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Ribnitz-Damgarten „Weil so viele Menschen einsam und allein sind“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Weil so viele Menschen einsam und allein sind“
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15:50 24.12.2018
In Gesellschaft statt alleine zu Hause: Rosi Scharfenort (v.l.) mit ihren Kindern Lisa, Lenny und Freddy (r.) und Schwiegertochter Manuela Scharfenort (2.v.r.) mit ihren Kindern Semir (4.v.l.) und Lennard (3.v.r.). Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe. Dass es diese durchaus noch gibt, bewies das zweite Weihnachtsessen, das Rolf Reuter, ehemaliger Leiter des Ribnitzer Wohlfühlhauses in Ribnitz, gemeinsam mit etwa 15 ehrenamtlichen Helfern am Heiligtag organisiert hatte. 80 Gäste begrüßten „Rolf und seine Freunde“, wie Reuter sagte, in der Caribaltic-Bar in Ribnitz. Gäste, Erwachsene wie Kinder, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

„Weil so viele Menschen einsam und allein sind und wenig haben“, sagt Rolf Reuter auf die Frage, warum er im vergangenen Jahr das Weihnachtsessen ins Leben gerufen hatte. Aus der Langzeittherapie für Suchtkranke stammten die Gäste, bei der Tafel hatte Reuter für die Veranstaltung geworben. „Und aus dem Stadtbild“, so der Gelbensander vielsagend. Reuter habe vor Jahren selbst einmal in einem tiefen Loch gesteckt. „Es ist ein komisches Gefühl, wenn man am 24. Dezember niemanden hat.“

Der Weihnachtsmann sorgte für leuchtende Kinderaugen. Jedes Kind bekam ein Geschenk. Quelle: Robert Niemeyer

Dank der Unterstützung vieler durften die Gäste am Montag einen ganz besonderen Tag erleben. Ente mit Rotkohl und Klößen wurde serviert, für die Kinder Nudeln mit Tomatensoße. Hinterher gab es ein Eis, gestiftet von Eisbär-Eis aus Plummendorf. Remo Maletz stellte die Caribaltic-Bar kostenfrei für das Weihnachtsessen zur Verfügung. Vom Vierlande Food Service gab es die Enten für einen besonders günstigen Preis. Die Bodden-Apotheke, der Ribnitzer Famila-Markt und der Aktiv Pflegeservice unterstützten die Aktion ebenfalls. „Zeit und Liebe schenken, das ist doch der Gedanke von Weihnachten“, sagt Jana Melzow. Sie und ihr Team hatten vier Tage lang in der Küche das Weihnachtsessen vorbereitet. „Und man tut sich selbst auch etwas Gutes damit.“

Initiator Rolf Reuter und Jana Melzow, die mit ihrem Team das Weihnachtsessen zubereitete. Quelle: Robert Niemeyer

Besonders groß wurden die Augen der Kinder, als der Weihnachtsmann vorbeischaute. Unter der Weihnachtstanne lagen zahlreiche Geschenke –Spielzeug, Kleidung, Bücher –die Dörte Hampel und ihre Tochter organisiert hatten. „Es ist ein schöner Moment, wenn ein Mädchen sagt, dass das ihr schönstes Weihnachtsfest ist. Wir möchten den Leuten helfen, denen es nicht so gut geht, dass sie wenigstens einen schönen Tag an Weihnachten haben“, so die Rostockerin. Andererseits sei es traurig, dass der Bedarf überhaupt existiere. Es habe laut Rolf Reuter sogar mehr Anfragen gegeben als Plätze vorhanden waren.

„Es ist wichtig, anderen zu helfen, ihnen Freude zu geben und selbst Freude zu empfangen“, sagte Beate Scholz. Die 76-Jährige ist ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Auch sie gehörte am Montag zu den ehrenamtlichen Helfern.

„Das ist eine tolle Idee für Menschen, die sich nicht so viel leisten können“, freute sich Manuela Scharfenort über den gelungenen Tag. Sie war mit ihren Kindern Semir und Lennard Gast beim Weihnachtsessen. „Ich würde sonst alleine zu Hause sitzen. Man fühlt sich wohler unter Menschen“, ergänzt Rosi Scharfenort. Die Ribnitzerin ist alleinerziehend, hat 13 Kinder, von denen noch fünf im Haushalt leben. „Wenn man nicht viel hat, freut man sich über jede Hilfe.“

Robert Niemeyer

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