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Ribnitz-Damgarten Schilderstreich in Barth aufgedeckt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schilderstreich in Barth aufgedeckt
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17:19 07.06.2018
Helga Radau auf dem Platz „Sparlingsrauh“ mit der unkorrekten Gedenktafel. Quelle: Carolin Riemer
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Barth

Seit 17 Jahren weist eine Tafel am Platz „Sparlingsrauh“ in Barth (Vorpommern-Rügen) auf das Geburtshaus der Heimatdichterin Martha Müller-Grählert hin. Und genauso lange schwelt in der langjährigen Archivmitarbeiterin Helga Radau ein gewisser Ärger. Das Geburtshaus stand nämlich nie an der ausgewiesenen Stelle, sondern etwa 100 Meter entfernt in der Bleicherstraße 185 d. „Die Tafel ist einfach nicht korrekt. Die Dichterin wurde in einem Hinterhof-Haus geboren und nicht an dieser Stelle, das ist irreführend“, sagt sie. Besonders ärgerlich findet sie, dass die Tafel im Jahre 2001 – zum 125. Geburtstag Grählerts – zwar auf ihr Ansinnen angebracht wurde, allerdings an der falschen Stelle. „Ich schlug den Stadtvertretern damals die Idee vor, eine Gedenktafel für sie anzubringen und dann lief einiges schief.“ Helga Radau fuhr im Jahr 2001 in den Urlaub und als sie wiederkam, sah sie, dass das Schild zwar da, der Ort allerdings falsch gewählt wurde. Zum 80. Todestag wünscht sie sich nun eine Berichtigung der Inschrift. „Dort sollte zu lesen sein, dass sich das Geburtshaus in der Nähe befindet. Dazu vielleicht ein Auszug aus dem Stadtplan mit einem Verweis auf das richtige Haus.“

Gedenkort besser pflegen

Eigentlich liebt die Heimatforscherin den Platz „Sparlingsrauh“, an dem Bleicher- und Pohlstraße zusammen treffen. Die Bank unter dem schattenspendenden Baum, die kleinen für Barth typischen Altstadt-Gassen – all das sei ein sehr beliebtes Fotomotiv von In- und besonders Auslandstouristen. „Aber der Platz ist nicht gut genug gepflegt“, sagt sie weiterhin. Die Bank sei wackelig und benötige dringend einen frischen Anstrich. Außerdem wuchere Unkraut zwischen den Pflastersteinen. „Ein Gedenkort muss besser gepflegt werden.“ Im Kulturamt der Stadt ist das Problem von Helga Radau bekannt. Zwar wurde das Schild zu einer Zeit aufgestellt, als Heyko Mews noch nicht dafür zuständig war, trotzdem fragt er: „Ist es zwingend notwendig, dass das Schild an haargenau der Stelle steht, an der Martha Müller-Grählert geboren wurde? Ist die Ehrung in der Nähe ihres Geburtshauses nicht wichtiger?“ Auch die neu aufgestellten Schilder, die auf den Standort der Stadttore hinweisen stünden nicht genau an der Stelle, wo die Tore einst platziert wurden, sondern nur in der unmittelbaren Nähe. „Wir können schließlich nicht ein Schild mitten auf die Straße stellen und den Verkehr behindern. Es muss sich harmonisch ins Stadtbild fügen und ich denke, genau das ist uns mit der Gedenktafel für die Dichterin gelungen.“ Würde die Inschrift geändert werden, brächte das viele Kosten mit sich, die die Stadt aus der ohnehin schon klammen Kasse zahlen müsste.

Geburtshaus existiert nicht mehr

Die nicht korrekte Gedenktafel wird vermutlich auch weiterhin auf einen falschen Geburtsort hinweisen. Martha Müller-Grählert, die vor allem durch das Lied „Wo de Ostseewellen trecken“ bekannt wurde, erblickte in einem armseligen Quartier ihrer Großmutter das Licht der Welt. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Zingst, bevor sie nach Berlin umzog. Das Geburtshaus gibt es heute nicht mehr. Dass es nicht an der ausgewiesenen Stelle stand, erstaunt sogar den Vorsitzenden des Barther Heimatvereins Mario Galepp. Erst durch die Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG wurde er auf den Fauxpas der Stadt aufmerksam.

Carolin Riemer

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