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Ribnitz-Damgarten Erinnerung an Gefallene wachhalten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Erinnerung an Gefallene wachhalten
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12:00 02.11.2018
Anneliese Sahr und Udo Steinke vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge werden in den kommenden Wochen in Ribnitz und Damgarten Spenden sammeln. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

In den kommenden Wochen sind etwa 800 ehrenamtliche Sammler in Mecklenburg-Vorpommern für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterwegs, um Spenden zu sammeln. Im vergangenen Jahr kamen dabei rund 46 000 Euro zusammen. Allein in Ribnitz und Umgebung betrug der Spendenbetrag 1600 Euro. „Dafür nochmals herzlichen Danke“, so Anneliese Sahr. Mit 84 Jahren ist die Ribnitzerin mittlerweile die älteste Spendensammlerin in Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Jahr startet sie ihre 28. Sammelaktion in Ribnitz-Damgarten. Unterstützt wird sie dabei von Udo Steinke. Er verweist darauf, dass in Absprache mit dem Volksbund ein Teil des Geldes, das in diesem Jahr zusammenkommt, für den ehemaligen Soldatenfriedhof in Damgarten an der Richtenberger Straße verwendet werden soll.

Holzkreuz verschwand von Soldatenfriedhof

Steinke, der für den Altkreis Nordvorpommern Beauftragter im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, erläutert: „Früher erinnerte hier einmal ein großes Holzkreuz an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. Das Kreuz ist schon längst verschwunden. Auch die Grabsteine gibt es nicht mehr. Wir suchen jetzt nach einer Form, wie an die Toten erinnert werden kann, eventuell wieder mit einem Kreuz. Denkbar wären aber auch eine Erinnerungstafel, eine Stele oder auch ein Stein. Dafür ist Geld notwendig. Wir hoffen die dafür notwendigen Mittel durch Spenden zusammen zu bekommen.“

Anneliese Sahr erinnert daran, wofür die Spenden aus den Sammelaktionen auch und vor allem verwendet werden: Allein 2017 wurden in elf europäischen Ländern, darunter Russland, rund 27 000 Umbettungen vorgenommen und Kriegsgräberstätten vergrößert. Außerdem wird mit den Spenden die Pflege der vorhandenen Kriegsgräberstätten gewährleistet und die Jugendarbeit gefördert. Bis zum 18. November, dem Volkstrauertag, werden Anneliese Sahr und Udo Steinke an viele Ribnitzer und Damgartener Türen klopfen und den Menschen, denen sie begegnen, erläutern, warum ihre Spende so wichtig ist. Besonders froh sind die beiden, wenn es gelingt, Angehörigen vermisster Soldaten zu helfen herauszufinden, wo sich deren Gräber befinden. Den Hinterbliebenen diese Gewissheit geben zu können, sei sehr wichtig, sagt Anneliese Sahr. Sie weiß, wovon sie spricht, denn auch von ihrem Vater war nicht bekannt, wo er gefallen war und wo er beerdigt wurde. Drei Jahre nach Kriegsende, 1948, bekam die Familie dann die Nachricht, dass ihr Vater auf einem Soldatenfriedhof in Hamburg Bergedorf beigesetzt worden ist.

Gedenken am Körkwitzer Ehrenmal

Anneliese Sahr: „Meine Besuche bei den Spendern führen mich in persönlichen Gesprächen an das Schicksal, das die Kriege ausgelöst haben. Grabnachforschungen bringen Licht in die dunkle Vergangenheit, so wie bei Frau Blunck, Frau Mandel, Herrn Rath und Frau Behrens.Leid überschattet die Familie von Mandy Jäger; der geliebte Großvater kehrte nicht aus russischer Gefangenschaft zurück. Andreas Jäger sieht noch immer in Gedanken seinen Großvater erkrankt und behindert aus der Gefangenschaft 1948 auf den Bauernhof zurückkommen.“ Das seien nur einige Beispiele macht die Ribnitzern deutlich. Eines stehe fest, so Anneliese Sahr: Jeder weiß, dass sein Beitrag helfe, die Aufgaben des Volksbundes zu erfüllen und die Namen der Kriegstoten in Ehren zu halten.

Wie sie weiter informierte, soll am Freitag, dem 17. November, um 15 Uhr am Körkwitzer Ehrenmal der einheimischen Kriegstoten beider Weltkriege gedacht werden. Dazu seien alle Ribnitz-Damgartener und Körkwitzer eingeladen. „Sehr stolz sind wir darauf, dass es uns vor zehn Jahren gelungen ist, aus der völlig zugewachsenen Gedenkanlage eine würdige Grabanlage zu gestalten“, so Anneliese Sahr abschließend.

Volksbund 1919 gegründet

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (Volksbund) wurde am 16. Dezember 1919 gegründet und ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit humanitärem Auftrag. Er erhält und betreut Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Kriegsgräberstätten) im Ausland. Zu den Aufgaben des Volksbundes gehört auch die Klärung von Schicksalen deutscher Soldaten. Dafür kann ein Grabnachforschungsantrag in Papierform oder online beim Volksbund gestellt werden. Wegen der Häufigkeit mancher Nachnamen ist es wichtig, dass möglichst alle Vornamen und Geburtsdatum des Vermissten angegeben werden. Weiterhin benötigt wird nach Möglichkeit auch das Todesdatum.

Edwin Sternkiker

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