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Ribnitz-Damgarten Eine Region hält zusammen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Eine Region hält zusammen
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16:41 27.12.2018
Im Vogelpark Marlow waren am Osterwochenende sämtliche Flugvolieren unter Schneemassen zusammengebrochen. Quelle: Frank Söllner
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Ribnitz-Damgarten

Das Jahr 2018 nähert sich dem Ende, für viele Menschen ein Zeitpunkt, zurückzublicken auf das Geschehene, auf das Erreichte, aber auch auf das nicht Geglückte. Im ersten Teil unseres Jahresrückblicks lesen Sie, was die Menschen in der Region Ribnitz-Damgarten, von Zingst bis Dettmannsdorf, von Altheide bis Barth in den ersten sechs Monaten bewegt hat.

Tausende lassen sich typisieren

Wagt man den Versuch, das erste Halbjahr 2018 zu charakterisieren, könnten die Begriffe Menschlichkeit und Zusammenhalt eine Richtung weisen. Wie kaum an kaum einem anderen haben die Menschen am Schicksal der Prerower Ärztin Inka Horn Anteil genommen. Anfang März erhielt sie die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Horn war als Frauenärztin hoch angesehen, ihr Praxis war ihr Lebenswerk. Die dreifache Mutter engagierte sich darüber hinaus für ihre Mitmenschen. Während die Prerowerin in Berlin therapiert wurde, setzten sich zahlreiche Menschen dafür ein, Horn zu helfen. Sie brauchte eine Stammzellenspende. Mehr als 2000 Menschen gaben in den folgenden Monaten eine Speichelprobe ab. Unter anderem hatten die Feuerwehren der Region ihre Gerätehäuser für Typisierungsaktionen zur Verfügung gestellt. Das Ziel: Einen passenden Knochenmarkspender für Inka Horn zu finden.

So war das Jahr 2018 in der Region Ribnitz-Damgarten.

Eine Reise mit Höhen und Tiefen und einem tragischen Ende. Im Mai war endlich der ersehnte Spender gefunden. Die Hiobsbotschaft folgte auf dem Fuße. Der Kandidat war selbst an einer Vorstufe von Leukämie erkrankt, kam somit nicht mehr infrage. Anfang Juli dann die erlösende Nachricht. Ein weiterer Spender war gefunden, eine Stammzellentransplantation wurde durchgeführt. Anfang Oktober dann die traurige Nachricht: „Trotz erfolgreicher Stammzellenspende und Eurer tausendfachen Unterstützung war es letztlich ein Infekt, der Inka nach einem langen und sehr schweren Kampf das Leben kostete“, hieß es auf der Facebook-Seite „Inka muss leben“. Das dramatische Ende einer herzergreifenden Geschichte. Es mag zumindest ein schwacher Trost sein, dass durch das Schicksal Inka Horns so viele Menschen für das Thema Blutkrebs sensibilisiert worden sind und als neue, potenzielle Spender möglicherweise anderen Menschen das Leben retten.

Drama im Vogelpark

Ein anderes Drama spielte sich im Vogelpark Marlow ab. Die Schneemassen, die in der Nacht vom Ostersonnabend auf Ostersonntag gefallen waren, hatten mit ihrem Gewicht sämtliche Flugvolieren des Parks zerstört. Mehr als 50 Tiere entwichen. Der Schaden ging in die Hunderttausende. Tränen rollten bei den Mitstreitern um Park-Chef Matthias Haase. Ein Lebenswerk über Nacht zusammengebrochen. Aus den Tränen der Trauer wurden schnell Tränen der Rührung und Freude. Bereits am Ostermontag hatte sich eine Delegation um Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Tragödie gemacht und sofort finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau versprochen. Hunderte Marlower und Freunde des Vogelparks packten bei den Aufräumarbeiten freiwillig mit an oder spendeten Geld. Fast täglich brachten aufmerksame Mitmenschen entflohene Vögel zurück. Eine Solidaritätswelle für einen Leuchtturm der Region. Und am Ende des Jahres kam auch das Lächeln bei den Parkmitarbeitern wieder zurück. Mit fast zwei Millionen Euro Fördermitteln ist der Wiederaufbau der zerstörten Anlagen gesichert. Im kommenden Jahr soll und wird der Marlower Vogelpark in neuem Glanz erstrahlen. Ein guter Zeitpunkt. Denn 2019 geht der Park in seine 25. Saison. Ein Jubiläum, das sicherlich auch gefeiert wird.

