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Ribnitz-Damgarten Rekord: Über 5000 Besucher beim Darßer Naturfilmfestival
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Rekord: Über 5000 Besucher beim Darßer Naturfilmfestival
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18:44 06.10.2019
Die Preisträger des Deutschen Naturfilmpreises mit Bettina Martin (Bildmitte), Mecklenburg-Vorpommerns Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Quelle: Susanne Retzlaff
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Wieck

Der Oskar der Naturfilmemacher heißt Kranich und wird in zwei Größen und fünf bis sieben Kategorien vergeben. Er ist insgesamt mit beachtlichen 21 000 Euro dotiert. Zum zwölften Mal trafen sich am Samstagabend Regisseure, Kameraleute und Drehbuchautoren, aber auch Filmmusikschaffende, Redakteure und Produzenten des Genres zum Festakt in Wieck, um das Urteil der fünfköpfigen Preisjury entgegenzunehmen. Im Rahmen des Darßer Naturfilmfestivals, das seit dem 2. Oktober in Ahrenshoop, Born, Prerow, Wieck und Zingst über 30 Filme sowie Vorträge, Exkursionen, Lesungen und Ausstellungen sah, wurde der Deutsche Naturfilmpreis vergeben.

Mehr als 100 Beiträge hatte eine Nominierungsjury vorab gesichtet und zwölf sehr unterschiedliche Filme herausgefiltert, darunter ermutigende Geschichten von Menschen, die mit der Natur wirtschaften, besorgniserregende Befunde von sterbenden Insekten oder erstaunliche Phänomene wie unsichtbare Flüsse, salzsuchende Elefanten, tierische Moden, seltene Affen oder ganz tiefe Wasser. Nun waren sechs verschlossene Umschläge mit den Namen der Siegerfilme übrig geblieben, die die fünfköpfige Jury mit in die Arche gebracht hatte.

Bildergalerie: Die strahlenden Gewinner

Bildergalerie von der Verleihung des Deutschen Naturfilmpreises beim Darßer Naturfilmfestival in Wieck.

Erstmals bei diesem Familientreff der Naturfilmer mit dabei war Mecklenburg-Vorpommerns Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Bettina Martin. 130 Tage im Amt, überbrachte sie die Grüße der Schirmherrin Manuela Schwesig. „Ich habe mich riesig auf diesen Abend gefreut“, gestand sie. „Naturfilme eröffnen einen emotionalen Zugang und leisten einen Beitrag zu Natur- und Umweltschutz.“ Das Festival und der Austragungsort passten wunderbar zusammen, es habe Strahlkraft und träfe den Nerv der Zeit.

Festivalleiter Kai Lüdeke, Geschäftsführer der Deutschen Naturfilmstiftung, bestätigt einen sich stärker herauskristallisierenden Trend zu beeindruckenden Bildern plus Geschichte und Botschaft und freute sich, dass sich das Festival immer fester in der Region und ihren Gemeinden verankere. Eingestimmt auf die Preisverleihung wurden die rund 200 Gäste mit einem Klangerlebnis.

Die Zuschauer von morgen

Den Preis der Kinderjury vergaben die „Darßer Dachse“ (Prerower Nachwuchsranger im Nationalpark). Anstrengend, aber auch schön fanden sie ihre Aufgabe als Jury und waren fasziniert vom breiter werdenden Graben zwischen Kontinentalplatten und tollen Unterwasseraufnahmen. Für „Magisches Island“ kann Regisseur Jan Haft nun seinem Schwarm einen weiteren kleinen Kranich zugesellen. „Das sind die Zuschauer von morgen“, freute sich der Regisseur über den Erfolg beim Nachwuchs.

Der Publikumspreis ging an Yann Sochaczewski (v.l.), Henry M. Mix und Björn Schwake, hier mit Moderator Eric Meyer. Quelle: Susanne Retzlaff

Björn Schwake, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern und selbst Festivalgänger, überreichte den Publikumspreis. „Wir wollen schützen, was wir lieben, die Filme können zeigen, wo und wie. Es ist Zeit zu handeln.“ Yann Sochaczewski (Regie, Buch, Kamera) und Henry M. Mix (Kamera) freuten sich über einen (weiteren) Kranich für „Die verrückte Welt der Hörnchen“. Über zwei Jahre drehten sie an ihrem Film, nutzten Topp-Technik – Aufwand, für den man starke Partner und Produktionsfirmen braucht. Für ihr „Hörnchenkino“ konnten sie einen weiteren Preis mit nach Hause nehmen, die Jury war von der herausragenden Leistung der immerhin acht beteiligten Kameraleute beeindruckt.

Bildergalerie: So schön wird das Darßer Naturfilm Festival

Wir zeigen vorab einige Impressionen aus den Filmen

Naturparadies mit Zukunft

Es hatte sich schon abgezeichnet, die andere Auszeichnung für herausragende Leistungen vergab die Jury an Musik, und zwar an das Sound-Design in „Die Weihnachtsinsel & der Palmendieb“. Oliver Heuss zeichnete dafür verantwortlich, dass „stumm scheinende Tiere individuellen Charakter bekommen“, begründete die Jury.

Preisträger in der Kategorie Wildnis Natur: Ralf Fronz (h.l.) und Uwe Müller mit Scarlet (v.l.) und Annabell. Quelle: Susanne Retzlaff

Großen Beifall fanden die über 200 Gäste in der Arche für die Vergabe der großen Kraniche. Der Preis für den besten Film der Kategorie „Mensch und Natur“ ging an „Naturparadiese mit Zukunft: Kongo“. Thomas Weidenbach (Regie, Buch) und Michael Kern (Kamera) kamen mit einer afrikanischen Geschichte zurück „die fast zu gut ist, um wahr zu sein“. Offenbar gelingt es im Norden der Republik Kongo, nachhaltige Holznutzung in von Gorillas bewohnten Tropenwäldern zu betreiben.

Wirklich wild wird es nachts und der Tatort liegt direkt vor der Haustür: Mit Witz und Poesie beschreibe Uwe Müller (Regie, Buch, Kamera) in „Wilde Nächte - Wenn die Tiere erwachen“ ungeahnt dunkle Machenschaften. Dafür gab es den Preis in der Kategorie Wildnis Natur. Doch die eigentlich „Schuldigen“ in diesem Krimi seien seine Töchter Scarlet und Annabell, die auch die Hauptrolle in seinem Leben übernommen und seinen Fokus auf die Abenteuer im eigenen Garten gelenkt hätten.

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Von Susanne Retzlaff

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