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Ribnitz-Damgarten Bernsteinstadt will weg von Plastebecher und Co.
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bernsteinstadt will weg von Plastebecher und Co.
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15:51 09.04.2019
Plastemüll am Ribnitzer Hafen. Solche Bilder sollen der Vergangenheit angehören.
Plastemüll am Ribnitzer Hafen. Solche Bilder sollen der Vergangenheit angehören. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Die Stadt Ribnitz-Damgarten sagt Wegwerfbechern aus Pappe und Plastik den Kampf an. Umgesetzt werden soll das Vorhaben zunächst bei den beiden großen Volksfesten. Das sind das Frühlingsfest und das Hafenfest. Beide wurden in diesem Jahr neu ausgeschrieben. Die Goliath Show & Promotion GmbH aus Rostock veranstaltet das Frühlingsfest. Das ebenfalls in Rostock ansässige Unternehmen Highlights Event Management MV organisiert das Hafenfest.

Das Thema Müllvermeidung sei ein Ausschreibungskriterium gewesen, sagt Silke Kunz, Leiterin des Büros für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur. Beide Agenturen haben sich verpflichtet, Mehrwegbecher einzusetzen. „Da deren Verwendung mit höheren Kosten verbunden ist, hat die Stadt die Zuschüsse erhöht“, erläutert die Tourismusmanagerin weiter. Heißt konkret: Wurden für das Hafenfest aus der Stadtkasse bisher 2000 Euro zugesteuert, so sind es jetzt 3000 Euro. Das Frühlingsfest wurde in der Vergangenheit nicht bezuschusst, in diesem Jahr ist die Stadt mit 1000 Euro dabei.

Silke Kunz, Leiterin des Büros für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur. Quelle: Edwin Sternkiker

Aber auch bei anderen Veranstaltungen, die in Ribnitz-Damgarten stattfinden und zumeist von Vereinen organisiert werden, setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit und will Zeichen setzen. Zusammen mit dem Chef der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten, Oliver Rybicki, habe man überlegt, wie man bei solchen Veranstaltungen von Einwegbechern wegkommen könne, berichtet die Tourismuschefin. Die Idee: Es sollen in Zusammenarbeit mit der Rostocker Brauerei 6000 Mehrwegbecher angeschafft und diese den Vereinen für eine kleine Schutzgebühr zur Verfügung gestellt werden. Bei den Festen werden diese dann mit Pfand ausgegeben. Die Becher sollen mit dem Logo der Bernsteinstadt versehen und bei der Feuerwehr eingelagert werden.

Um allen hygienischen Anforderungen zu entsprechen, werden auch eine Spülmaschine und so genannte Hygieneboxen für den Transport der Mehrwegbecher angeschafft, die ebenfalls ihren Platz bei der Feuerwehr finden sollen. „Wir hoffen die Becher bereits am 25. Mai, dem Tag der Feuerwehr, zum ersten Mal einsetzen zu können“, so Oliver Rybicki. Silke Kunz betont: „Wir wollen und werden mit den Bechern kein Geschäft machen, uns geht es darum, das Thema Nachhaltigkeit möglichst breit in die Stadt zu tragen und Einwohner sowie Gäste dafür zu sensibilisieren.“

Freilichtmuseum verzichtet komplett auf Plastikgeschirr

Diese Bemühungen der Stadtverwaltung werden vom Freilichtmuseum Klockenhagen ausdrücklich unterstützt. Geschäftsführer Fried Krüger teilte mit, dass ab dieser Saison kein Plastikgeschirr mehr verwendet werden wird. In der Bäckerei setze man auf recyclingbare Pappteller für den Kuchen und in der Museums-Gaststätte wird bei Veranstaltungen kompostierbares Geschirr eingesetzt. Außerdem wolle man bei den Museums-Events auch auf die Mehrwegbecher, die die Stadt anschaffen will, zurückgreifen. Um auch an der bei Gästen beliebten Feldküche künftig Mehrweggeschirr einsetzen zu können, sei eine Spülmaschine angeschafft worden, so Krüger. Da passt es übrigens wunderbar, dass das Freilichtmuseum dank der großen Gebefreudigkeit vieler Spender über einen großen Fundus alten Geschirrs verfügt. Ein Teil davon soll in der Feldküche Verwendung finden.

Schützengilde Damgarten zieht mit

Müllvermeidung ist auch bei der Schützengilde Damgarten ein Thema. Wie Bürgermeister Frank Ilchmann, der gleichzeitig Hauptmann der Schützengilde ist, berichtet, seien insgesamt 2000 Mehrwegbecher bestellt worden. „Bis sie eintreffen, wird es ein paar Wochen dauern, wir hoffen aber, sie beim Bürgerschießen am 30. Mai erstmals einsetzen zu können“, so Ilchmann.

Edwin Sternkiker