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Ribnitz-Damgarten Reeder fürchtet wegen versandeten Prerowstroms um Existenz
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Reeder fürchtet wegen versandeten Prerowstroms um Existenz
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15:52 11.06.2019
Die "Ostseebad Prerow" macht im Hafen Prerow fest. Quelle: Timo Richter
Prerow/Stralsund

Der heftige Sturm Anfang dieses Jahres hat nicht nur die Zufahrt vom Bodden in den Prerowstrom wieder versanden lassen. Jetzt bringt das zurückliegende Ereignis die Reederei Rasche an den Rand der Existenz. So jedenfalls sieht es Senior-Chef Wolfgang Rasche. Grund: Das Fahrgastschiff „Ostseebad Prerow“ kann seit Jahresbeginn die in Prerow beginnenden Ausflugsfahrten nur innerhalb des Prerowstroms anbieten, die „Heidi“ kann die Linie Born-Bodstedt-Prerow nicht bedienen. Ein Anlaufen des Hafens in Wieck fängt die Verluste nicht auf. Kurzfristig aber werde die Einfahrt zum Prerowstrom wieder befahrbar sein, heißt es aus dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund.

Die Situation wie vor zwei Jahren – auch damals waren die Fahrgastschiffe wegen der versandeten Zufahrt in den Prerowstrom entweder im Hafen des Ostseebades gefangen beziehungsweise konnten ihn erst gar nicht anlaufen – gefährde inzwischen nicht nur die Linie Born-Bodstedt-Prerow, sondern gar die Existenz der Reederei. Fünf Familien muss die Fahrgstschifferei ernähren, sagt Wolfgang Rasche. Der Ausfall Prerows ist in diesem Zusammenhang ein Schlag ins Kontor. Denn Hunderte Kinder könnten so nicht von Bodstedt aus nach Prerow an den Strand geschippert werden, klagt der Senior-Chef.

Ausfahrten eingeschränkt

Aktuell seinen die Ausflugsfahrten von Prerow aus deutlich eingeschränkt, sagt der Kapitän der „Ostseebad Prerow“, Martin Rasche. „Vor der Einfahrt in den Bodden drehen wir um.“ Normalerweise führt die Tour bis an die Meinigenbrücke beziehungsweise in den Bodden hinein. Das betreffe sämtliche vom Prerower Hafen aus startende Rundfahrten.

Vor allem ärgert sich der Senior-Chef der Fahrgast-Reederei über nicht gehaltene Versprechen des WSA. In persönlichen Gesprächen sei zugesichert worden, erst die Zufahrt in den Prerowstrom freizubaggern, erst dann die in den Bodstedter Bodden, sagt Wolfgang Rasche. „Ich fühle mich verschaukelt.“

Anders entschieden

Diese Aussage relativiert der stellvertretende WSA-Leiter Jan Schulze. In persönlichen Gesprächen mit sämtlichen Reedereien in der Region sei zugesagt worden, die vorrangige Baggerung der Zufahrt in den Prerowstrom bevorzugen zu wollen. In der Gesamtabwägung sei dann allerdings entschieden worden, zuerst die Einfahrt in den Bodstedter Bodden, das Ribnitz-Fahrwasser, zuerst zu baggern. So musste der Weg frei gemacht werden, damit Schiffe aus der Werft in die Boddenhäfen gelangen konnten. Auch dieses Fahrwasser werde auch von der Reederei Rasche im Liniendienst genutzt.

Das Ribnitz-Fahrwasser sei inzwischen wieder frei, sagt Jan Schulze. Und auch die Zufahrt in den Prerowstrom ist dem stellvertretenden WSA-Leiter zufolge schon zur Hälfte ausgebaggert. Jedenfalls halbseitig sei eine Einfahrt in den Prerowstrom schon möglich, eine Peilung sei allerdings noch nicht erfolgt.

Einschränkungen für die Fahrgastschiffer bedauert Jan Schulze. Schließlich „sind wir moralisch als auch gesetzlich angehalten, die Fahrwasser freizuhalten“. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt tue alles, was die finanzielle und personelle Ausstattung erlaube.

Wirtschaftlichkeit gefordert

Bereits vor zwei Jahren war die Zufahrt in den Prerowstrom versandet. Das Baggergut hat die "Sirius Hoej" direkt neben der Fahrrinne nahe der Meinigenbrücke verklappt. Das Verfahren ist auch heute noch so. Quelle: Timo Richter

Das Baggern im Bodden führt bei Reedern und Kapitänen immer wieder zu Kopfschütteln. Grund: Das Baggergut wird in der Regel neben dem Meiningenstrom abgelegt. Das, so die Kritik, werde mit dem nächsten Sturm wieder zurückverfrachtet und verschließe etwa die Zufahrt in den Prerowstrom.

Dieser Kritik kommt Jan Schulze mit dem Argument des Gebots der Wirtschaftlichkeit einer Baggerung entgegen. Müsste der Bagger mit seiner Fracht jedes Mal die Meiningenbrücke passieren, um Sand und Schlick entfernt des Meiningenstroms zu verklappen, dauere das aufgrund der Brückenöffnungszeiten viel zu lange. „Dann würden wir nicht mehr in diesem Jahr fertig.“

Wenn auch ein Ruderschaden für eine zwei- bis dreitägige Verzögerung gesorgt hat, Fahrrad-Boddenrundfahrt ist dadurch nicht beeinträchtigt. Dann nämlich soll die „Ostseebad Prerow“ die Fahrradfahrer vom Hafen in Ahtenshoop-Althagen nach Bodstedt übesetzen.

Timo Richter

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