„Kerthwende“ im Landkreis

Politisch stand das erste Halbjahr ganz im Zeichen der Wahl eines neuen Landrates. Ralf Drescher hatte angekündigt, im Oktober sein Amt niederzulegen. Fünf Kandidaten gingen ins Rennen. Der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) und Barths Bürgermeister Dr. Stefan Kerth zogen in die Stichwahl ein. Hatte Kuhn im ersten Wahlgang noch sechs Prozentpunkte Vorsprung vor seinem Kontrahenten gelegen, zog Kerth am 10. Juni an ihm vorbei, holte 56,6 Prozent der Stimmen. Getrübt wurde dieses Ergebnis jedoch von der schwachen Wahlbeteiligung. Gerade einmal 20,6 Prozent der Wahlberechtigten traten am Wahltag an die Urne.

Schlagzeilen 2018

18. Januar: „Der Mann schleppte sich blutend aus dem Wald“ - Ein 29 Jahre alter Russe verletzt in Barth einen 36-jähriger Mann aus der Ukraine mit einem Messer lebensgefährlich. Die Polizei nimmt den Russen noch am selben Tag fest.

25. Januar: Nach Hitlervergleich: Wiecker fordert Rücktritte – Nachdem der Vorsteher des Amtes Darß/Fischland und Borner Bürgermeister Gerd Scharmberg im sozialen Netzwerk mit Hitler verglichen worden ist, wird der Rücktritt von drei Wiecker Gemeindevertretern gefordert, weil sie den Beitrag geteilt bzw. geliket haben. Scharmberg selbst prüft rechtliche Schritte.

10. Februar: Großprojekt in der Bernsteinstadt: Neue Schule für mehr als 30 Millionen Euro – Die Stadtverwaltung stellt vier Varianten für den sogenannten Bildungscampus in Ribnitz West vor. Zwei Varianten schicken die Stadtvertreter später ins Rennen um Fördermittel.

20. Februar: Einbrecher verwüsten Ribnitzer Sozialkaufhaus – Die Täter zerschlugen Fenster und leerten sechs Feuerlöscher.

28. Februar: Was wird aus dem Stadtkulturhaus? - Eine Arbeitsgruppe zum Erhalt des Traditionshauses in Ribnitz hat getagt. Das Ergebnis: Für die Theatergruppe Schlündelgründer geht es vorerst weiter. Die Zukunft des Hauses ist jedoch nach wie vor offen.

3. März: Ernst Branse wird zum neuen Stadtpräsidenten in Barth gewählt – Der CDU-Kandidat gewinnt die Wahl gegen Holger Friedrich (SPD) und wird Nachfolger von Petra Meinert.

16. März: Bürgermeister gesucht – Nach dem Rücktritt von Hagen Oehlckers treten mit Sandra Schröder-Köhler und Rene Wegner zwei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Ahrenshagen-Daskow im Mai an. Schröder-Köhler erhält am Ende die meisten Stimmen.

27. März: Frau des Schalke-Präsidenten kauft Traditionslokal „Buhne 12“ - Margit Tönnies erwirbt die Traditionsgaststätte. In Ahrenshoop hofft man auf einen Weiterbetrieb des Restaurants.

4. April: Bernsteinmuseum nimmt Café selbst in die Hand – Nach dem Rückzug des Christlichen Jugenddorfwerkes betreibt das Museum das Café in Ribnitz weiter.

16. April: Applaus für einen 16-Tonner – Die Feuerwehr Ribnitz-Damgarten stellt auf dem Ribnitzer Markt ihr neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug vor. Fast 500000 Euro hat das HLF gekostet.

19. Mai: Flaggschiff der Bahn kommt nach Ribnitz-Damgarten – Auf der IC-Strecke Stralsund-Karlsruhe werden künftig auch ICE-Züge eingesetzt, mit Halt in Ribnitz und Damgarten.

25. Mai: Wal am Strand löst Zweifel und Ärger aus – Ein Pottwal aus Plastik wird am Zingster Strand entdeckt. Eine Kunstaktion anlässlich des Fotofestivals „Horizonte“, die nicht bei allen gut ankommt.

11. Juni: „Kerthwende“ geschafft – Der Barther Bürgermeister Dr. Stefan Kerth wird überraschend zum neuen Landrat Vorpommern-Rügens gewählt.

Robert Niemeyer

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