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Ribnitz-Damgarten Geplanter Regionalladen der Stadt wird kritisch beäugt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Geplanter Regionalladen der Stadt wird kritisch beäugt
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10:56 08.06.2019
Die Stadt Barth will in der Langen Straße neben Rossmann einen Regionalladen eröffnen. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Der Plan der Stadtverwaltung in der Langen Straße in Barth einen Regionalladen zu eröffnen und so einen Beitrag zur Belebung der Innenstadt zu leisten (die OZ berichtete), stößt auf widersprüchliche Meinungen. „Grundsätzlich ist es eine gute Idee“, findet Christine Leesch, die in der Bücherstube in Barth arbeitet. Denn schließlich könne man sich über jedes Geschäft in der Langen Straße, das nicht leer stehe, freuen. Eine Konkurrenz für andere Geschäfte in der Langen Straße kann sie nicht erkennen. „Die Geschäfte, die ebenfalls regionale Produkte anbieten, sind so gut und etabliert, dass sie sich keine Gedanken machen müssen“, ist sich Christine Leesch sicher. Wichtig sei, allerdings, dass der Laden mit Liebe zum Detail eingerichtet werde, die Produkte ansprechend verkauft werden und das Personal gut geschult sei. „Das Gesamtpaket muss einfach stimmen. So ein Geschäft ist kein Selbstläufer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt das alles leisten kann. Da braucht man sehr viel Erfahrung.“

Dass regionale Produkte sehr gefragt seien, stehe außer Frage. „So etwas wird gerne verschenkt und als Urlaubsmitbringsel für Freunde und Verwandte gekauft. Wir werden häufig von Kunden gefragt, wo man in Barth regionale Produkte kaufen kann“, sagt Christine Leesch. Der Erfolg des Regionalmarktes, der seit Mai wieder jeden Dienstag stattfindet, spreche für sich. „Der Markt belebt auch die Lange Straße. An den vergangenen Dienstagen waren deutlich mehr Menschen in der Innenstadt und es herrschte eine sehr schöne, entspannte Atmosphäre. Ich bin mir sicher, dass das mit dem Regionalmarkt zusammenhängt.“ Ein guter Regionalladen in der Innenstadt hätte sicherlich den gleichen Effekt und würde ebenfalls Menschen in die Lange Straße locken.

Auch Karlheinz Zahlmann von der Fleischerei Zahlmann, fürchtet keine Konkurrenz. Seit 1994 hat die Fleischerei aus Groß Lüdershagen eine Filiale in der Langen Straße in Barth. Der Seniorchef ist allerdings auch der Meinung, dass es wichtig sei, dass der Regionalladen von Fachpersonal geführt werde. „Das Problem ist doch, dass es kaum noch Fachkräfte gibt. Wenn man nur verpackte Ware verkauft, ist das kein Problem. Da steht alles Wichtige auf dem Etikett. Das kann jeder verkaufen. Aber bei frischer Ware müssen die Verkäufer unter anderem wissen, wie man das Produkt am besten lagert und wie lange es haltbar ist.“

Vorwurf: Ein Eingriff in die freie Wirtschaft

Noch kritischer blicken einige andere Barther Gewerbetreibende, die ihren Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen wollen, auf die geplante Eröffnung des Regionalladens. Die Stadt greife mit dem Vorhaben in die freie Wirtschaft ein und der neue Laden stehe in Konkurrenz zu bereits bestehenden Geschäften. Und das Personal, das dort angestellt werde, fehle an anderer Stelle.

Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig erklärte am Freitag auf OZ-Nachfrage, dass er die Sorgen und Ängste ernst nehme und alle Gewerbetreibenden zu einer Gesprächsrunde einlade, um offene Fragen zu klären. Ein genauer Termin werde noch festgelegt. „Wir haben ja auch noch Zeit. Wir stehen noch ganz am Anfang. Wir müssen in der kommenden Woche erst einmal die Fördermittel beantragen.“ Dass nicht schon vor dem Beschluss in der Stadtvertretung mit den Gewerbetreibenden das Gespräch gesucht worden sei, halte er für richtig. Bevor die Öffentlichkeit informiert werde, müssten sich erst einmal die Stadtvertreter zu dem Thema äußern und einen Beschluss fassen.

Anika Wenning

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