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Ribnitz-Damgarten AfD tritt erstmals zur Stadtvertreterwahl an
Vorpommern Ribnitz-Damgarten AfD tritt erstmals zur Stadtvertreterwahl an
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05:18 20.05.2019
Michael Meister ist einer von fünf Kandidaten der AfD für die Stadtvertreterwahl in Ribnitz-Damgarten. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Erstmals seit ihrem Bestehen schickt die Alternative für Deutschland (AfD) Kandidaten zur Wahl der Stadtvertretung Ribnitz-Damgartens ins Rennen. Fünf Bewerber treten für die AfD am 26. Mai bei der Kommunalwahl an, vier davon sind Parteimitglieder, einer ist parteilos. Zwischen 40 und 45 Jahre alt stehen die Kandidaten laut Michael Meister, auf Platz eins der AfD-Liste gesetzt, in der Mitte der Gesellschaft. „Wir möchten uns aktiv für die Interessen der Stadt und der Bürger einsetzen. Uns geht es ernsthaft nur um Ribnitz-Damgarten“, begründet der 44-Jährige den Schritt, eine Liste für die Stadtvertreterwahl aufzustellen.

Und während auf Bundes- und Landesebene Teile der Partei vor allem mit rechtspopulistischen Forderungen für Diskussionsstoff sorgen und die AfD derzeit auch auf Kreisebene mit innerparteilichen Querelen zu tun hat, gehe es auf der untersten kommunalpolitischen Ebene laut Meister darum, „vernünftig und konstruktiv Probleme anzusprechen und zu lösen“. Er und seine Mitstreiter hätten keinerlei Ressentiments gegenüber anderen Wählergruppen und Parteien, in der Hoffnung, dass es andersrum ebenso ist. „Wir möchten keinen Radau machen“, so der pensionierte Polizist.

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Das Fehlen an kommunalpolitischer Erfahrung sei dabei keineswegs von der Hand zu weisen. „Klar, wir sind Neuanfänger, wir müssen uns einarbeiten, jeder fängt irgendwo an“, sagt Michael Meister. Entsprechend schwer tut sich die Ribnitz-Damgartener AfD-Gruppe jedoch offenbar, konkrete Ziele oder gar ein Wahlprogramm für die Stadt zu formulieren. Auf Kreisebene gibt es dagegen eines mit diversen Forderungen für Vorpommern.

„Wir möchten die Gewerbetreibenden stärken“, sagt Michael Meister. Ein Ansatz: Abgaben wie beispielsweise die Fremdenverkehrsabgabe zu hinterfragen. „Die Gewerbetreibenden sollen mehr davon haben“, so der 44-Jährige. Überhaupt sollten in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung Gespräche mit den Unternehmen geführt werden, um die Probleme zu finden und Lösungsansätze zu erarbeiten.

Ein Schwerpunktthema der AfD sei die Jugendarbeit in der Bernsteinstadt. In der Diskussion um den regelmäßig vermüllten Marktplatz und die Frage nach Angeboten für Jugendliche sollten auch hier die Wünsche der jungen Menschen gehört werden. Daraus könnten konkrete Maßnahmen abgeleitet werden.

In Sachen touristischer Entwicklung sehe Meister durchaus Potenzial für mehr Übernachtungskapazitäten, „wenn die Touristenzahlen das hergeben“. Im Vergleich zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst könnten geringere Übernachtungspreise bei ähnlichem Standard Urlauber auch in der Bernsteinstadt locken.

Auf dem Wohnungsmarkt würden laut Meister vor allem bezahlbare, größere Wohnungen fehlen. Die Vermarktung von Eigenheimgebieten in der Stadt sei sozial ungerecht. „Ich bin kein Fan davon, Baugrundstücke an den Höchstbietenden zu verkaufen“, so Meister. Die Stadt hatte zuletzt ein Gebotsverfahren für den Verkauf von Grundstücken angewandt. Meister könnte sich eine Art Losverfahren vorstellen, „damit auch Ribnitz-Damgartener zum Zuge kommen“. Vonseiten der Verwaltung hieß es dazu vor einiger Zeit, dass der Großteil der Grundstücke, etwa am Baugebiet Sandhufe, an Einheimische gegangen sei.

Die Wunschvorstellung für den Ausgang der Wahl zur Stadtvertretung am 26. Mai sei laut Meister, dass alle fünf Kandidaten den Einzug in das Stadtparlament schaffen. „Das wäre schon ein Traum“, sagt der 44-Jährige. „Wir sind relativ jung und deshalb vielleicht etwas flexibler und kreativer.“

Die Kandidaten der AfD

Am 26. Mai wird eine neue Stadtvertretung in Ribnitz-Damgarten gewählt. Für die AfD treten an: Michael Meister, Polizeibeamter a. D., Stefan Giese, Polizeibeamter, Ramona Giese, Servicekraft, Michael Lorusch, selbstständig, Enrico Fleck, Koch.

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Robert Niemeyer

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