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Ribnitz-Damgarten Schloss Divitz: Land lockt den Kreis mit 1,5 Millionen Euro
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schloss Divitz: Land lockt den Kreis mit 1,5 Millionen Euro
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00:00 26.05.2017
Der Putz bröckelt: Das Wasserschloss Divitz, einst stolzer Herrensitz, ist vom Verfall bedroht. Quelle: Foto: Detlef Lübcke
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Divitz/Stralsund

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat erneut den Landkreis dazu aufgerufen, sich als so genannter Gläubiger ersten Ranges ins Grundbuch für das historische und sanierungsbedürftige Wasserschloss Divitz eintragen zu lassen. Nachdem bereits das Wirtschaftsministerium eine Förderung der Sanierungskosten in Höhe von bis zu 90 Prozent in Aussicht gestellt hatte, lockt jetzt offenbar die Landesdenkmalschutzbehörde mit einem Millionenbetrag.

Gläubiger ersten Ranges bedeutet zum einen, dass öffentliche Gelder, die in das Schloss fließen, also etwa Fördermittel, über den Landkreis abgesichert sind, aber auch, dass der Landkreis im Falle des Wegfalls des derzeitigen Eigentümers des Schlosses, der Förderverein Kulturgüter Wasserburg Divitz, etwa durch Auflösung des Vereins, Eigentümer des Schlosses werden würde.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Eifler informierte jetzt aus Schwerin über die Bereitschaft der Obersten Denkmalbehörde des Landes, die dringend erforderliche Notsicherung des Divitzer Wasserschlosses sofort mit bis zu 1,5 Millionen Euro zu finanzieren. „Das würde für die komplette Dacherneuerung reichen, sodass das Bauwerk schon mal von oben dicht wäre“, freute sich Eifler.

Allerdings hat die Förderbereitschaft der Schweriner Behörde einen Haken: Auch hier würde das Geld nur über den Landkreis Vorpommern-Rügen fließen, der sich als Gläubiger ersten Ranges ins betreffende Grundbuch eintragen lassen müsste.

Das Amt Barth käme für die Denkmalbehörde nicht als Vertragspartner zur rechtlichen Absicherung der Fördersumme in Frage. Zuletzt hieß es in Zusammenhang mit einer Förderung der Sanierung des Schlosses durch das Wirtschaftsministerium, dass auch das Amt sich ins Grundbuch eintragen lassen könne.

Nun ist laut Eifler Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) am Zuge, bezüglich des Erhalts dieses einzigartigen, kulturhistorisch bedeutsamen Baudenkmals Farbe zu bekennen. Zuletzt hatte er diese Verfahrensweise hinsichtlich der vom Wirtschaftsministerium in Aussicht gestellten Gesamtfinanzierung des Vorhabens abgelehnt.

Ob der Landkreis unter den neuen Bedingungen bereit ist, sich ins Grundbuch eintragen zu lassen, lasse „sich so ohne eine Vielzahl von Rücksprachen nicht beantworten“, sagt Landrat Ralf Drescher. Es sei zwar sehr erfreulich, dass bei der Landesregierung Geld für die denkmalgerechte Sicherung der Wasserburg Divitz bereitsteht. „Nun müssen wir mit dem Land über die Konditionen, also beispielsweise mögliche Eigenanteile, reden und natürlich auch über die Grundbucheintragung. Zu beachten habe ich, dass dem Landkreis aus derartigen Verpflichtungen keine erheblichen finanziellen Risiken entstehen dürfen.“ Dazu gebe es Abstimmungsbedarf mit dem Innenministerium des Landes. Am Ende habe der Kreistag das letzte Wort.

Allerdings geht es beim Angebot der Denkmalbehörde zunächst nur um die Notsicherung. In Sachen Sanierung und dem dann folgenden Betrieb des Schlosses seien noch diverse Fragen offen, etwa nach dem Eigenanteil des Kreises an den Sanierungskosten oder die Finanzierung des Betriebs. Der Landkreis erarbeitet derzeit eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung. Die ist zwar noch nicht fertig, doch bereits jetzt zeichne sich ab, dass der Betrieb ohne jährlichen Zuschuss in sechsstelliger Höhe nicht möglich sein dürfte. Drescher: „Bislang kenne ich kein Betreiberkonzept, welches nicht den Haushalt einer Gemeinde oder des Landkreises überstrapazieren würde.“

Bei Eigenanteilen in Millionenhöhe für die Sanierung und jährlichen Zuschüssen im sechsstelligen Bereich sei das „für den Kreis eine Nummer zu groß, diese Summen können wir nicht aufbringen“, so Ralf Drescher. Er sehe nach wie vor das Land in der Pflicht. „Was im Mecklenburger Landesteil bislang neun Mal praktiziert wurde, sollte doch ein zweites Mal in Vorpommern möglich sein.“

Zurückgewiesen hat Drescher auch die Kritik, der Landkreis würde sich gar nicht finanziell an der Entwicklung der Wasserburg beteiligen. „Wir haben den Verein seit seiner Gründung finanziell unterstützt. Aktuell hat der Landkreis wieder Eigenanteile für ein vom Land gefördertes Betreiberkonzept für das denkmalgeschützte Ensemble in Divitz beigesteuert.“

Robert Niemeyer und Volker Stephan

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