Ribnitzer Bodden-Therme: Warum die Preise erhöht werden
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Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Bodden-Therme: Darum werden die Preise erhöht
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Ribnitzer Bodden-Therme: Warum die Preise erhöht werden

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18:09 17.11.2021
Die Bodden-Therme in Ribnitz-Damgarten
Die Bodden-Therme in Ribnitz-Damgarten Quelle: Detlef Lübcke
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Ribnitz-Damgarten

Die Corona-Krise wirkt sich nun auch auf Ribnitz-Damgartens Spaßbad aus. Die Bodden-Therme in der Bernsteinstadt erhöht zum 1. Dezember die Eintrittspreise. „Wir haben ganz schön zu knabbern“, sagte jüngst Betriebsleiter Clifford Fordinal.

Trotz Zuschüssen der Stadt und Corona-Finanzhilfen vom Land ist die Lage der Bodden-Therme offenbar nicht ganz so einfach. „Wir müssen betriebswirtschaftlich denken. Wir müssen liquide bleiben“, sagt Clifford Fordinal.

In den Ferienmonaten liege die Therme wirtschaftlich bei „plus/minus null“, so Fordinal. Außerhalb der Ferien sehe es schlechter aus. Dank der städtischen Zuschüsse halte sich das Spaßbad wirtschaftlich über Wasser. Auf der anderen Seite hätten die Corona-Hilfen dem Betrieb enorm geholfen. Hinzu kam das Kurzarbeitergeld. Dennoch müsse nun reagiert werden, nicht nur wegen der Corona-Einschränkungen, sondern ganz generell wegen gestiegener Kosten, beispielsweise im Bereich Energie.

Betriebsleiter Fordinal: Moderater Preisanstieg

Der Anstieg der Eintrittspreise sei moderat, so der Betriebsleiter. Aktuelle gehe es lediglich um die Drei-Stunden-Karten. Andere Tickets werden derzeit gar nicht verkauft. Grund ist auch hier die Corona-Pandemie. Das Hygienekonzept bzw. die Auflagen der Behörden schreiben eine maximale gleichzeitige Besucherzahl von 150 vor. Um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, wenigstens ein paar Stunden Spaß beim Planschen zu haben, werden nur Tickets für drei Stunden verkauft. Damit sei es laut Clifford Fordinal möglich, in quasi drei Besucherschichten bis zu 450 Menschen ins Bad zu lassen. Das ist in etwa auch die Gesamtzahl der Besucher an guten Prä-Corona-Tagen.

Clifford Fordinal ist seit Januar 2019 Betriebsleiter der Bodden-Therme. Quelle: Edwin Sternkiker

Allerdings wurden auch die Öffnungszeiten verändert. Damit gelang es, den Betrieb mit den Mitarbeitern in einer Schicht zu bewältigen, was wiederum Personalkosten spart.

Einen Euro mehr kostet ab 1. Dezember die Drei-Stunden-Karte für die Bodden-Therme. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen somit 9 statt wie bisher 8 Euro für die Nutzung der Badelandschaft. Erwachsene zahlen 12 statt 11 Euro.

Die Nutzung der Bade- und der Saunalandschaft kostet für Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren dann 15 Euro statt bisher 14 Euro, für Erwachsene dann 18 statt bisher 17 Euro.

Die Tageskarten werden laut Clifford Fordinal erst wieder verkauft, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist bzw. der Betrieb wieder ganz normal laufen kann. Dann erhöht sich aber auch hier der Preis. Jugendliche bis 18 Jahren zahlen 5 Euro mehr, also für das Spaßbad dann 15 Euro statt 10 Euro und bei Nutzung der Saunalandschaft 21 Euro statt bislang 16 Euro. Erwachsene zahlen 4 Euro mehr, also für das Spaßbad 18 Euro statt 14 Euro und bei Nutzung der Saunalandschaft 24 Euro statt 20 Euro. Die Familientageskarten werden auch teurer. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt dann neu 50 Euro statt 40 Euro, jedes weitere Kind zahlt wie bisher 4 Euro.

Für Kinder bis zu einem Meter Körpergröße bleibt der Preis gleich. Zwei Euro kostet der Eintritt für die Kleinsten, egal ob Spaßbad, Saunalandschaft, Stunden- oder Tageskarte.

Zustimmung aus der Politik

„Die Preiserhöhung ist vertretbar“, sagt Udo Voß auf Anfrage. Voß ist Stadtvertreter und Vorsitzender des Ausschusses, der für die Bodden-Therme zuständig ist. Der Ausschuss tagt regelmäßig, allerdings nicht öffentlich. Die Betreiber der Bodden-Therme hatten in dem Gremium die Preiserhöhung vorgestellt. Ein Beschluss sei nicht notwendig gewesen. Die Betreiber legen die Preise fest. Ein Meinungsbild sei dennoch abgefragt worden, so Udo Voß. „Die Erhöhung ist bei den Ausschussmitgliedern nicht unbedingt auf Widerstand gestoßen“, so Voß.

Andere Spaßbäder liegen im vergleichbaren Bereich. Das Wonnemar in Wismar beispielsweise kostet derzeit für fünf Stunden im Spaßbadbereich für Erwachsene 19 Euro. Kinder von 5 bis 15 Jahren, Studenten, Schüler und Behinderte zahlen 16 Euro, Kinder bis 4 Jahre 4 Euro. Auf die Stunde runtergerechnet liegt das Ribnitzer Bad derzeit leicht unterhalb des Wonnemars, nach der Erhöhung ab 1. Dezember leicht drüber.

Der Eingang zur Bodden-Therme in Ribnitz-Damgarten. Quelle: Robert Niemeyer

Der Blick richtet sich aber auch bereits in die Zukunft, deren Perspektive sich jedoch ein paar Jahre verschoben hat. Im Februar 2022 und Ende 2026, so die Auskunft aus dem Finanzverwaltungsamt der Stadt, laufen zwei Kredite aus, die für den Bau der 2002 eröffneten Bodden-Therme aufgenommen wurden. Dann verringern sich auch die Zuschüsse. 600 000 Euro zahlt die Stadt jährlich an die Betreiber der Bodden-Therme, davon 205 000 Euro als Betriebskostenzuschuss und 25 000 Euro zur Finanzierung des Schulschwimmens. Der Rest wird überwiesen, um die Kredite zu bedienen. Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie seien keine zusätzlichen Zuschüsse bei der Stadt beantragt worden.

Die Stadt als Spaßbadbetreiber?

Irgendwann müssen sich Stadt und Politik auch über den weiteren Betrieb der Bodden-Therme Gedanken machen. 2031 endet ein Erbbaurechtsvertrag für die Bodden-Therme bzw. für das Grundstück. Mit dem Auslaufen des Vertrages würde das Spaßbad der Stadt gehören. Ursprünglich sollte dieser Fall bereits 2026 eintreten. Doch die Betreiber hätten Gebrauch von einer vertraglich vereinbarten Option gemacht, den Erbbaurechtsvertrag um fünf Jahre zu verlängern.

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Eine weitere Verlängerung wäre auch eine Option für die Zeit ab 2031. Dass die Stadt selbst das Spaßbad betreibt, sei „finanziell nicht so lustig“, sagt Bürgermeister Thomas Huth auf Anfrage. Wie genau der weitere Weg beschritten werden soll, sei in den kommenden Jahren zu klären.

Von Robert Niemeyer