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Ribnitz-Damgarten Gemeinde stärkt Kita den Rücken
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Gemeinde stärkt Kita den Rücken
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14:51 23.11.2018
Die Kita „Purzelbäume“ befindet sich in einem ehemaligen Wohnblock in Semlow. Quelle: Robert Niemeyer
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Semlow

Die Gemeindevertreter Semlows haben am Donnerstagabend Nägel mit Köpfen gemacht und entgegen der Bedenken der Amtsverwaltung Ribnitz-Damgarten beschlossen, als Fördermittelempfänger für den Ausbau der Kindertagesstätte „Purzelbäume“ einzuspringen. Ursprünglich war geplant, dass der Trägerverein das Projekt übernimmt. Der hatte auch schon einen entsprechenden Förderantrag beim Landkreis Vorpommern-Rügen eingereicht. Zuletzt hatte der Verein jedoch signalisiert, das Vorhaben nicht selbst umsetzen zu können.

Nun springt die Gemeinde Semlow ein. Bis zu 250000 Euro sollen in die Modernisierung des Obergeschosses des ehemaligen Wohnblocks, in dem sich die Kita befindet, investiert werden. 90 Prozent davon könnten gefördert werden. Mit der Modernisierung sollen zwölf zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden, womit die Gesamtzahl der Plätze auf 30 steigt.

15 Jahre Bindungsfrist

Doch die Amtsverwaltung verweist auf mögliche Risiken. Denn die sogenannte Zweckbindungsfrist für die Fördermittel beträgt 15 Jahre. Das heißt, dass die Kita auch 15 Jahr aufrechterhalten werden muss. „Es gibt Bedenken, dass die Kita über diesen Zeitraum aufrechterhalten wird“, sagte Heiko Körner, Bauamtsleiter in der Verwaltung, am Donnerstagabend. Würde der Trägerverein innerhalb der 15 Jahre beispielsweise aufgeben oder die Kita geschlossen, müssten Fördermittel zurückgezahlt werden. „Wir halten es für problematisch, dass die Gemeinde dieses Risiko übernimmt“, so Körner. Rein rechtlich sei gegen den Schritt nichts einzuwenden.

Einstimmig votierten die Gemeindevertreter jedoch für den Einstieg der Gemeinde als Fördermittelempfänger. „Wir sind sehr froh, dass wir nach 19 Jahren wieder eine Kita haben. Und eine 90-prozentige Förderung kann man sich nicht entgehen lassen“, sagte Semlows Bürgermeisterin Andrea Eichler. Die Risiken seien den Gemeindevertretern bewusst. „Aber es ist der richtige Weg, hier in die Offensive zu gehen“, meinte auch Gemeindevertreter Karl-Wilhelm Graf von Finckenstein. Laut Andrea Eichler gebe es eine Warteliste für Plätze in der Kita, auf der bereits Anfragen zur Anmeldung im Jahr 2020 festgehalten sind. „Ich sehe hier für uns als Gemeinde eine Chance“, sagte Gemeindevertreter Mario Müller. Er gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren sogar die dann existierenden 30 Kita-Plätze nicht ausreichen werden.

Ausbau im kommenden Jahr

„Das ist ein sehr gutes Signal. Ich bin stolz darauf, dass die Gemeinde zu uns steht“, sagt Antje Jakobi-Knoll, Leiterin der Kita. Der junge Trägerverein habe das Vorhaben aus finanziellen Gründen nicht weiter verfolgen können. Die Eigenmittel in Höhe von bis zu 25000 Euro seien nicht vorhanden.

Drei Erzieherinnen und Jakobi-Knoll kümmern sich um die Kinder. Zu den von der Verwaltung angeführten Risiken sagt die 44-jährige, vierfache Mutter: „Ich könnte auch als angestellte Erzieherin arbeiten. Aber es macht mir Spaß, eine eigene Kita zu leiten. Ich möchte die Kita Purzelbäume bis zur Rente erhalten.“

Im kommenden Jahr sollen die Modernisierungsarbeiten am Obergeschoss des ehemaligen Wohnblocks in Semlow beginnen und auch abgeschlossen werden. Bislang nutzt die Kleinstkita ehemalige Wohnungen im Erdgeschoss.

Robert Niemeyer

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