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Ribnitz-Damgarten Schätze der Küste bewahren
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schätze der Küste bewahren
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06:32 06.07.2019
Ostsee, Bodden, Wiesen, Wälder, die Landschaft im Hotspot 29 des Bundesprogramms für biologische Vielfalt ist einzigartig, wie hier in der Nähe von Wustrow. Quelle: Ernst Fischer
Ribnitz-Damgarten

Den Menschen der Region die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur näherbringen und gleichzeitig diese Schönheit und Vielfalt erhalten: Das sind die Ziele des Projektes „Schatz an der Küste“. Seit 2014 engagieren sich neun Partner in dem Verbundvorhaben dafür, unter anderem bekannte Verbände wie der WWF, der Nabu oder der BUND. „In diesem Verbund sind alle namhaften Verbände im Naturschutz vertreten, das ist einzigartig“, sagt Projektleiterin Dr. Sabine Grube von der federführenden Ostseestiftung. Insgesamt 21 Maßnahmen seien bislang umgesetzt worden. „Die Vielzahl reflektiert die Bandbreite des Projektes“, so Grube weiter.

Sabine Grube, Leiterin des Verbundprojektes "Schatz an der Küste". Quelle: Ostseestiftung / Andreas Krone

Im August soll ein weiteres Projekt die Menschen in die Natur locken. Mit einem Wettbewerb schickt das Schatzküsten-Team Interessierte auf Entdeckungsreise. Zwei Wochen lang sollen sie mit einer Smartphone-App Tiere und Pflanzen fotografisch „sammeln“. Die kostenfreie App selbst heißt „Naturblick“. Der Clou: Dieses Programm erkennt von selbst anhand eines Fotos, welche Pflanze zu sehen ist und gibt dem Nutzer Informationen dazu, die in einem digitalen Feldbuch festgehalten werden. Wer einen Screenshot von dem Feldbuch macht und an das Schatzküsten-Team schickt, nimmt an dem Wettbewerb teil.

„Wir möchten damit den Menschen vor Ort nahe bringen, wie vielfältig die Natur hier ist“, sagt Sabine Grube, „die Leute sollen rausgehen und gucken, was wächst und zwitschert.“ Der Wettbewerb läuft vom 26. August bis 9. September. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Schatzküsten-Verbund zu einem Fotowettbewerb aufgerufen, an dem viele Menschen teilgenommen hatten.

Kranorama und Entdeckungspfad

Das Verbundprojekt Schatz an der Küste hat sich neben der Entdeckung der Natur und Umwelt auch dem Erhalt verschrieben. Verschiedene Projekte sind deshalb in den vergangenen Jahren umgesetzt worden. So wurde beispielsweise 2015 das Kranorama am Günzer See eröffnet, eine Kranich-Beobachtungsplattform, die jährlich bis zu 18000 Besucher anlockt. „Das Ziel war, die Besucher so zu lenken, dass sie die Kraniche beobachten können, ohne die Landschaft oder die Tiere zu stören“, so Sabine Grube.

Ein weiteres Projekt war ein Entdeckerpfad im Revier Wiethagen in der Rostocker Heide, mit 6000 Hektar der größte geschlossene Küstenwald Deutschlands. An zwölf Stationen können hier vor allem Kinder spielerisch diese besondere Landschaft erkunden.

Polderrenaturierung

Ganz aktuell treibt das Verbundprojekt die Wiedervernässung von boddennahen Wiesen an. Eine davon ist der sogenannten Polder Bresewitz. Durch die Renaturierung des Polders sollen Salzgraswiesen entstehen, wie es sie vor dem Deichbau in den 1960er-Jahren an der Stelle gab. Damit soll die Landschaft in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. „Ohne die Landwirte ist dort aber nichts zu machen“, sagt Sabine Grube. Deshalb sei es umso bemerkenswerter, dass der betroffene Landwirt dort mitspielt. In Zusammenarbeit mit dem Verbund Schatz an der Küste sei ein Bewirtschaftungskonzept für die Fläche erarbeitet worden. Die Flächen liefern vor allem Futter für die Tierhaltung.

Die Polderrenaturierung erfolgt im Wesentlichen durch den Rückbau der Boddendeiche, die Umgestaltung des bestehenden Entwässerungssystems und die angepasste Weidennutzung. Der Hochwasserschutz für die angrenzenden Flächen wird durch den Neubau von Deichen weiter im Inland und Schöpfwerke gewährleistet.

Die dann entstehenden Wiesen seien vor allem für die Vogelrast und -brut ein hochwertiges Revier. Anfang August sollen die Arbeiten in Bresewitz beginnen. Abgeschlossen sein soll das Projekt im März 2020. In Drammendorf bei Rambin auf der Insel Rügen wird so ebenfalls ein Polder renaturiert.

Folgeprojekt geplant

Das gesamte Verbundprojekt Schatzküste ist auf sechs Jahre ausgelegt und endet 2020. Finanziert wird das Projekt laut Grube zu 75 Prozent vom Bund, der Rest über die Verbundpartner, allen voran durch die Ostseestiftung. Das Gesamtbudget beträgt zehn Millionen Euro.

Das Projektgebiet umfasst den sogenannten Hotspot 29 „Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide“ und ist einer von 30 Hotspots des Bundesprogramms für biologische Vielfalt. Das Projektgebiet erstreckt sich vom Westen der Rostocker Heide über die Boddenlandschaft mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und die Insel Hiddensee bis zur Westrügenschen Boddenlandschaft im Osten. Die Gesamtfläche beträgt rund 1211 Quadratkilometer.

Geplant sei laut Sabine Grube auch ein Folgeprojekt nach 2020. „Es gibt positive Signale vom Bund“, sagt sie. Die Gespräche laufen.

Mehr unter: www.schatzküste.com

Robert Niemeyer

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