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Ribnitz-Damgarten „So habe ich den Herbst ’89 erlebt“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „So habe ich den Herbst ’89 erlebt“
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16:06 28.11.2019
In der Wendezeit 1989/90 trugen die Einwohner von Ribnitz-Damgarten ihre Forderung nach Freiheit auf die Straße. Quelle: Andreas Ciesielski/Archiv Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Über mehrere Wochen war im Foyer des Ribnitzer Rathauses eine Ausstellung über die Ereignisse in Ribnitz-Damgarten in den acht Monaten von Oktober 1989 bis Mai 1990 zu sehen. Zahlreiche Bild- und Schriftdokumente riefen bei Ribnitz-Damgartenern, die die Ausstellung besuchten, Erinnerungen an diese Zeit wach. Begleitend zur Ausstellung hatte Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums, Fragebögen ausgelegt. Unter der Überschrift „So habe ich den Herbst ’89 erlebt...“ wurden die Besucherinnen und Besucher gebeten, schriftlich elf Fragen zu beantworten. 17 kamen dieser Bitte nach. Die Antworten fallen zum Teil sehr unterschiedlich aus, zum Teil gibt es große Übereinstimmungen. Ein Begriff findet sich auf fast allen ausgefüllten Fragezetteln: Freiheit. Freiheit heißt für die einen, endlich hinter die Mauer schauen zu können, andere verbinden mit dem Wort eher die Möglichkeit, sich frei und nach den eigenen Wünschen entwickeln zu können. Ohne „Bevormundung und Unterdrückung in Schule und Beruf“.

Positive Entwicklung der Bernsteinstadt wird betont

Gefragt wurde auch, ob und wie sich der Ort, in dem die Besucher der Ausstellung 1989 wohnten, nach der Wende verändert hat. In fast allen Antworten wird zum Ausdruck gebracht, dass sich Ribnitz-Damgarten „sehr zum Positiven“ entwickelt habe. Vieles sei restauriert, saniert und neu gebaut worden. Hervorgehoben werden auch die Sauberkeit und die gute Infrastruktur. Ein Besucher schreibt, Ribnitz-Damgarten „ist ein schöner und lebensfroher Ort geworden“.

In den Antworten widerspiegeln sich auch sehr deutlich die Veränderungen in der Arbeitswelt nach der Wende. Für sieben Besucher, die sich an der Umfrage beteiligt haben, brachte die Wende einen Berufswechsel mit sich.

Wie wird die Wende aus persönlicher Sicht beurteilt? Dazu schreibt ein Besucher: „Wie schön, dass ich schon 30 Jahre im geeinten Deutschland leben kann. Ich bin dankbar, in zwei gesellschaftlichen Systemen gelebt zu haben (Vergleiche).“ Ein anderer ist der Meinung, dass die Wende „das Beste war, was dem Land passieren konnte.“ In einem weiteren Eintrag heißt es, dass die friedliche Revolution ein großer Gewinn gewesen sei. „Die DDR war wirtschaftlich am Ende. Das Möbelkombinat hat für 1000 DDR-Mark eine Schrankwand gebaut und sie für 230 DM an Neckermann verkauft.“ Ein anderer bezeichnet die Zeit der Wende als aufregende Zeit, in der vieles möglich war, „was heute nicht mehr geht“.

Freiheit ohne Gewalt errungen

Gefragt wurde auch, ob die Wende eine wertvolle Erfahrung bleibe und ob es Enttäuschungen gebe. Ein Besucher antwortete, dass aus seiner Sicht die Wende viel zu schnell gekommen sei, „der Westen hat uns gefressen“. Für die meisten Teilnehmer der Umfrage hingegen bleibt die Wende eine wertvolle Erfahrung. Man habe Geschichte geschrieben und die Freiheit ohne Gewalt erkämpft. Der Schreiber oder die Schreiberin fährt dann fort: „Wir müssen achtsam mit unserer Demokratie umgehen. Manchmal fehlt uns im Alltag die Dankbarkeit für unser Leben.“ Und ein anderer Teilnehmer der Umfrage schreibt, dass es für ihn selbst keine Enttäuschung gegeben habe. Schade sei, „dass Menschen vieles, was wir in der DDR entbehren mussten und nicht hatten, schon vergessen haben. Sie erkennen ihre Eigenverantwortung für das Leben nicht.“

Axel Attula sagte nach der Auswertung der Antworten, dass mit dieser Befragung natürlich kein Querschnitt der Bevölkerung abgebildet werden könne, aber es seien viele interessante Gedanken geäußert worden. In gewisser Weise sei mit der Umfrage die Ausstellung ergänzt worden: Während diese ausschließlich die Ereignisse in den acht Monaten von Oktober 1989 bis Mai 1990 dokumentiert, zeigen die Antworten, welche ganz konkreten Auswirkungen die Wende in den Jahren nach 1889 auf das Leben der Besucher der Ausstellung hatte.

Von Edwin Sternkiker

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