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Ribnitz-Damgarten Hier will Ribnitz-Damgarten 45 Baugrundstücke erschließen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Hier will Ribnitz-Damgarten 45 Baugrundstücke erschließen
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11:25 21.11.2019
Das Interesse der Einwohner an den Plänen der Stadt zur Erschließung eines neuen Wohngebietes in Pütnitz ist groß. In der Sitzung des Stadtausschusses Damgarten wurden sie vorgestellt. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Die Stadt Ribnitz-Damgarten will in Pütnitz und Damgarten neue Wohngebiete erschließen. Um Baurecht zu schaffen, sollen nun die dafür notwendigen Aufstellungsbeschlüsse über den Bebauungsplan Nummer 100 und den Bebauungsplan Nummer 101 auf den Weg gebracht werden. Im Stadtausschuss Damgarten fanden beide Aufstellungsbeschlüsse in der Sitzung am Dienstagabend einhellige Zustimmung.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 100 umfasst die Fläche der landwirtschaftlich genutzten Lagerhallen nördlich der Pütnitzer Straße. Die Gebäude aus DDR-Zeiten sollen abgerissen und die Fläche zu einem reinen Wohngebiet als Abrundung der Ortsrandlage entwickelt werden, erläuterte Stadtarchitekt Heiko Werth in der Sitzung. Die Flächen gehören zum Teil der Stadt, zum Teil befinden sie sich in Privateigentum. Die Kosten des Planverfahrens werden von den Eigentümern anteilig getragen.

Hoher Baubedarf in Damgarten

Die Landwirtschaftshallen aus DDR-Zeiten nördlich der Pütnitzer Straße sollen abgerissen und damit Platz für Eigenheime geschaffen werden. Quelle: Edwin Sternkiker

Das Rathaus will die Wohnbebauung nördlich der Pütnitzer Straße über den Sonderparagrafen 13 b des Baugesetzbuches auf den Weg bringen. Der ermöglicht die Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren.

Der Gesetzgeber hat dieses Instrument eingeführt, damit in den Städten, in denen es eine große Nachfrage nach Baugrundstücken gibt, möglichst schnell Wohnraum geschaffen werden kann. „In Damgarten herrscht eine große Nachfrage nach Baugrundstücken. Die Stadt kann aber derzeit schlichtweg keine baureifen Flächen anbieten“, machte Ausschussvorsitzender Andreas Gohs (CDU/FDP) deutlich.

Allerdings drängt die Zeit. Der Grund: Der Beschluss zur Anwendung des Sonderparagrafen kann nur noch bis Ende dieses Jahres gefasst werden. Die Stadtvertretung soll deshalb im Dezember beschließen, dass ein Bebauungsplan für die Fläche nördlich der Pütnitzer Straße aufgestellt wird, wobei die Satzung dann bis zum 31. Dezember 2021 zu beschließen ist. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Bebauungsplanverfahren in den nächsten zwei Jahren abgeschlossen sein wird.

Anwohner machen Anmerkungen

Die Einwohnerinnen und Einwohner, die die Sitzung verfolgten, hatten jede Menge Fragen und Anmerkungen. Eine Pütnitzerin drückte ihre Befürchtung aus, dass Mehrfamilienhäuser, wie zum Beispiel auf der Ribnitzer Sandhufe, gebaut werden könnten. „Einfamilienhäuser wären okay, aber die Stadt sollte unbedingt darauf achten, dass in Pütnitz nicht zu groß gebaut wird.“

Ein weiterer Pütnitzer Einwohner ergänzte: „Bevor gebaut wird, sollte geklärt werden, dass es bei maximal anderthalbgeschossigen Wohnhäusern, so wie südlich der Pütnitzer Straße, bleibt.“ Heiko Werth gab Entwarnung und verwies darauf, dass man sich beim neuen Wohngebiet an die Bebauung südlich der Pütnitzer Straße orientieren werde.

Jörg Helwig aus Damgarten kritisierte die Stadt. Sie handle „maßlos“, weil mittlerweile jede irgendwie geeignet erscheinende Fläche bebaut werde. „Ich halte das für eine Fehlentscheidung.“ Andreas Gohs verwies noch einmal auf die große Nachfrage, auch und gerade von jungen Familien. Darauf müsse man reagieren. Auf die Frage von Jörg Helwig, wie viele Häuser eigentlich auf der vorgesehenen Fläche errichtet werden sollen, sagte der Ausschussvorsitzende, dass dies noch offen sei. Die Fläche sei aber so groß, dass sie Platz für 20 bis 25 Häuser biete.

Aus Kleingartenanlage wird Wohnstandort

Weitere 20 Baugrundstücke sollen in dem östlich der Damgartener Feldstraße gelegenen Teil der Kleingartenanlage „Tannenblick-Freundschaft“ erschlossen werden (Bebauungsplan Nummer 101). Eigentümer der Fläche ist die Stadt. Heiko Werth betonte, dass die Entwicklung dieser Fläche zum reinen Wohnstandort der erste praktische Schritt zur Umsetzung des Kleingartenentwicklungskonzeptes der Stadt Ribnitz-Damgarten sei.

Das war erarbeitet worden, weil aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Gärten nicht mehr genutzt werden. Um nicht einen dauerhaften Leerstand über alle Anlagen verteilt zu haben, sollen Gärten künftig konzentriert werden. Heißt: Langfristig sollen kleine Anlagen aufgegeben und die frei werdenden Flächen zu Bauland umgewidmet werden.

Andere Anlagen bleiben im Bestand erhalten, zum Teil werden Kleingartenanlagen zu Wochenendhausgebieten umgewidmet. Der Entwurf des Konzeptes wurde allen 14 Vereinsvorständen vorgestellt.

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Von Edwin Sternkiker

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