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Ribnitz-Damgarten Reiterhof in Neuhaus nimmt nächste Hürde
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Reiterhof in Neuhaus nimmt nächste Hürde
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16:21 30.09.2019
Auf dem Areal rund um das einstige Gutshaus in Neuhaus soll ein Reiterhof entstehen. Quelle: Timo Richter
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Dierhagen

Luxus-Camping, sogenanntes Glamping, einzigartige Ferien-Chalets und eine der modernsten Reitanlagen – das verbirgt sich hinter dem Bebauungsplan „Reiterhof Neuhaus“. Das Vorhaben von Investor Frank Bremer hat während der jüngsten Zusammenkunft der Dierhäger Gemeindevertreter eine weitere Hürde genommen. Einstimmig votierten die Gemeindevertreter für den Abwägungsbeschluss, einhellige Zustimmung fand auch der Städtebauliche Vertrag.

Seit dem Beginn der Planungen vor rund fünf Jahren als Infrastrukturprojekt hätten sich etliche Änderungen ergeben, sagte Frank Bremer während der Sitzung der Gemeindevertreter. „So schaffen wir weitsichtig ein Mitarbeiter-Wohnhaus“, sagte er. Bei dem Reiterhof handele es sich nicht um eine geschlossene Ferienanlage. Sowohl Gastronomie als auch die „hochmoderne Reitanlage“ werden laut Investor öffentlich zugänglich sein. Derzeitiger Stand ist: Die Planungen sind beinahe am Ende, alles ist geklärt, es gibt keine offenen Fragen mehr, erklärte Frank Bremer.

Wohnhaus bleibt stehen

Während der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange, etwa Behörden oder Naturschutzverbänden, sind dem Investor zufolge bisher nur positive Stellungnahmen gekommen. Das mag mit einer Umplanung der Bebauung auf dem gut sechs Hektar großen Areals in dem Dierhäger Ortsteil zusammenhängen. Die Ferienhäuser sollen nun am nördlichen Rand des Bebauungsgebietes entstehen. Raus aus dem Plangebiet ist das Mehrfamilienhaus. Die Bewohner hatten anfangs befürchtet, im Zusammenhang mit dem Bau der Reitanlage weichen zu müssen, weil das Gebäude abgerissen werden könnte (die OZ berichtete), um einem Parkplatz zu weichen. Davon ist keine Rede mehr, das von mehreren Mietern bewohnte Haus bleibt stehen.

Ganz so rund läuft das Projekt aber nicht. Einer Verwirklichung steht derzeit noch der fehlende Flächennutzungsplan für das Ostseebad im Weg. Vor dessen Bestätigung kann Frank Bremer in Neuhaus nicht einen Stein auf den anderen setzen. Seit Jahren ringt Dierhagen um diesen Plan, der nun aber zur Genehmigung bereitsteht. Erst mit dessen Beschluss kann die letzte Abstimmung über den Bebauungsplan erfolgen.

Großzügiger Ausgleich

Und da ist noch mehr: Das B-Plan-Gebiet muss aus dem bestehenden Landschaftsschutzgebiet herausgetrennt werden. Laut dem Planer des Vorhabens werde das von den Naturschutzbehörden bejaht. Im Gegenzug solle großzügig Ersatz geschaffen werden. Knapp zwei Hektar größer soll die Ausgleichsfläche für den Reiterhof werden. Für 14 zu fällende Bäume im Baugebiet würden 23 neu gepflanzt. Sämtliche Ausgleichsmaßnahmen, so war während der Sitzung der Gemeindevertretung zu hören, erfolgten innerhalb des Gemeindegebietes, meist sogar nahe des Planbereichs.

Anderenorts erfolgt die Herausnahme eines Baugebietes nicht so einfach. Beispiel Borner Holm: Dort hat die Kommune Grundstücke verkauft, damit eine Investorengesellschaft Ferienhäuser, ein privater Geldgeber ein Hotel errichten kann. Für das Vorhaben gab es sogar eine Ausnahmegenehmigung des Landkreises. Doch nach Klagen stoppte das Verwaltungsgericht das Vorhaben, kreidete das bis dahin mehrfach angewandte Verfahren einer Naturschutzrechtlichen Genehmigung an. Aktuell warten die Streitparteien auf ein Urteil. Auch dort möchte die Kommune das Baugebiet nun aus dem Landschaftsschutzgebiet heraustrennen. Anders als in Dierhagen gibt es in Born und aus benachbarten Kommunen erhebliche Widerstände gegen das Vorhaben.

Keine Diskussion

Eine Diskussion über das inzwischen modifizierte Vorhaben hat es während der Sitzung der Gemeindevertreter von Dierhagen nicht mehr gegeben.

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Von Timo Richter

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