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Ribnitz-Damgarten Puhdys-Lob für „Wilde Wölfe“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Puhdys-Lob für „Wilde Wölfe“
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08:56 28.01.2014
Puhdys-Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt (Mitte) wagt sich in das Rudel der musikalischen „Wilden Wölfe“ aus Grimmen. Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff (3), Hans-Joachim Meusel
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Barth

Peter Meyer und Klaus Scharfschwert von den Puhdys haben weder Schnee noch Glatteis gescheut und sind nach Barth gekommen, um in das dritte Jahr der Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Ostseekreis zu starten.

Bei einem besonderen Ereignis treffen sich die Musiker mit dem Verein: Den Gedankenaustausch jenseits vom Termindruck nämlich will die Lebenshilfe Ostseekreis mit ihrem Neujahrsempfang begründen, zu dem der Vorstand in die Barther Keimzelle einlud. Rund 40 Gäste aus Politik und Verwaltung, Landtag und Wirtschaftsförderung, Mitarbeiter und Partner, Gründungs- und Ehrenmitglieder, Betreute und Betreuer kann Eberhard Krutzsch, der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe, begrüßen. Die Bundestagsabgeordnete Angela Merkel musste „aus terminlichen Gründen“ absagen, hatte aber ein Grußwort geschickt.

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Der Empfang ist die Gelegenheit für Geschäftsführer Thorsten Pauli, dem Musiker Peter Meyer sein nachträgliches Geburtstagsgeschenk zu überreichen. Anfang Januar war der Keyboarder und Saxophonist dran, hatte sich einen After-Shave-Klassiker gewünscht, „der Frauen auf Ideen bringt“, und nun bereits einen ordentlichen Vorrat des Herrenduftes anlegen können — rechtzeitig zur nächsten Tour, die Anfang Februar beginnt.

Die musikalische Betreuung der Gäste beim Neujahrsempfang obliegt den „Wilden Wölfen“ aus dem Wohnheim der Peenewerkstätten in Grimmen. Mit sechs Titeln, darunter „Lebenszeit“ von den Puhdys und das selbstkomponierte „Fremde“, heizen sie in Barth mächtig ein. Seit rund zwei Jahren spielt die siebenköpfige Rockformation mit bluesigen Wurzeln und metallischem Einschlag zusammen, einmal wöchentlich proben Nancy, Sven, Matthias, Volkmar, André und Enrico mit Bandchef Jörg Gehlert, der unter anderem an der Musikschule Grimmen Gitarre unterrichtet.

„Die sind wesentlich besser geworden“, staunt Puhdysdrummer Klaus Scharfschwerdt über die Fortschritte des vergangenen Jahres, „alles klingt runder“. Spaß macht dem Schlagzeuger die Spielfreude der Formation, doch der Profi mahnt auch zur Vorsicht: „Nehmt Euch nicht zu ernst!“

Gern signiert er die CD für Volkmar, stattet die Band mit Fanartikeln aus und hat seinem Grimmener Kollegen am Schlagzeug auch schon mal den Puhdys-Backstage-Bereich gezeigt. „Tolle Sache, die Band“, bestätigt Peter Meyer und gibt Matthias natürlich ein Autogramm.

Marlies Schuchardt, die zweite Vorstandsvorsitzende, eröffnet das verführerische Büfett, das mit Lachs und Aal, Spießchen und Salaten, Risotto, Rotkohl oder Braten eine feine Basis für gute Gespräche legen soll. „Das bedeutendste Ereignis für die Lebenshilfe Ostseekreis war wohl der Erwerb des Grundstücks in Bodstedt, auf dem eine 1989 fertiggestellte Ferienanlage steht“, blickt Thorsten Pauli kurz zurück und gleich nach vorn, denn die wird den Verein auch in Zukunft beschäftigen. Möglich wäre nach entsprechenden Umbauten eine Nutzung als Urlaubsziel mit Betreuungsangebot für Familien mit behinderten Angehörigen. Etwas Zeit zum Ausreifen bleibt der Idee, in diesem Jahr wird die Anlage noch vom abgebenden CVJM genutzt.

Aktuell befasst man sich auch mit Überlegungen zu Erweiterungen der Vereinsaktivitäten im Bereich Stralsund, möglicherweise nach Rügen, verrät Pauli weiter. Daneben wird den Verein das Inklusionsprojekt mit Ribnitz-Damgarten beschäftigen und natürlich das 15-jährige Bestehen des Integrativen Kindergartens „Pusteblume“. Der Bedarf an mobiler heilpädagogischer Frühförderung sei sehr stark, so Pauli, „gerade anfangs sind die Unterschiede zwischen den Kindern gering, das ist mit wenig Aufwand zu korrigieren. Die meisten sind nur entwicklungsverzögert, das lässt sich spielerisch beheben, dann sind sie fit für den Regelschulbetrieb.“

Musikalische Grüßen einer tollen Band aus Grimmen, kulinarische Genüsse aus Ribnitz-Damgarten und intensive Kontaktpflege (natürlich auch mit den Puhdys) in der Vinetastadt Barth — langsam kommt das neue Jahr in den alten Trott: „Wir müssen, wir haben Termine . . .“.

Vor 24 Jahren in Barth gegründet
1990 — im November des Jahres wurde der Verein „Lebenshilfe für Behinderte Barth“ gegründet. Eltern schlossen sich zusammen, um unter dem Dach des Landesverbandes der „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung“ auch in der Region Nordvorpommern die Interessen aller Kinder und Erwachsenen mit Behinderungen zu vertreten.
156 Mitglieder — sie kommen unter anderem aus Barth, Ribnitz-Damgarten, Bad Sülze, aus Orten um Grimmen, vom Darß und aus dem Umland — zählt der Verein jetzt. 83 Mitglieder haben eine Behinderung.
46 hauptamtliche Beschäftigte sind in der Stadt Barth und im Landkreis Vorpommern-Rügen für die Lebenshilfe Ostseekreis tätig.
2012 ist das Jahr, in dem ein Partnerschaftsvertrag zwischen der Lebenshilfe in Barth und den Puhdys abgeschlossen wurde. Seither kommen Musiker der bekannten Band regelmäßig in die Vinetastadt und halten die Kontakte zu den Lebenshilfe-Mitgliedern aufrecht.hjm



Susanne Retzlaff

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