Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Russische Investoren wollen Rasthof an der A 20 bauen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Russische Investoren wollen Rasthof an der A 20 bauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
05:33 21.12.2018
Auf dieser Fläche an der A20-Auffahrt Bad Sülze soll ein Rasthof entstehen. Quelle: foto: Robert Niemeyer
Anzeige
Böhlendorf

In der Gemeinde Lindholz direkt an der A 20 soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Die Gemeindevertreter haben jüngst den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst, laut dem unmittelbar an der Autobahnabfahrt Bad Sülze in der Nähe des Ortes Böhlendorf ein Rasthof entstehen soll. Geplant sind eine Tankstelle, ein Motel, ein Fastfood-Restaurant und ein Casino. Auch Platz für produzierendes Gewerbe gebe es.

Der Grimmener René Lobenstein, der den Trebelstädtern vielleicht noch als Bürgermeisterkandidat für die FDP aus dem Jahr 2010 bekannt und der jetzt in Gnoien mit einem Spielcasino aktiv ist, hat sich um das Projekt bemüht. „Jetzt steht fest: Die Fläche an der Bundesautobahn 20 wurde von einer russischen Investorengruppe übernommen, der Notarvertrag ist unterzeichnet“, sagte er gegenüber der OZ. Ziel sei, in den kommenden Monaten die Bebauungs-Planung abzuschließen, sodass, wenn alles klappe, im November 2019 mit dem Bau begonnen werden könne, so Lobenstein. Im Idealfall seien die ersten Objekte im Mai übernächsten Jahres fertig.

Anzeige

Finanzierung stammt aus privaten Mitteln

„Wir sind im Gespräch mit Vertretern zweier unterschiedlicher Tankstellen und von zwei Fastfood-Ketten“, sagte René Lobenstein. Ein Motel werde wahrscheinlich von den russischen Investoren direkt gebaut, das Casino komme hinzu. Lobenstein: „Erschließung, Planung und Erwerb sind ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert. Alle Planungen sind so ausgerichtet, dass der zukünftige Arbeitskräftebedarf vollständig aus der Region der drei angrenzenden Städte Gnoien, Tribsees und Bad Sülze bedient werden kann.“ Ein Motel an diesem Standort sei deshalb für Investoren so interessant, weil dort entlang und weiter über den Rügenzubringer der immer stärker werdende Skandinavien-Verkehr erfolge, ist der Grimmener überzeugt. Außerdem stünden die Planungen im Zusammenhang mit einer neuen gesetzlichen Regelung für den Fernverkehr, die es Lkw-Fahrern künftig nicht mehr gestatte, in ihren Fahrerkabinen zu übernachten.

Projekt steht in Konkurrenz zum Pommerndreieck

Bis zur Schaffung des Baurechts auf der etwa 2,2 Hektar großen Fläche werde eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“ ausgegeben, sagt Lobenstein. „Natürlich wird das neue Gewerbegebiet an der A 20 im Wettbewerb zum Pommerndreieck zwischen Grimmen und Süderholz stehen“, meint der Grimmener. Er selbst hätte in den vergangenen Jahren aber immer wieder versucht, dort mit ähnlichen Projekten aktiv zu werden. „Leider sind alle Anfragen zeitlich versandet.“

„Herr Lobenstein hat finanzkräftige Leute aus Russland in der Hinterhand“, sagt auch der Lindholzer Bürgermeister Hartmut Kolschewski, „das sind genauso Geschäftsleute wie Engländer oder Amerikaner“. Die russische Investorengruppe habe vor Jahren bereits versucht, am Pommerndreieck zu investieren. René Lobenstein, der als Vermittler zwischen den Investoren und den Flächeneigentümern sowie Amt und Gemeinde auftritt, habe ein plausibles und machbares Konzept vorgestellt. So gibt es an der A 20 in der Region keine wirklich direkt an der Autobahn gelegene Raststätte. Ein Motel sei laut Kolschewski insofern sinnvoll, weil Lkw-Fahrer ab 2020 ihre wöchentliche Ruhezeit von 45 Stunden nicht mehr in der Fahrer-Kabine verbringen dürfen. „Das könnte eine Marktlücke sein“, so Kolschewski.

Arbeitskräfte sollen aus der Region kommen

Ein wenig Bauchschmerzen bereitet dem Bürgermeister dagegen das geplante Casino. „Aber das sind erste Vorstellungen. Wir werden sehen, was am Ende wirklich dabei herauskommt“, so Kolschewski. Laut René Lobenstein soll es Anfang kommenden Jahres erste Gespräche mit Interessenten für das Gewerbegebiet aufgenommen werden. Die Planungen seien so ausgerichtet, dass der Arbeitskräftebedarf aus der Region gedeckt werden könne.

„Wir selbst hätten in Vorleistung gehen müssen, wenn wir als Gemeinde begonnen hätten, dort etwas zu planen“, sagt Kolschewski. Auch weil die Chancen, Investoren zu finden, bislang eher gering waren, hatte die Gemeinde dort nie aktiv versucht, etwas auf den Weg zu bringen. „Wir sind froh, dass sich jetzt jemand gefunden hat“, so der Bürgermeister. Sämtliche Kosten von der Planung über die Erschließung bis zum Bau übernimmt der Investor. Das werde über einen städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde geregelt. Das Gelände befindet sich in Privatbesitz, gehört der Böhm-Nordkartoffel Agrarproduktion OHG. Per Erbbaupachtvertrag ist die Investorengruppe für 99 Jahre an die Fläche gebunden. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Lindholz ist das Gelände als Gewerbegebiet ausgewiesen.

Auch gegenüber, westlich der Landesstraße 23, gibt es eine Gewerbefläche, die ebenfalls der Böhm-Nordkartoffel Agrarproduktion gehört. „Wenn dieses Projekt ein Erfolg wird, ist eine Erweiterung möglich“, so Kolschewski.

Robert Niemeyer und Almut Jaekel

Ribnitz-Damgarten Ribnitz-Damgarten/Wiepkenhagen - Baum-Aktionen bringen fast 1500 Euro

„Helfen bringt Freude“: Das Spendenkonto füllt sich weiter. Mehr als 7300 Euro wurden bereits gespendet.

20.12.2018

Fast zwei Jahre dauerten die Arbeiten, um das ehemalige Kulturhaus in Dettmannsdorf zum Mehrzweckgebäude umzubauen. Mühen und Mut wurden belohnt.

20.12.2018

Ein Gutachten soll die Machbarkeit eines Kurwaldes in Wustrow ausloten. Geplant ist, zwischen Parkstraße und dem Seenotschuppen Naturerleben greifbar zu machen.

20.12.2018