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Ribnitz-Damgarten Schietwetter sorgt für Stau auf der Museumstreppe
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schietwetter sorgt für Stau auf der Museumstreppe
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00:00 28.07.2017
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Ribnitz-Damgarten/Prerow/Ahrenshoop/Barth

Es hat schön bessere Sommer gegeben: Regen, Wind, 15 Grad – das Wetter zeigt sich derzeit wenig urlaubsreif. Doch es gibt Menschen, die freuen sich über den miesepetrigen Petrus – zumindest aus beruflicher Sicht. „Ja, wir freuen uns darüber“, sagt Antje Hückstädt, Leiterin des Darß-Museums in Prerow. Der eine oder andere Sonnentag wäre aus ihrer Sicht zwar auch schön. Doch dem Ausstellungshäusern in der Region bescheren die grauen Wolken tolle Besucherzahlen, aber auch das eine oder andere Kapazitätsproblem.

Am Mittwoch kamen etwa 230 Besucher ins Darß-Museum. „An Regentagen haben wir deutlich mehr als bei Badewetter“, sagt Hückstädt. Bei 30 Grad Celsius und Sonnenschein finden manchmal gar weniger als 100 Menschen den Weg ins Darß-Museum. „Aber der Ansturm ist händelbar“, sagt Hückstädt. Der Besucherandrang sei aber auch ein Zeichen dafür, dass die Werbemaßnahmen des Museums wirken.

Ähnlich sieht es Axel Attula, künstlerischer Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums in Ribnitz-Damgarten. „Man sieht, dass das Museum bei den Menschen bekannt ist und es wirklich nur am Wetter liegt, wenn wir niedrigere Besucherzahlen im Sommer haben“, so Attula. Bisher besuchten das Bernsteinmuseum im Monat Juli rund 11000 Besucher. Vergangenes Jahr waren es im selben Zeitraum genau 9999. Am Dienstag kamen allein 1299 Gäste. An Strandwettertagen kommen teilweise weniger als 300 Besucher. „Es ist richtig voll gewesen“, sagt Axel Attula, der eingesteht, dass es teilweise zu viele Besucher gleichzeitig waren. „Wenn es zu voll ist, dann schieben sich die Leute durch die Ausstellungsräume. Das ist für die Besucher auch nicht so schön.“ Die Mitarbeiter des Bernsteinmuseums geben sich dennoch alle Mühe, dass die Stimmung gut bleibt. „Dann sind alle im Museumsbetrieb eingespannt“, sagt Verwaltungschef Henning Schröder.

Nicht so sehr auf das Wetter, vielmehr auf die Qualität der Ausstellungen schiebt Dr. Herbert Kempf, Vorstandsvorsitzender des Kunstmuseums Ahrenshoop e. V., den Besucherandrang. Mit der kürzlich eröffneten Ausstellung „Ikemura und Nolde“ der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura sei „ein wahres Highlight“, sagt Kempf. Kunstkenner würden unabhängig vom Wetter das Kunstmuseum ansteuern. Gäste, die zwar kunstinteressiert sind, aber vor allem Strandurlaub machen möchten, kommen vor allem an Schlechtwetter-Tage. Entsprechend waren dann auch in Ahrenshoop die Besucherzahlen: Bis zu 300 Gäste wurden pro Tag gezählt. „Eine gute Zahl“, so Herbert Kempf.

Mit absoluten Zahlen hält sich Dr. Gerd Albrecht, Leiter des Vineta-Museums in Barth, zwar zurück. „Aber es ist bestimmt das 20-Fache im Vergleich zu Tagen mit Strandwetter. Es herrscht Stau auf der Museumstreppe“, sagt Albrecht. Es zahle sich dann vor allem aus, wenn für Kinder Angebote vorgehalten werden, wie beispielsweise derzeit die Marionettenausstellung, bei der Kinder auch mit den Puppen spielen können. Tage wie diese zeigen laut Albrecht aber auch, dass es in der Region noch mehr Schlechtwetter-Angebote für Urlauber geben müsste.

Lange Schlangen gab es auch vor der Boddentherme in Ribnitz-Damgarten. Teilweise mussten die Besucher mehr als eine Stunde warten. Der Andrang war so groß, dass die Betriebsleitung entschieden hatte, keine Tageskarten, sondern nur Drei-Stunden-Karten zu verkaufen. „Damit jeder die Chance hat, baden zu gehen“, sagte Betriebsleiter Wolfgang Kreutz. Andernfalls wäre das Spaßbad nach kurzer Zeit mit 300 Menschen voll gewesen, die erst nach vielen Stunden die Therme wieder verlassen hätten. Über den Tag verteilt kamen so knapp 1000 Besucher in die Boddentherme hinein. An normalen Tagen im Sommer seien es etwa 200 bis 300 am ganzen Tag.

Robert Niemeyer

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