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Ribnitz-Damgarten Mehr Papierkörbe für Wuffis Häufchen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Mehr Papierkörbe für Wuffis Häufchen
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14:54 23.04.2019
So ist es richtig: Die Hinterlassenschaften des besten Freundes des Menschen gehören in den Mülleimer, wie hier auf dem Ribnitzer Marktplatz. Quelle: Robert Niemeyer 
Ribnitz-Damgarten

Die Bernsteinstadt soll „hundefreundlich und hundebesitzerfreundlich“ werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion SPD/Grüne in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung eingebracht. Darin wird die Stadtverwaltung aufgefordert, an stark frequentierten Stellen in der Stadt Hundetütenspender aufzustellen. Außerdem sollen häufig genutzte „Gassiwege“ ermittelt und dort an geeigneter Stelle Abfallbehälter aufgestellt werden.

Die Beschlussvorlage wurde mit elf Ja-Stimmen und acht Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Aus Sicht der SPD/Grüne-Fraktion müsse die Stadt als staatlich anerkannter Erholungsort für Gäste wie für Einheimische weiter an Attraktivität gewinnen, indem sie sauberer wird. Als „selbstverständlichen Service für Hundebesitzer“ gebe es in vergleichbaren Städten Hundetütenspender und Abfallbehälter. In Ribnitz-Damgarten sei das Begehren stets abgelehnt worden.

Wahlkampf?

Bevor die Stadtvertreter in die Diskussion einstiegen, verwahrte sich Susann Wippermann von der Fraktion SPD/Grüne gegen den Vorwurf, man betreibe mit dem Thema Wahlkampf. „Wir machen mit Hunde-Exkrementen keinen Wahlkampf.“ Das hielt Thomas Huth (Die Unabhängigen) nicht davon ab, darauf zu verweisen, dass es ihn nerve, dass dieser Antrag ausgerechnet jetzt vor der anstehenden Kommunalwahl am 26. Mai eingebracht worden sei. Inhaltlich habe er jedoch kein Problem damit, sagte er weiter.

Inhaltlich hat auch Horst Schacht (Die Linke) kein Problem damit. Denn Fakt sei, dass, es zu wenige Papierkörbe gebe, in die die Hundehalter die Tüten mit den Hinterlassenschaften ihrer Hunde loswerden können, so Schacht. Das Thema habe man im Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und Verkehr schon lange auf dem Tisch. Aus seiner Sicht müsse man „kein großes Gewese“ darum machen, sondern das Thema einfach anpacken, empfahl Schacht.

Tüten im Ribnitzer See

Die Mehrheit der Ribnitz-Damgartener Stadtvertreter stimmte dafür, dass die Verwaltung Abfallbehälter und Hundetütenspender aufstellt. Quelle: Chris-Marco Herold

Die Idee, Hundetütenspender aufzustellen, ist übrigens nicht neu. Bereits vor einigen Jahren wurde in der Bernsteinstadt ein Versuch gestartet. Die Tütenspender wurden allerdings entweder zerstört oder die darin enthaltenen Tüten für etwas anderes verwendet. Manchmal landeten die Beutel auch im Ribnitzer See.

Nichtsdestotrotz forderte jedoch Hans-Dieter Konkol (CDU/FDP-Fraktion) die Aufstellung von Hundetütenspendern und erinnerte daran, dass es zum Beispiel in Dierhagen damit doch auch klappe. „Und wenn es in Ribnitz-Damgarten nicht klappt, dann können wir die Tütenspender ja immer noch abbauen.“

Dirk Zilius (SPD/Grüne) gab zu bedenken, dass man nicht alle paar Meter einen Papierkorb hinstellen könne, jedem Hundehalter sei es zumutbar, dass er mit der Tüte auch mal 300 Meter zum nächsten Papierkorb gehen könne. „Ich habe nicht den Eindruck, dass es zu wenige Papierkörbe in der Stadt gibt“, so Zilius. Im Übrigen sei in erster Linie die Verantwortlichkeit der Hundehalter gefragt.

Beschwerden häufen sich

Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) machte das Angebot, dass sich alle diejenigen, die den Eindruck haben, dass es zu wenige Papierkörbe gebe, beim Stadtbauhof melden können. „Dort kann dann jeder seinen Vorschlag machen, wo noch Papierkörbe aufgestellt werden sollten, in die die Hundebesitzer die Kotbeutel entsorgen können“, so der Verwaltungschef.

Etwa 1300 angemeldete Hunde leben in Ribnitz-Damgarten. Weil deren Haufen manchmal auf Gehwegen oder auch Spielplätze landen und sich darüber die Beschwerden gehäuft haben, führt das Ordnungsamt verstärkt Kontrollen durch. Darüber hatte erst kürzlich Ingo Woyczeszik vom Sachgebiet für Ordnungsangelegenheiten der Stadtverwaltung Ribnitz-Damgarten informiert (die OZ berichtete).

Schwerpunkte seien die Klosterwiesen, der Boddenwanderweg, der Nizze-Park und die Hafenbereiche von Ribnitz und Damgarten. Andere Halter würden zwar Tüten mitnehmen und die Hinterlassenschaften ihres Hundes einsammeln, mitunter landen die Tüten dann jedoch irgendwo in der Landschaft, so der Ordnungsamtsmitarbeiter.  

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Edwin Sternkiker

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