gerne um das abgelegene Areal in der Grünen Straße schnürt, war noch nicht aktiv. Heinrich Kleist hat den Vogel schließlich in die Wohnung geholt. In einem pappenen Einkaufskarton begann die Nebelkrähe zu wachsen.

Hühnerherzen auf Speiseplan

Doch wie mit dem Federtier umgehen? Luise Kleist greift zum Hörer. Keinesfalls mit Hunde- oder Katzenfutter versorgen, so die Antwort aus dem Vogelpark Marlow. Nassfutter für Hunde auf jeden Fall, hieß es aus dem Tierpark in Stralsund. Beide Einrichtungen wollten den Vogel aber nicht aufnehmen. Die Kleists haben aufgrund der Angaben einen abwechslungsreichen Speiseplan zusammengestellt.

Geviertelte Hühnerherzen, Schabefleisch, Reis und Körner kommen in schöner Regelmäßigkeit auf den Speiseplan. „Hühnerherzen mag ,Hansi’ am liebsten“, sagt Heinrich Kleist und tunkt die blutigen Stücke ins Wasser, bevor er sie der jungen Nebelkrähe anbietet. Die schnappt nach den Häppchen, manche verschwinden sofort im Schlund, andere scheint der Vogel für den späteren Verzehr in seinem Zuhause verstecken zu wollen.

Entlassen in die Freiheit

Sechs Wochen später hat „Hansi“ schon eine respektable Größe erreicht. Jeder Wellensittich oder Kanarienvogel würde sich in acht nehmen. Hansi schnappt schon mal zu, Luise Kleist hat das schon schmerzhaft feststellen dürfen. Nicht der Finger, der schon mal zur Hälfte im Schnabelschlund verschwindet, sondern ein Zwicken und Zwacken an der Wange haben der Tierhüterin gezeigt, dass die Nebelkrähe vom Grunde her ein Raubvogel ist.

„Wir wollen ,Hansi’ unbedingt in die Freiheit entlassen“, sagt Luise Kleist. Täglich wird die Nebelkrähe mit dem Papageienkäfig – ein Fundstück vom Sperrmüll – auf die Terrasse verfrachtet. Da stolziert der Vogel dann auf und ab, hebt aber nicht ab. Wenigstens als Flugübungen sehen die Pflegeeltern das Geflatter des Vogels im Freien an, doch wegfliegen will ,Hans’ nicht. Mittlerweile versammeln sich während der Terrassenzeit etliche andere Krähen im Ausgangsbereich.

Abwechlungsreiche Ernährung

Nun kauft Luise Kleist im Supermarkt gefrorene Hühnerherzen, die sorgfältig geteilt werden – ein Anraten beider Tierparke. Ergebnis ist, dass der Vogel vielfältige Reaktionen zeigt. Die Tür des Papageienkäfigs beispielsweise war kein Problem zu öffnen. Mit einer Wäscheklammer sollte das Öffnen verhindert werden. Am Ende aber hat die Klammer kapituliert, ,Hansi’ hat sie einfach zerbissen.

Als der Vogel gerettet wurde, lag er erst einmal zwei Tage lang auf der Seite – mit weit aufgerissenem Schnabel. Inzwischen ist ,Hansi’ überaus aktiv. Der Papageienkäfig scheint zu klein zu werden, doch entfliegen will die Nebelkrähe noch nicht.

Heinrich Kleist hat zusammen mit seinem Sohn Henning innerhalb von 24 Arbeitstagen die östliche der beiden Brücken über den Prerowstrom gebaut.

Timo Richter

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