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Ribnitz-Damgarten Zigarettenkippen an den Stränden von Fischland-Darß-Zingst: Rauchverbot als Lösung?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Zigarettenkippen an den Stränden von Fischland-Darß-Zingst: Rauchverbot als Lösung?
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18:49 25.04.2019
Vorbildliche Aktion: Für ihre Gäste stellt die Strandkorbvermietung "Pagels" am Strand von Wustrow kostenlose Aschenbecher zur Verfügung. Quelle: Flemming Goldbecher
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Ahrenshoop/Wustrow/Zingst

Raucher können aufatmen – zumindest, wenn sie sich einen Strandkorb bei der Strandkorbvermietung Pagels neben der Seebrücke in Wustrow mieten. Denn für ihre Zigarettenkippen verteilen Marian Pagels und seine Frau kostenlose, selbstgebastelte Aschenbecher an ihre rauchenden Kunden. Die mit Sand gefüllten Pappbecher sollen den Strand sauber halten. Die Aktion ist so simpel wie notwendig, findet auch Pagels: „Ich sehe häufig Leute, die mit ihrem Fuß ihre Kippen im Sand begraben. So etwas darf nicht sein.“

Fast ein Zehntel des unachtsam weggeworfenen Mülls an den Stränden der Ostsee sind Zigarettenkippen. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Damit landeten Zigarettenfilter (neun Prozent) hinter Plastikteilchen (24 Prozent) auf Platz zwei der häufigsten Müllfunde an der Ostsee.

Verbote lassen sich nur schwierig umsetzen“

Angesichts solcher Zahlen und zudem kurz vor Beginn der Badesaison werden die Stimmen nach einer effektiven Lösung für die Müllproblematik in einigen Gemeinden lauter. Könnten Rauchverbote womöglich Abhilfe schaffen? Simone Marks, Pressesprecherin der Kur- und Tourismusgesellschaft Zingst, meint, das Thema Müll und Kippen am Strand sei im Kur- und Tourismusausschuss der Gemeinde zuletzt intensiv diskutiert worden. „Verbote lassen sich nur schwierig umsetzen“, so Marks. „So etwas kann man kaum kontrollieren.“ Sie glaubt, vielmehr müsse man an den Verstand der Menschen appellieren, zum Beispiel durch gemeinsame Aktionen und Aufklärung.

In Kooperation mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz startet die Kur- und Tourismusgesellschaft Zingst am 15. Mai die jährliche „Entdeckertour am Strand“, die während der Saison jede Woche stattfindet. Das Ziel: Die Leute für die Umwelt sensibilisieren und Müll sammeln. „Wenn Raucher sehen, wie wir das Problem mit den Zigarettenkippen angehen, denken sie vielleicht eher über ihr Handeln nach“, hofft Marks.

„Der Gestank ist unangenehm“

Einige Menschen stören jedoch nicht nur die abgebrannten Stummel im Strandsand, sondern auch der Rauch, den sie verursachen. So wie Alexander Altenby aus Schweden, der derzeit zu Besuch in Ahrenshoop ist. Ein Rauchverbot an Stränden hält er für angebracht: „Man sollte nicht in der Nähe von Nichtrauchern rauchen dürfen. Der Gestank ist unangenehm.“ Zudem würden Zigarettenkippen ähnlich wie Plastik ewig halten und die Umwelt verpesten. „Ich begreife nicht, dass so etwas zugelassen wird.“

Marian Pagels von der Strandkorbvermietung sieht das anders. Er sei selbst Raucher und halte deshalb nichts von einem Verbot an Stränden. „Das wäre ein starker Einschnitt in meine persönliche Freiheit“, so Pagels. „Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein der Leute sind entscheidend.“

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