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Ribnitz-Damgarten Rekord in atemberaubender Atmosphäre
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Rekord in atemberaubender Atmosphäre
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19:01 07.07.2019
Mehr als 130 Fahrzeuge nahmen an der Parade auf dem Flugplatzgelände am Samstag teil. Quelle: Susanne Retzlaff
Pütnitz

Da konnte es der Regen noch so oft versuchen, immer wieder hatte der Duft von Diesel und Zweitaktgemisch die eben vom Schauer frisch gereinigte Luft geschwängert. Nein, der Regen hatte keine Chance gegen die 4180 Ostblock-Oldies, die auf die Halbinsel im Ribnitzer See rollten, deutlich mehr Fahrzeuge als erwartet. „Das ist absoluter Rekord“, freute sich Frank Müller-Meinke, Vorsitzender des Technikvereins Pütnitz.

4300 aktive Teilnehmer und 8000 Tagesgäste ließen sich das Ereignis nicht entgehen. Unterwegs wollten immer wieder Simsons von ihren Fahrern wieder zum Laufen gebracht werden, auf dem Gelände patrouillierte die Volkspolizei mit Blaulicht und Sirene. Ganz Deutschland scheint von Pütnitz aus fußläufig erreichbar, wie die gelben Ortsschilder der Teilnehmerlager zeigen, Klütz, Berlin, Wegefahrth, Duvendiek, die weiteste Anreise mit rund 2100 Kilometern aber hatte ein Trabant 601 Kombi aus Moskau, aber auch aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden oder Schweden waren Gäste gekommen.

Eine Persönlichkeit des Ostblocktreffens: „Generaloberst“ Joachim Langner (79) aus Barth. Quelle: Susanne Retzlaff

Auf der Rummelmeile mit Riesenrad und Astrokreisel wird plötzlich salutiert, ihn erkennen Fans auch ohne Uniform. Die hatte „Generaloberst“ Joachim Langner – seit dem zweiten Treffen dabei und mit 79 Jahren noch lange nicht a. D. – wegen des Regens im Schrank gelassen. Nun inspiziert der Barther mit seinem Fahrer aus der Uckermark im Kübel-Trabant, Baujahr 1967, Gelände und Truppen und ist zufrieden: „Die Stimmung ist sehr gut!“

Das können Aline (19) und Carlo (6) Schönfeldt aus Jördenstorf (Lkr. Rostock), nur bestätigen. Sie gehören mit Alines Vater Andy (52) und Thomas Rademann zu einer zwölfköpfigen Gruppe, die mit Trabis, Trecker, Klapprad, Simson und einer Feuerwehr nach Pütnitz gekommen sind.

Impressionen vom 18. Ostblocktreffen auf der Halbinsel Pütnitz.

Angeführt von der Volkspolizei und gefolgt von der Vereinsfahne und dem Titelmodell des aktuellen Treffens (Lada), nahmen weitere 135 Fahrzeuge an der großen Parade teil. Da spuckten Panzer, Feuerwehren, Brückenleger, Gelände-Lkw, Ural, Trecker, Trabis, Multicars, Ikarus-Busse von Zigarre bis Gelenk, jede Menge Simsons und Schwalben ihre Schwaden in die Welt. Auf dem Platz vor der Halle 1 werden Luise, Peter und Steffi danach einen Versuch haben, den rosa Zil einzuparken, dessen Motorhaube die Sicht behindert. Und Angie wird ihren Papa am Steuer des Lkw mit dem Bobbycar abhängen und eine gemeinsame Fahrt im Ural über den Geländeparcours gewinnen.

Die Aktion „Panzer gegen Golf“ hatte einen eindeutigen Sieger. Quelle: Susanne Retzlaff

Lkw-Selbstfahren und Panzerrundtouren gehören zu den beliebten Angeboten, genauso wie die Gelegenheit, Fahrzeug und Fähigkeiten im „Modderloch“ zu testen. Bertram Ahrens aus Rostock steuerte seinen grünen Trecker gleich mehrmals durch den tiefsten Schlamm. Bei „Panzer gegen Pkw“ wurde ein Golf geplättet. Und schließlich gelang der Beweis, dass man durchaus mit sieben Personen in einem „Polski-Fiat“ (Fiat 126) an den Balaton fahren konnte: „Warm, angenehm, ein bisschen eng, aber machbar“, bestätigten die Betroffenen.

Uwe Oschecker (62) und Gerald Müller (56) reisten aus Bitterfeld und Bernburg an. Quelle: Susanne Retzlaff

Viel Ostalgie mischt sich mit einem Schuss Karneval und Technik, auf die man stolz sein kann: „Wir müssen die Zylinderkopfdichtung wechseln“. Nutzer handelsüblicher Pkw müssen bei dieser Diagnose schwer schlucken, Uwe Oschecker (62) und Gerald Müller (56) aus Bitterfeld und Bernburg greifen zum Schraubenschlüssel und machen es bei ihrem GAZ 69 einfach 'mal eben selbst. Mit elf Leuten sind Oschecker und Müller angereist, die Gruppe besucht Treffen in ganz Deutschland. „Das hier ist ein Highlight, nicht nur, weil es das größte Treffen ist. Schon die Fahrt selbst ist ein Genuss, die Alleen hier und die Dörfer.“

Susanne Retzlaff

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