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Ribnitz-Damgarten Regionalladen: Händler befürchten Konkurrenz
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Regionalladen: Händler befürchten Konkurrenz
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13:51 12.07.2019
Die Stadt Barth will in der Langen Straße neben Rossmann einen Regionalladen eröffnen.
Die Stadt Barth will in der Langen Straße neben Rossmann einen Regionalladen eröffnen. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Die Belebung der Innenstadt ist schon seit Langem ein Thema in Barth. Doch der Vormarsch der Stadt, einen Regionalladen zu eröffnen, und so zur Revitalisierung der Innenstadt einen Beitrag zu leisten, stößt bei vielen Gewerbetreibenden nicht auf Gegenliebe. Das wurde bei einem Informationsabend am Donnerstag im Barther Rathaus, zu dem Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig alle Gewerbetreibenden der Stadt eingeladen hatte, noch einmal deutlich. Dabei befürchten die Händler vor allem eins: Konkurrenz. „Sie greifen als Stadt in den freien Wettbewerb ein, aber mit ganz anderen Voraussetzungen“, erklärte einer der Anwesenden. Denn die Stadt eröffnen den Laden mithilfe von Fördermitteln.

Ende Mai hatten die Stadtvertreter in ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl mehrheitlich den Beschluss gefasst, dem Vorschlag der Verwaltung, einen Regionalladen in der Langen Straße zu eröffnen, zu folgen. Während die Stadt die Miete übernimmt, sollen die Personalkosten über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert werden. Eine Förderquote von 70 bis 80 Prozent sei bis zu einer gewissen Maximalsumme möglich. Die Kosten für die Einrichtung und Ausstattung des Regionalladens sollen über den Vorpommern-Fonds gefördert werden. Hier habe es bereits positive Gespräche mit dem Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, gegeben. Nach zwei Jahren soll der Laden eigenständig laufen. Beide Fördermittelanträge seien bereits unterschrieben und müssten nun versandt werden.

Regionale Produkte aus dem Landkreis

Die Gewerbetreibenden befürchten, dass in dem Laden, der neben Rossmann eröffnen soll, Produkte angeboten werden, die auch sie verkaufen, unter anderem Marmelade, Tomaten oder Honig. „Wir können nicht versprechen, dass es in keinem Punkt Überschneidungen gibt, aber wir werden bei der Auswahl des Sortiments mit Ihnen und allen anderen Gewerbetreibenden im Gespräch bleiben“, versprach Friedrich-Carl Hellwig. Ein Fokus liege auf regionalen Produkten aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen und dabei vor allem auf Lebensmitteln. Genaueres werde aber erst in einem Konzept erarbeitet. Vorgesehen sei, dass es eine enge Zusammenarbeit mit den Händlern des regionalen Dientagmarktes gebe.

Um dieses Konzept aufzustellen, wurde bereits eine Stelle geschaffen. Katy Linke, ehemalige Filialleiterin bei Kaufhaus Stolz und vorher im Lebensmittelhandel tätig, ist beim Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrum (BQB) angestellt. Gemeinsam mit der Verwaltung erarbeite sie nun das Konzept für den Regionalladen. Bei der Runde am Donnerstagabend im Rathaus war sie ebenfalls dabei.

Fördermittelhöhe noch nicht bekannt

Unklar ist auch noch, wann genau der Regionalladen in der Langen Straße eröffnen soll. Geplant war eine Eröffnung im Anschluss an den Dienstagsmarkt im Oktober. „Aber ob wir diesen Termin halten können, ist fraglich“, sagte Karen Hoppenrath, Sachgebietsleiterin Räumliche Planung/Bauverwaltung. „Wer schon einmal mit Fördermittelanträgen zu tun hatte, weiß, wie langwierig das sein kann.“ Die aufkommende Frage nach der Höhe der Förderung konnte Friedrich-Carl Hellwig nicht beantworten. „Die genaue Höhe wissen wir erst, wenn wir den Fördermittelbescheid haben.“ Skeptisch zeigten sich die anwesenden Gewerbetreibenden auch, ob sich das Geschäft dann auch nach zwei Jahren alleine trage.

„All die Risiken, die genannt wurden, sehen wir auch“, erklärte der Barther Bürgermeister am Freitag auf OZ-Anfrage. „Aber die Alternative wäre wieder gar nichts zu machen. Wir haben die Möglichkeit, die Fördermittel zu bekommen und die müssen wir auch nutzen.“ Ziel der Stadt sei es, dass alle Gewerbetreibenden in der Langen Straße von dem neuen Regionalladen profitieren. Doch auch in diesem Punkt blieben die Anwesenden skeptisch: „Ein Laden alleine wertet doch nicht gleich die komplette Innenstadt auf“, so der Tenor.

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Anika Wenning