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Ribnitz-Damgarten Neuer Solarpark soll für mehr als 100 Millionen Euro entstehen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neuer Solarpark soll für mehr als 100 Millionen Euro entstehen
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18:28 26.02.2019
In Marlow und Dettmannsdorf sollen auf vier Flächen Solaranlagen entstehen. Quelle: Tilo Wallrodt
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Marlow/Dettmannsdorf

Die Planungen für einen Solarpark in Marlow und Dettmannsdorf haben eine wichtige Hürde genommen. Die Energiekontor AG hat jetzt einen langfristigen Vertrag mit einem großen Stromabnehmer geschlossen. Der Energieversorger EnBW Energie Baden-Württemberg ist der Vertragspartner. Das sogenannte Power Purchase Agreement hat eine Laufzeit von 15 Jahren. „Damit ist eine erste wichtige Säule für unser Projekt in Dettmannsdorf und Marlow in trockenen Tüchern“, sagte Piotr Jankowski, Projektkoordinator der Energiekontor AG.

In der Branche wird dieser Vertrag als Meilenstein gefeiert, ist dieser Vertrag doch Grundlage dafür, dass der Solarpark in Marlow und Dettmannsdorf ohne Fördermittel nach dem Erneuerbaren Energie-Gesetz gebaut werden kann. Deutschlandweit wäre es der erste Solarpark, der ohne EEG-Förderung gebaut wird. „Der Vertrag garantiert uns den Verkauf des erzeugten Stroms zu einem festen Preis und die Realisierung des Solarparks“, so Jankowski.

Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei 100 Millionen Euro

Auf fünf Flächen in Marlow und Dettmannsdorf – insgesamt 120 Hektar landwirtschaftlicher Flächen – sollen die Fotovoltaikanlagen entstehen. Etwa 20 Millionen Euro werden laut Piotr Jankowski pro Anlage investiert. Damit liegt das Gesamtinvestitionsvolumen bei rund 100 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2020 geplant.

„Wir freuen uns, mit diesem Stromabnahmevertrag gemeinsam mit unserem Partner Energiekontor eine Vorreiterrolle bei der Vermarktung von Strom in Deutschland aus großen Solaranlagen einzunehmen“, teilte Peter Heydecker, bei EnBW verantwortlich für das Geschäftsfeld Handel, mit. Die Kooperation mit der Energiekontor AG sei ein wichtiger Schritt für die Umsetzung von Solarprojekten ohne staatliche Förderung.

„Gleichwohl ist es aber nur eine Herausforderung von vielen, die wir bewältigen mussten, damit das Projekt realisiert wird“, sagt Piotr Jankowski. Der sehr niedrige Verkaufspreis des Vertrages werde die Energiekontor AG bei der Finanzierung sehr fordern. Zudem stehe das Bauleitverfahren erst in den Startlöchern.

Strom für 45 000 Haushalte

Marlows Stadtvertreter haben den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes bereits gefasst. In der Nähe von Brunstorf soll eine Solaranlage entstehen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Dettmannsdorf sollen nun drei Anlagen gebaut werden. Ursprünglich war geplant, vier Anlagen in der Gemeinde zu bauen. Das Projekt in der Nähe von Dammerstorf werde laut Piotr Jankowski jedoch nicht weiter verfolgt, weil sich die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet befinde. Weiterhin geplant sind die Anlagen nördlich von Wöpkendorf, nördlich von Grünheide und südwestlich von Dettmannsdorf. Dennoch soll die geplante maximale Gesamtleistung von 200 Megawatt erreicht werden. 200 Millionen Kilowattstunden Strom seien jährlich maximal möglich. Jährlich könnten damit etwa 45000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Laut dem nun abgeschlossenen Vertrag nimmt die EnBW davon jährlich 88 Millionen Kilowattstunden Solarstrom ab. Das reicht aus, um den jährlichen Strombedarf von etwa 25000 Haushalten zu decken. Weitere Verträge mit anderen Unternehmen seien möglich.

Am Montag hatten die Gemeindevertreter von Dettmannsdorf die Bebauungspläne für die drei Anlagen in der Gemeinde auf dem Tisch und segneten die Aufstellungsbeschlüsse für die jeweiligen B-Pläne einstimmig ab. Bürgermeister Stefan Schmidt hatte zuletzt weiteren Gesprächsbedarf angemeldet. Unter anderem sei wünschenswert, dass die Energiekontor AG für den Betrieb der Anlagen eine Tochterfirma mit Sitz in der Gemeinde gründet. Hintergrund sind die zu erwartenden Gewerbesteuern. Laut Gesetz fließen 70 Prozent der Gewerbesteuer in die Gemeinde, auf deren Gebiet die Anlage steht, 30 Prozent in die Kommune, in der die Betreiberfirma ihren Sitz hat. Laut Piotr Jankowski seien verschiedene Möglichkeiten firmenintern diskutiert worden. Diese sollen der Gemeinde vorgestellt werden. Innerhalb der bislang geplanten 30-jährigen Laufzeit der Anlagen sei ein Gewerbesteueraufkommen im siebenstelligen Bereich zu erwarten.

Energiekontor und EnBW

Die Energiekontor AG wurde 1990 in Bremerhaven gegründet. Kerngeschäft ist die Planung, der Bau und der Betrieb von Windparks im In- und Ausland. 2010 wurde das Geschäftsfeld um den Bereich Solarenergie erweitert. Die Energiekontor AG betreibt im eigenen Bestand Wind- und Solarparks mit einer Leistung von knapp 280 Megawatt. Seit der Firmengründung hat Energiekontor 121 Windparks und drei Solarparks realisiert. Das entspricht einem Investitionsvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro. Seit dem 25. Mai 2000 ist das Unternehmen an der Börse gelistet. Neben dem Firmensitz in Bremerhaven hat Energiekontor unter anderem Büros in Aachen, Dortmund, Bernau bei Berlin, Hagen und Postdam sowie in Leeds (England), Glasgow (Schottland, Lissabon (Portugal), Nijmegen (Niederland), Austin/Texas und Rapid City/South Dakota (beide USA) sowie in Toulouse und Rouen (Frankreich).

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG beschäftigt mehr als 21000 Mitarbeiter und versorgt rund 5,5 Millionen Kunden mit Strom, Gas und Wasser.

Robert Niemeyer

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