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Ribnitz-Damgarten Arbeitseinsatz und Sängerfest auf der Wasserburg
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Arbeitseinsatz und Sängerfest auf der Wasserburg
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15:30 17.05.2019
Lucas Sundt (17), Jasmin Hahm (17) und Marthe Küster(19) sichern den Treppenaufgang der Wasserburg Divitz. Quelle: Anika Wenning
Divitz

„Wir haben die Trauben vor der Nase, aber wir haben sie noch nicht im Mund“, fasst Dr. Gerd Albrecht die Situation der Wasserburg Divitz zusammen. Der Leiter des Barther Vineta-Museums ist Mitglied des Fördervereins Kulturgüter Wasserburg Divitz, der sich seit seiner Gründung im Jahr 2013 für den Erhalt des verfallenen Herrenhauses einsetzt. Nachdem der Bund im November vergangenen Jahres zehn Millionen Euro für die Sanierung in den Haushalt eingestellt habe, sei einiges ins Rollen gekommen. „Wir haben einen Antrag auf weitere Fördermittel ans Land gestellt. Schwerin beschäftigt sich mit dem Thema“, meint Dr. Gerd Albrecht, der hofft, dass bald konkrete Zusagen kommen. Wirtschaftsminister Harry Glawe hatte bis zu 15 Millionen Euro für die Sanierung in Aussicht gestellt. „Aber das sind alles nur mündliche Zusagen“, stoppt der Divitz-Experte die Euphorie.

Zunächst müssten von allen Seiten die Hausaufgaben gemacht werden. Entscheidend sei eine konkrete Kostenaufstellung. Denn eines sei schon jetzt klar. Die anfangs kalkulierten Kosten von 20 Millionen reichen nicht aus. „Zunächst müssen alle Gutachten überprüft werden, unter anderem Statik-, Holzschutz- und das Nutzungsgutachten. Sie stammen alle aus dem Jahr 2009 und sind somit veraltet“, sagt Gerd Albrecht. Der Förderverein muss zudem ein Nutzungskonzept erstellen beziehungsweise müssen bestehende Konzepte fortgeschrieben werden. Falls die Sanierungskosten zu sehr in die Höhe schnellen, müsse man Abstriche machen. „Wir können hier keine zweite Gorch Fock bauen. Mir wird schon jetzt bei den ganzen Millionen schwindelig“, sagt Gerd Albrecht.

Erster Sängerfest am 25. Mai

Dass bei all den anstehenden Aufgaben mit den Sanierungsarbeiten nicht in naher Zukunft begonnen werden könne, sei klar. „Wir müssen aber so schnell wie möglich mit den Sicherungsarbeiten loslegen. Jeder Wettereinbruch bedeutet Substanzverlust. Irgendwann haben wir hier nur noch einen hohlen Zahn stehen“, fürchtet Gerd Albrecht, der auch ein anderes Ziel verfolgt. „Die Leute sollen nicht nur Mitleid mit dem Gebäude, sondern auch wieder Freude daran haben.“ Deshalb veranstaltet der Förderverein auch am 25. Mai ab 15 Uhr zum ersten Mal ein Sängerfest auf der Wasserburg, zu dem der Männerchor Penzlin 1907 und der Velgaster Chor erwartet werden. „Wir wollen Dornröschen wach singen“, so Albrecht. Die Besucher sollen nicht nur zuhören, sondern gerne auch mitsingen, denn gemeinsames Singen fördere die Gemeinschaft. Zudem bekommen die Gäste die Gelegenheit, an einer Führung durch die Wasserburg sowie das Außengelände teilzunehmen.

Damit die Besucher bei der Führung sicher in die Wasserburg kommen, haben 18 Jugendliche vom 6. bis zum 10. Mai auf dem Gelände gearbeitet und führten vor allem Maurerarbeiten und kleinere Reparaturen aus. So wurde unter anderem der Treppenaufgang gesichert. Die Jugendlichen machen alle ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege bei den Jugendbauhütte Stralsund/Stettin, ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die FSJler, die aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland kommen, arbeiten ein Jahr lang unter anderem bei Restauratoren, Architekten oder in Museen. Sechs Mal im Jahr kommen alle zusammen und beteiligen sich an einem fünftägigen Arbeitseinsatz. „In Divitz sind wir zum ersten Mal. Die Deutsche Stiftung für Denkmalpflege hat uns darauf aufmerksam gemacht“, berichtet Projektleiter Christian Barth.

Fachmännische Unterstützung bekamen die jungen Arbeiter von Karl-Heinz Wegener. Der 78-Jährige, der im Förderverein Kulturgüter Wasserburg Divitz, aktiv ist, ist gelernter Architekt. „Sicherlich ist das, was wir hier tun, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber es ist wichtig, dass die Wasserburg im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleibt. Denn die Fördermittel sind zwar zugesagt, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern“, sagt Christian Barth mit Blick auf das verfallene Herrenhaus.

Die 16- bis 22-Jährigen der Jugendbauhütte Stralsund/Stettin führten Maurerarbeiten und kleinere Reparaturen auf der Wasserburg Divitz aus. Die Jugendlichen machen ein Freiwilliges soziales Jahr.

 

Anika Wenning

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