Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Dieter Mietzner rollte mit seinem „Allgaier“ zur Königswürde
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Spannung pur beim Trecker-Tonnenabschlagen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:23 19.01.2020
Clubchef Dieter Mietzner war einer von 21 Teilnehmern des Trecker-Tonnenabschlagens in Jahnkendorf. Erstmals konnte er den Titel des Tonnenkönigs erringen. Quelle: Volker Stephan
Anzeige
Jahnkendorf

Das 19. Trecker-Tonnenabschlagen des Tressentiner Treckerclubs am Sonnabend auf dem Jahnkendorfer Festplatz verlief dank bester äußerer Bedingungen und routinierter Vorbereitung mustergültig nach Wunsch und Plan. Schon vor 16 Uhr posierten die drei neuen Tonnenkönige gemeinsam für die Fotografen. Als neuen Bodenkönig ermittelten die 21 Teilnehmer den 25-jährigen Heinrich Friedrichsen aus Völkshagen. Der Titel des Stäbenkönigs ging an Detlef Allstedt (52) aus Freudenberg. Für den Clubchef, „Meister“ Dieter Mietzner (59), ging mit der Würde des Tonnenkönigs ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Die Sieger des 19. Trecker-Tonnenabschlagens: Stäbenkönig Detlef Allstedt (52, li.), Tonnenkönig Dieter Mietzner (59), Bodenkönig Heinrich Friedrichsen (25, r.) Quelle: Volker Stephan

Bei trockenem und mildem Wetter zogen sich die Durchgänge nicht allzu lange hin, schlechte Bodenverhältnisse oder Spurrinnen spielten kaum eine Rolle. Die Fahrer konnten sich also auf ihre eigentliche Aufgabe, das Zerschlagen der Tonne, konzentrieren. Weil die obendrein mit heller Signalfarbe angestrichen war, übertraf die Zahl der wirksam gelandeten Treffer deutlich das gewohnte Durchschnittsmaß der vergangenen Jahre.

Relativ schnell lockte deshalb ein halber, herabhängender Tonnenboden zum vermeintlichen Siegtreffer und hinterließ, weil hartnäckig anhaftend, genau so oft enttäuschte Gesichter bei den Fahrern. Erst Heinrich Friedrichsen, 25-jähriger Milchbauer aus Völkshagen und seit vier Jahren Clubmitglied, gelang es von seinem Massey Ferguson MF 35 aus, die zähe Verbindung zwischen dem letzten Stück des Tonnenbodens und dem Tonnenkörper endgültig zu trennen.

Mit uralter Handsirene Pause beendet

Traditionsgemäß blieben die Traktoren nach dem ersten Sieg stehen, damit der neue Bodenkönig eine Getränkerunde ausgeben konnte. Nach einer angemessenen Zeitspanne griff Hauptschiedsrichter Reinhard Schulz zu einer uralten Handsirene der Jahnkendorfer Feuerwehr und beendete die Pause. Auch die weit über 1000 Zuschauer hatten die Unterbrechung genutzt, um die Versorgungsstände zu belagern.

Nach einem weiteren schnellen Durchgang fetzte Detlef Allstedt (52) aus Freudenberg den letzten Holzsplitter des lädierten Holzfasses hinweg und sorgte so für die nächste Pause. Seinen RS-04 „Oma“ hatte der Freudenberger vor drei Jahren mit Hilfe des „Meisters“ restauriert. Schon bei der zweiten Teilnahme an einem Tonnenabschlagen war ihm der erste Sieg vergönnt.

Aus privatem Interesse war auch Landrat Dr. Stefan Kerth (46) unter den Zuschauern. Die Treckerenthusiasten luden ihn spontan zur Teilnahme am 20. Trecker-Tonnenabschlagen im kommenden Jahr ein. Kerth sagte ohne Zögern zu und wird zum Jubiläum diesen „Deutz“ aus Karl-Willi Peters (69) Nachkriegskollektion steuern. Quelle: Volker Stephan

Während der entstehenden Pflichtpause begrüßten die Treckerfreunde Landrat Dr. Stefan Kerth, der sich aus privatem Interesse unter die Zuschauer gemischt hatte. Die Technikenthusiasten luden ihn spontan zur Teilnahme am 20. Trecker-Tonnenabschlagen im kommenden Jahr ein. Stefan Kerth (46) sagte zu und wird zur Jubiläumsveranstaltung den 1954er Deutz aus der Nachkriegskollektion des Typs von Karl-Willi Peters (69) steuern. „Mein Schwiegervater ist als Meister für Landtechnik tätig gewesen, mein Vater als Ingenieur für Landtechnik. Ich werde beide heute noch einladen, damit sie sich für den Termin nichts anderes vornehmen“, freute sich der Landrat über das unverhoffte Angebot.

Auch Dieter Mietzner, dem die meisten der alten Traktoren des Clubs ihr zweites Leben als Liebhaberstück verdanken, sollte sich noch freuen dürfen. Nach einer schnellen Zerlegung des Tonnenkreuzes in Gemeinschaftsarbeit erledigte er mit einem gut platzierten Schlag den Rest. Der war so kräftig ausgeführt, dass das hinwegfliegende Holzteil eine kleine Delle in die Motorhaube seines „Allgaier“ drückte. Die könnte Mietzner als Restaurierungsprofi zwar fix ausbügeln, sollte sie aber zur Erinnerung an seinen ersten Titel als Tonnenkönig vielleicht doch lieber belassen. Bislang hatte es der „Meister“ je einmal zum Boden- und Stäbenkönig geschafft.

Mit dem allgemeinen Verlauf der Veranstaltung, in deren Organisation und Ablauf neben dem Treckerclub auch der Förderverein der FFW Marlow sowie die FFW Jahnkendorf einbezogen waren, zeigte er sich sehr zufrieden und kündigte an, in das Jubiläumsprogramm 2021 einige besondere Attraktionen einbinden zu wollen.

Von Volker Stephan

Seit Jahrhunderten erzählen sich Menschen Geschichten über Ereignisse, die sie sich nicht erklären können. Von Generation zu Generation wurden sie bis in die Gegenwart überliefert. OZ-Redakteure haben die spannendsten Legenden aus Vorpommern zusammengetragen.

19.01.2020

Fit bleiben gehört zum guten Ton. Viele Menschen trainieren regelmäßig und bereiten sich auf kleinere oder größere Wettbewerbe vor. Die OZ stellt heute Lauf-Veranstaltungen in der Region vor.

18.01.2020

Einfach mal so für die Gemeinde ein Wappen malen? So einfach ist das nicht. Die Gestaltung der Aushängeschilder von Gemeinden folgt klaren Regeln. Der Heraldiker Michael Zapfe hat selbst rund 150 Wappen gezeichnet und präsentiert seine schönsten Wappen aus Vorpommern.

19.01.2020