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Ribnitz-Damgarten Parkpalette am „Hafenquartier“ geplant
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Parkpalette am „Hafenquartier“ geplant
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15:12 14.02.2019
Auf dem sogenannten Bossow-Gelände neben dem Speicher am Hafen in Barth sollen bis zu 250 Ferienwohnungen entstehen. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Das geplante „Hafenquartier“ auf dem sogenannten Bossow-Gelände neben dem Speicher in Barth soll durch eine Parkpalette erweitert werden. Das Gebäude soll auf der gegenüberliegenden Straßenseite gebaut werden. So zumindest sieht es die neunte Änderung des Bebauungsplanes Nr. 5 vor, die bei der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt, Ordnung und Sicherheit vorgestellt wurde. Reinhard Böhm, Architekt von bsd (Bürogenmeinschaft für Stadt- und Dorfplanung in Rostock), präsentierte den Ausschussmitgliedern und den Gästen die neuen Pläne. Der Bau der Parkpalette sei notwendig, da statt bislang drei geplanter Tiefgaragen nur zwei gebaut werden sollen.

Die fehlenden 100 Parkplätze sollen auf dem vorhandenen öffentlichen Parkplatz der Stadt am Osthafen zur Verfügung gestellt werden. Da der Stadt Barth dann allerdings 100 öffentliche Parkplätze fehlen, soll dies durch den Bau der Parkpalette wieder ausgeglichen werden. Zu den 100 öffentlichen Parkplätzen sollen auf der Parkpalette weitere 30 Parkplätze für das „Hafenquartier“ entstehen. „Denn auch die Häuser neun und zehn haben keine Tiefgarage“, erklärte die Projektarchitektin Stefanie Tuerk von der EWP Gruppe aus Hamburg auf OZ-Nachfrage. Dass eine Tiefgarage in der Planung weggefallen wäre, und zwar die Tiefgarage im Haus fünf, habe folgende Gründe. „Das Haus fünf hat sehr viele Wohneinheiten und zudem ein Schwimmbad. Eine Etage hätte nicht ausgereicht, wir hätten eine zweigeschossige Tiefgarage bauen müssen und da wären die Kosten zu hoch gewesen“, erläuterte Stefanie Tuerk.

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Die geplante Parkpalette stieß bei einigen Ausschussmitgliedern auf Kritik. „Das wird wahrscheinlich kein architektonischer Höhepunkt“, erklärte Tobias Borg, der als sachkundiger Einwohner im Bauausschuss vertreten ist. „Ich glaube, dass es ein Bruch im Ensemble ist und nicht reinpasst. Das ist ein sensibles Gebiet und es wäre traurig, wenn wir uns einen Zweckbau reinstellen. Wir sollten auf jeden Fall darauf achten, dass es zum Konzept passt.“ Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig verteidigte das Vorhaben. „Wir brauchten eine Lösung für die 100 fehlenden Stellplätze und wir hatten die Wahl uns eine Blechlawine hinzustellen oder das Blech zu stapeln. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Mit 100 Stellplätzen wird die Stadt auch Miteigentümer des Gebäudes und hat damit auch ein Mitspracherecht, was die Gestaltung anbelangt.“ Und auch bei der Gestaltung einer Parkpalette habe man viele Möglichkeiten. Auch Reinhard Böhm zeigte sich optimistisch. „Wie ich die Investoren kenne, haben sie auch einen Anspruch an die Gestaltung.“

Häuser rücken von Kaikante ab

Ein weiterer Punkt der 9. Änderung des Bebauungsplanes ist der Abstand der Häuser zum Wasser. „Im bisherigen Plan grenzten einige Häuser direkt an die Kaikante“, erklärte Reinhard Böhm. „Nun sollen sie im nördlichen Teil des Hafens einen Meter zurückgesetzt werden.“ Die Gründe seien vor allem praktischer Natur, erklärte Stefanie Tuerk auf OZ-Nachfrage. Der Meter Abstand erleichtere die Arbeit während der Bauzeit. Und auch bei späteren möglichen Reparaturarbeiten habe man eine Arbeitsfläche von zumindest einem Meter. Der Sorge einiger Ausschussmitglieder, dass durch die Verschiebung um einen Meter, einige Flächen, die ursprünglich öffentlich zugänglich sein sollten, nun versperrt sind, widersprach der Architekt. Daran ändere sich nichts.

Auf dem 52 000 Quadratmeter großen Gelände sollen elf Häuser mit maximal 250 Ferienwohnungen entstehen. Investor ist die Barther Hafen Invest GmbH. Zudem sind kleine Läden, ein Café sowie ein Yachthafen geplant. „Der Investor will mit den ersten vier Häusern im Sommer anfangen“, erklärte Bauamtsleiter Manfred Kubitz.

Anika Wenning