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Ribnitz-Damgarten Schranke in Neuheide sorgt für Diskussionen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schranke in Neuheide sorgt für Diskussionen
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16:00 30.09.2019
An der Schranke im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Neuheide gibt es immer wieder Unfälle oder Fast-Unfälle. "Und sie kostet dem Museum auch Besucher", so Markus Kunde von der "Naturschatz-Kammer". Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten/Neuheide

Immer wieder bringt sich die Schranke am Ribnitzer Landweg, der den Forsthof Neuheide und Klein-Müritz verbindet, bei Radlern und Fußgängern schmerzhaft in Erinnerung. „Im vergangenen Jahr Jahr hat es drei Unfälle gegeben. Von denen wissen wir, weil sich die Betroffenen im Museum melden, da diese der Annahme sind, die Schranke gehört uns“, sagt Marcus Kunde von der Natur-Schatzkammer in Neuheide. Den Betroffenen müsse dann jedesmal erklärt werden, dass die Stadt Ribnitz-Damgarten zuständig sei. In diesem Jahr hätten sich innerhalb von nur einer Woche gleich drei Unfälle an der Schranke ereignet, berichtet er weiter.

Urlauber erlitten Platzwunden

Besonders unglücklich verlief Mitte August der Ausflug einer 62-jährigen Frau und ihres 64-jährigen Mannes nach Neuheide. Da die Schranke gerade geöffnet war, versuchte die 62-Jährige hindurchzufahren. Diese senkte sich jedoch genau in diesem Moment und erwischte die Frau am Kopf. Ihr 64-jähriger Mann hatte den Unfall beobachtet und kam seiner Frau zur Hilfe. Just in diesem Moment hatte sich die Schranke wieder geöffnet – und sank erneut nieder. Dabei wurde auch der 64-Jährige am Kopf getroffen. Die beiden Urlauber aus Sachsen-Anhalt erlitten eine Platzwunde am Kopf und mussten ärztlich behandelt werden.

Erst vor wenigen Tagen, am Freitag, hätte um ein Haar auch Horst Severin unliebsame Bekanntschaft mit der Schranke gemacht. Er und seine Frau machten Urlaub in Prerow und fuhren mit dem Auto nach Neuheide. Hier stellten sie den Wagen vor der Schranke ab, um die Natur-Schatzkammer zu besuchen. Als sich das Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen vor der Schranke befand, hatte der Fahrer eines Anlieger-Pkw mit dem Funkschlüssel die Schranke geöffnet. Horst Severin wollte ebenfalls hindurch – und schaffte es gerade noch rechtzeitig, die Schranke zu passieren, bevor sie sich wieder senkte. „Es mag ja gute Gründe geben, die Schranke genau an dieser Stelle zu installieren. Aber wenn man das tut, dann sollte sie technisch so ausgestattet sein, dass eine Gefährdung von Menschen so weit wie möglich ausgeschlossen wird“, findet Horst Severin. Aus seiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn der TÜV die Anlage einer Prüfung unterziehen würde.

Schranke macht auch Gewerbetreibenden Probleme

Dass immer wieder Radler und Fußgänger mit der Schranke Probleme haben, führt Markus Kunde unter anderem darauf zurück, dass das Hinweisschild mit der Aufschrift „Vorsicht automatisch schließende Schranke“ viel zu klein sei. Noch kleiner ist der Hinweis „Fußgänger und Radfahrer seitliche Durchfahrt benutzen!“ Besonders dann, wenn Radler in Gruppen unterwegs seien und natürlich bei solchen Touren sich unterwegs auch unterhalten werde, würden manche Radler das Schild und die Schranke zu spät wahrnehmen. Außerdem schließe die Schranke sehr schnell.

Die Angaben, die Markus Kunde macht, stehen im Widerspruch zu Zahlen der Polizei. Wie eine Anfrag der OZ bei der Polizeiinspektion Stralsund ergeben hat, wurde die Polizei in der Zeit vom 1. Januar 2018 bis August 2019 lediglich in einem Fall gerufen, um einen Unfall im Zusammenhang mit der Schrankenproblematik aufzunehmen. Dieser eine Fall war der oben erwähnte Verkehrsunfall von Mitte August. Dass das so ist, führt Kunde darauf zurück, „dass sich die Urlauber, die Probleme mit der Schranke hatten, schlichtweg nicht bei der Polizei gemeldet haben“.

„Die Schranke macht auch uns Gewerbetreibenden Probleme“, erläutert er weiter. Betroffen seien neben der Naturschatz-Kammer der Imbiss und die Präparationswerkstatt. So koste die Schranke die Naturschatz-Kammer viele Besucher, zum Beispiel würden behinderte Besucher, wenn sie mit dem Auto vor der Schranke stehen, wieder umdrehen, berichtet Kunde. „Nur die wenigsten rufen bei uns an und bitten darum, die Schranke zu öffnen.“ Und wenn Busse mit Besuchern kommen, müsse man jedes Mal diesen die Schranke öffnen. Das koste Zeit. Kunde stellt die grundsätzliche Frage, ob die Stadt überhaupt berechtigt sei, diesen öffentlichen Weg mit einer Schranke zu sperren. Und wenn sie schon unbedingt aus Sicht der Stadt sein muss, dann sollte sie zumindest zur Besucherzeit des Museums von 9 bis 18 Uhr geöffnet bleiben, so sein Vorschlag.

Stadt will Durchgangsverkehr vermeiden

Bauamtsleiter Heiko Körner machte gegenüber OZ deutlich, dass man die Probleme zur Kenntnis genommen habe. Eine Wegnahme oder Öffnung der Schranke für eine bestimmte Zeit des Tages halte er jedoch nicht für sinnvoll. Denn in diesem Falle bestünde die Gefahr, dass der Verbindungsweg von Neuheide nach Klein Müritz von deutlich mehr Pkw als Abkürzung genutzt werden würde. „Damit würden wir einen Durchgangsverkehr erzeugen, den wir nicht wollen“, erläutert Körner. Zudem wäre auch diese Verbindung auf Grund ihres schlechten Zustandes nicht geeignet neben dem Anliegerverkehr auch noch Durchgangsverkehr aufzunehmen. Abgesehen davon: Je mehr Pkw auf dieser Strecke unterwegs wären, desto größer die Unfallgefahren für die zahlreichen Radler, die diesen Weg gern und in zunehmendem Maße nutzen, so der Bauamtsleiter.

Ob bei einer Öffnung des Weges tatsächlich deutlich mehr Autos auf diesem unterwegs sein würden, bezweifelt Markus Kunde. Denn als die Schranke im vergangenen Jahr auf Grund eines Defektes mehrere Monate geöffnet blieb, sei eben dies nicht zu beobachten gewesen.

Von Edwin Sternkiker

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