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Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Feuerwehrchef sauer auf den Landkreis
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ribnitzer Feuerwehrchef sauer auf den Landkreis
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14:38 26.03.2019
Dieses Leuchtrakete wurde Freitagnacht in Ribnitz beobachtet. Scheinbar wurde sie vom Ribnitzer See aus abgeschossen. Quelle: privat
Ribnitz-Damgarten

Was wäre gewesen, wenn? Was wäre gewesen, wenn es tatsächlich ein Unglück auf dem Ribnitzer See gegeben hätte? Was wäre gewesen, wenn die rote Leuchtgkugel am Ribnitzer Nachthimmel tatsächlich ein Hilferuf gewesen wäre? Dann hätten sich einige wohl ganz anderen Fragen stellen müssen. Glücklicherweise gab es kein Unglück. Unglücklicherweise hatten offenbar einige Unverbesserliche in der Nacht von Freitag zu Samstag des vergangenen Wochenendes nichts besseres zu tun, als vom westlichen Teil des Ribnitzer Hafens Feuerwerkskörper abzuschießen.

Dennoch tat ein aufmerksamer Bürger das, was jeder tun sollte. In Annahme eines Notsignals, abgegeben vom Ribnitzer See, informierte er die Rettungsleitstelle in Stralsund. Was dann passierte, sorgt vor allem bei Oliver Rybicki, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten, und Kreiswehrführer Gerd Scharmberg für Kopfschütteln.

Eine Stunde zwischen Notruf und Alarmierung

Denn: Zwischen Notruf des aufmerksamen Bürgers gegen 23.45 Uhr und der Alarmierung der Feuerwehr verging eine geschlagene Stunde. „Wenn es wirklich einen Notfall gegeben hätte, wer hätte die Verantwortung übernommen?“, fragt Rybicki, der das Vorgehen der Rettungsleitstelle kritisiert.

Die hatte die Wasserschutzpolizei nach dem Notruf informiert. Zu wenig, sagt Kreiswehrführer Gerd Scharmberg. Zum einen sei die Wasserschutzpolizei für eine Wasserrettung nicht ausreichend ausgestattet. „Die Wasserschutzpolizei ist nicht vornehmlich für die Rettung, sondern für die Ermittlung zuständig.“ Zum anderen obliege die Wasserrettung in den Boddengewässern nahe der Bernsteinstadt der Ribnitz-Damgartener Feuerwehr. Der Ribnitzer See und ein Teil des Saaler Boddens sind städtisches Hoheitsgebiet. Die Ribnitz-Damgartener Feuerwehr ist hier zuständig für die Wasserrettung. Darüber sei laut dem Ribnitz-Damgartener Feuerwehrchef der Landkreis auch im Oktober informiert worden. „Wir hätten mindestens gleichzeitig alarmiert werden müssen“, sagt Oliver Rybicki.

„In die Parade gefahren“

Was ihn jedoch am meisten ärgert: Rybicki selbst wurde in der Nacht über das vermeintliche Notsignal informiert. Und weil die Feuerwehr noch nicht alarmiert worden war, wandte er sich selbst an die Leitstelle und verlangte, dass die Feuerwehr alarmiert wird. Allerdings sei dies mit dem Hinweis, die Wasserschutzpolizei sei ja bereits gerufen worden, abgelehnt worden. „Das geht nicht“, sagt Oliver Rybicki.

Im Normalfall sorgt die Leitstelle je nach Umfang des Unglücks für die Alarmierung, wählt nach bestimmten Vorgaben aus, welche Einsatzfahrzeuge und wie viele Einsatzkräfte benötigt werden. In diesem Fall, ergänzt Gerd Scharmberg, hätte die Leitstelle aber die Feuerwehr informieren müssen. „Wenn der Wehrführer eine Freiwilligen Feuerwehr die Alarmierung verlangt, dann muss die Leitstelle das tun“, so der Kreiswehrführer. Das sei gesetzlich festgelegt. „Es geht nicht, dass die Leitstelle einem Wehrführer in die Parade fährt.“

Auch wenn es sich in diesem Fall offenbar um den Missbrauch eines Notsignals gehandelt habe, könne im ersten Moment nicht von einem Fehlalarm ausgegangen werden. Deshalb müsse die Feuerwehr zumindest zur Klärung des Geschehens gerufen werden. „In Küstenregionen ist die Seenotrakete nach wie vor ein zulässiges Notrufmittel. Es darf keine andere Wirkung haben, als dass die Rettungskette in Gang gesetzt wird. Deshalb sollte jeder, der dieses Signal sieht, genauso handeln, wie es der aufmerksame Bürger getan hat“, so Gerd Scharmberg.

Unklare Lage

Auf Anfrage beim Landkreis Vorpommern-Rügen heißt es, dass sich das Geschehen nur teilweise so darstelle, wie von Oliver Rybicki beschrieben. Allerdings müsse der Sachverhalt noch weiter aufgearbeitet werden.

Laut ersten Erkenntnissen sei in der Nacht ein Notruf bei der Leitstelle eingegangen. Aufgrund unpräziser und unklarer Angaben des Anrufers sei die Wasserschutzpolizei informiert worden. Dort sei kein Funkspruch, Anruf oder Notsignal bekannt gewesen. Nach einem Kontakt zwischen dem Zeugen und der Wasserschutzpolizei hätte sich die Lage ebenfalls nicht weiter aufgeklärt, sodass in Absprache mit der Landespolizei Streifenkräfte zur Aufklärung der Lage entsandt worden seien.

Gleichzeitig hätte sich Oliver Rybicki in der Leitstelle gemeldet und gefragt, was die Leitstelle in diesem Fall zu tun gedenke. Daraufhin sei der Ribnitz-Damgartener Wehrführer darüber informiert worden, dass die Polizei den Sachverhalt aufkläre.

Ob diese Vorgehensweise der Mitarbeiter der Einsatzleitstelle richtig war, könne noch nicht gesagt werden, da noch nicht mit allen Mitarbeitern der zu dieser Zeit zuständigen Nachtschicht gesprochen worden sei.

Robert Niemeyer

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